Der äußerste Norden Schwedens bietet ideale Bedingungen für eine Campingtour der anderen Art. Unterwegs mit einer kleinen Gruppe erkundete ich diesen Sommer die unberührte Natur in und um den Nationalpark Abisko.
Der „Kungsleden“ (deutsch: „Königspfad“), ein bekannter Fernwanderweg, führt südwärts durch den Nationalpark. Wir folgten dem Weg für eine Weile und wichen später auf eine andere Route aus.
Abisko liegt unterhalb der Baumgrenze. Die Wege sind durchgehend gut ausgetreten oder mit Holzplanken befestigt.
Hier sahen wir einen der vielen Flüsse der Region, die das gespeicherte Schmelzwasser ins Tal hinabspülen.
Das Klima in der Gegend ist extrem. Bis Juni liegt Schnee und schon ab September ist es mit dem Sommer wieder vorbei. In sieben- bis achthundert Metern Höhe bleibt der Schnee ganzjährig liegen.
Die Kraft des Wassers ist hier allgegenwärtig.
Für die hervorragende Infrastruktur in und außerhalb des Nationalparks sorgt der Verband STF – eine Art schwedischer Alpenverein. Das Flusswasser ist kristallklar: Hier heißt es Flasche auf und in jedem x-beliebigen Fluss auffüllen!
In diesem Tal hörten die Bäume langsam auf Bäume zu sein. Kurze Pausen wurden zur Hölle, denn Gelsen nutzten jede Gelegenheit, um sich auf uns zu stürzen.
Als wir am Abend an dieser Stelle unsere Zelte aufschlugen, war es noch großteils bewölkt, allerdings …
… gab es am nächsten Tag dann blauen Himmel und Sonnenschein. Wir beschlossen einen Berg namens Garddenvárri zu besteigen.
Vom Gipfel des Garddenvárris kann man fast den ganzen Nationalpark überblicken. Zu dem großen See sind es etwa fünf Kilometer Luftlinie.
Auf diesem Kartenausschnitt ist der Nationalpark rot-grün umrandet. Unten links befindet sich der Garddenvárri.
Wir blieben noch einen Tag im „Tal der Gelsen“ und gingen in diesem etwa zehn Grad warmen See baden. Die Erfahrung war’s wert.
Die Sonnenuntergänge in Abisko sind unbeschreiblich. Die Sonne ist gerade untergegangen und doch ist die rote Dämmerung noch stundenlang zu sehen. Da könnte man schon fast ins Träumen kommen …
… wenn nicht die Realität am nächsten Morgen knallhart zuschlüge. Hier mein komplett zerstochener Arm. Es ist eine ganz neue Erfahrung, wenn nicht nur ein Stich juckt, sondern der ganze Arm.
Nicht beirren lassen, sondern lieber noch diese wunderschöne Wasserspiegelung festhalten
Gebirgsidylle mit Penny-Sackerl
Als wir den geeigneten Strandabschnitt fanden, genehmigten wir uns noch ein arktisches Bad im Gletschersee.
Der letzte Abschnitt der Reise führte uns nach Narvik in Norwegen.
Narvik liegt bereits näher am Nordpol als an Österreich.