24. März 2011 | Kultur

Von der Straße ins Museum

mokant.at > foto: natalie chrstos
„FESTE.KÄMPFE 100 Jahre Frauentag“ - eine Ausstellung

Der internationale Frauentag wird hundert. Zeit für eine eigene Ausstellung

Am Donnerstag, den 03. März, wurde die Ausstellung „FESTE.KÄMPFE 100 Jahre Frauentag“ feierlich im Museum für Volksskunde eröffnet. Es handelt sich hier um eine Sonderausstellung, um den 100. Geburtstag des Frauentages zu begehen.


Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste von der Hausherrin Margot Schindler, der Direktorin des Österreichischen Museums für Volkskunde, die übrigens erste Direktorin nach sechs männlichen Vorgängern in der Geschichte des Museums ist. Ebenfalls anwesend: Frauenministerin Heinisch-Hosek, Stadträtin Sandra Frauenberger und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

 

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Eröffnung und Festrednerinnen

In der Moderation wurde betont, dass die langen Forderungen nach Gleichbehandlung und die gesetzliche Verankerung von Genderrichtlinien zeigen, dass Frauen den Männern noch lange nicht gleichgestellt sind. Bereits erzielte Fortschritte sollen jedoch vergegenwärtigt und gewürdigt werden. Beides – die Ermahnung des noch zu Erreichenden sowie die Würdigung von bereits Erreichtem – versucht diese Ausstellung in einer Verbindung darzustellen.

 

Bundesministerin Heinisch-Hosek unterstrich die Tatsache, dass Frauen schon immer Geschichte geschrieben haben, diese nur nicht immer aufgeschrieben wurde. Doch diese Ausstellung zeichnet eine wichtige Geschichte der Frauen und ihrer Selbstermächtigung nach. Bis zur tatsächlichen Gleichberechtigung müssen noch einige Schritte gegangen werden, im Kopf ist die Gleichberechtigung der Frau bei jedem angekommen, es hapert jedoch noch im Tun.

 

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger ist gerade die Solidarität unter Frauen ein ganz wichtiger Punkt, geht es doch darum, die Hälfte der Welt zu erobern und zu besitzen. „Denn die steht uns Frauen zu“, so die Stadträtin. Das Private ist weiterhin politisch und so muss der Kampf fortgesetzt und die Frauenbewegung sichtbar gemacht werden.

 

In einer künstlerlischen Performance verabschiedeten sich Schüler des BORG Wien 3von Sexismus, Blondinen-Witzen und Geschlechterungleichheit: sie mögen in der Hölle schmoren und nie wieder kommen, so die lautstarke Darstellung unter der Leitung von Magda Tóthová, welche den Titel „Wir sind die Bausteine von heute!“ trug.


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Über die Ausstellung
Die Ausstellung umfasst Dokumente in Bild und Ton und wurde im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts zusammengetragen, dem Maria Mesner, Heidi Niederkofler und Johanna Zechner vom Kreisky-Archiv und vom Johanna-Dohnal-Archiv vorsitzen.


Wenn Frauen für „gleiches Recht“ demonstrieren und auf die Straße gehen, kann das mitunter offensiv und aggressiv sein. Hungerstreiks, Selbstverletzungen und gezündete Bomben – all das kam in der 100jährigen Geschichte des Internationalen Frauentags schon vor. Die Form der politischen Artikulation und Inanspruchnahme des öffentlichen Raums durch Frauen änderte sich je nach Epoche und aktuellen Anforderungen, trotzdem besteht die Frage: rechtfertigt das Ziel die benutzten Mittel? Die Wege zu einer Gleichberechtigung und Gleichstellung von Mann und Frau können ganz unterschiedlich sein, wie die ausgestellten Exponate zeigen.

 

Themen, die in den ausgestellten Plakaten und Zeitungsartikeln immer wiederkehren, sind Gleichheit, Frieden und Körper. Diese Begriffe werden in den jeweiligen geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Kontext eingebettet und präsentiert.

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Dass es der Frauentag schon ins Museum geschafft hat, zeigt seinen Stellenwert auf, denn hier werden für die Gesellschaft wichtige Dinge konserviert und aufbewahrt. Der Frauentag ist aber auch im Alltag noch von Nutzen und keineswegs verstaubt. Er ist wahrscheinlich das einzige Ritual der Frauenbewegung und ein Ort der Vergewisserung, wo Frauen derzeit stehen und wo sie sich noch hinbewegen müssen.
Parallel zu der Ausstellung können zahlreiche Veranstaltungen im Volkskundemuseum (Vorträge, Podiumsdiskussionen etc.) und Kunstprojekte (In.Anspruch.Nehmen – Kunstprojekte im öffentlichen Raum) besucht werden.

 

Die Ausstellung ist noch bis 30. Juni zu besichtigen. Mit der Publikation „Frauentag! Erfindung und Karriere einer Tradition“ erscheint außerdem ein längst überfälliges Werk, das einen Überblick über die hundertjährige Geschichte des Frauentages in Österreich verschafft.

 

 

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