Der Guide für Marokko
Reisetipps für Marokko: eine Reise in ein Land wie aus Tausendundeiner Nacht
Auf Marokko können sich wohl die unterschiedlichsten Urlaubstypen einigen. Das Land ist mit einer Mittelmeer- und Atlantikküste gesegnet. Dort finden zum einen Wassersportler wie Surfer ideale Bedingungen vor, zum anderen bietet die mehr als 2.000 Kilometer lange Küste Sonnenhungrigen das ganze Jahr hindurch weiße Strände und Bademöglichkeiten am Meer. Im Atlasgebirge, das die Küstengegenden von der Sahara trennt, kommen hingegen aktive Bergfexe auf ihre Rechnung. Der höchste Berg liegt 4.165 Meter über dem Meeresspiegel und im Winter kann man dort sogar Skifahren. Schließlich bietet Marokko mit seinen bekannten Königsstädten Marrakesch, Fès, Meknès und Rabat auch Kulturfreunden viel Geschichte, gut erhaltene Altstädte und ein Lebensgefühl wie in Tausendundeiner Nacht.
Tipp 1: Mit dem Auto oder Wohnmobil durchs Land
Marokko erstreckt sich über eine Fläche so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. Um die Vielfältigkeit des Landes zu erleben, sollte man sich zum Ersten Zeit nehmen – mindestens ein Monat – und zum Zweiten mobil sein. Dafür eignet sich ein Auto, oder noch besser: ein Wohnmobil. Die großen Städte sind durch Autobahnen mit Mautsystemen verbunden. Auf den gut befestigten Straßen findet man beinahe alle zehn Kilometer eine Tankstelle. Campingplätze gibt es in jeder größeren Stadt.
Allerdings ist das Selbstfahren nichts für Mimosen. Die Marokkaner interpretieren die Vorrangregeln mitunter anders als wir Mitteleuropäer und eine Fahrt in und aus dem Kreisverkehr bringt selbst geübte Autofahrer ins Schwitzen. Nicht nur aus diesem Grund sollte man beim Mietauto auf eine Klimaanlage bestehen - Temperaturen bis vierzig Grad im Landesinneren sind keine Seltenheit.
Tipp 2: Auf zu den Badeorten der Marokkaner
Der bekannteste Badeort in Marokko ist wohl Agadir. In die Hafenstadt am Atlantik strömen das ganze Jahr hindurch vorwiegend Pauschaltouristen, die mit billigen Charterflügen der Kälte Mitteleuropas entkommen wollen. Dementsprechend touristisch und verwestlicht geht es dort auch zu.
Ruhiger und authentischer ist es hingegen in den Küstenstädten, wo auch die Marokkaner selbst Urlaub machen: El Jadida zum Beispiel, nur knapp eineinhalb Stunden westlich von Casablanca. Einfach wie die marokkanischen Familien am Wochenende an den Strand gehen und den Tag am Hafen beim Fischessen ausklingen lassen! In El Jadida wird man noch nicht von lästigen Straßenhändlern und selbsternannten Reiseführern belästigt, die in den Touristenhochburgen über die Urlauber herfallen.
Auch die weiße Stadt Essaouira ist ein Geheimtipp. In den 1970er Jahren galt Essaouira als Hippiehochburg, auch heute noch vermitteln die Medina (Altstadt) und der lange Stadtstrand entspannte Urlaubsstimmung. Wer will, kann die gechillte Stimmung noch verstärken durch Haschkekse oder einen Joint. Sie werden in Essaouira an beinahe jeder Straßenecke angeboten und erweisen dem Hippieruf der Stadt alle Ehre.
Tipp 3: Handeln, Handeln, Handeln!
In den vielen Souks - typisch arabischen Märkten - wird von von Früchten über Flechtwaren bis hin zu Teppichen und Porzellan beinahe alles angeboten. Hier ist Feilschen angesagt. Glaubt man den Reiseführern, schlagen die Verkäufer bei ihrem ersten Preisangebot hundert Prozent auf. Für Touristen gilt daher: keine Angst beim Verhandeln. Nimmt man die Dienste eines Reiseführers in Anspruch oder lässt sich von Einheimischen im Privatauto chauffieren, ist es ratsam, den Preis im Vorhinein auszumachen. Und auch hier gilt es zu handeln - ein kleiner Preisnachlass ist von den Marokkanern miteinkalkuliert.
Tipp 4: Casablanca anfliegen
Möchte man Marokko in Eigenregie bereisen, empfiehlt es sich, Casablanca anzufliegen. Die Flüge in die Stadt am Mittelmeer sind um vieles günstiger als etwa jene nach Marrakesch - die wohl bekannteste marokkanische Stadt und besonders unter amerikanischen Touristen das Marokko-Highlight. Casablanca liegt reisestrategisch günstig, nur knapp hundert Kilometer von der Haupt- und Königsstadt Rabat entfernt. Von Casablanca nach Marrakesch sind es 230 Kilometer, die man auf der Verbindungsautobahn in relativ kurzer Zeit überwinden kann.
Auch die beiden anderen Königsstädte Meknés und Fés sind nur knapp zweihundert Kilometern entfernt. Im Gegensatz zum modernen und sehr urbanen Wirtschaftszentrum Casablanca bieten die Königsstädte mit ihren gut erhaltenen Medinas und Souks noch arabische Romantik. Um der Atmosphäre aus Tausendundeiner Nacht noch näher sein zu können, sollte man in einem der vielen Ryads übernachten, die im traditionell marokkanischen Stil erbaut sind. Ist man mit dem Auto unterwegs und möchte auch gerne mal ausschlafen, empfiehlt sich eine Unterkunft am Stadtrand. Die Unterkünfte dort wirken von außen meist sehr unscheinbar und sind, wie in Marrakesch, von Wüstensand umgeben. Hinter den Mauern verbergen sich jedoch oft wahre Oasen - und das zu äußerst günstigen Preisen.
Drei Insider-Tipps:
1. Mit ein paar Brocken Französisch oder Arabisch und ein wenig Interesse an der marokkanischen Kultur gewinnt man schnell das Herz der Marokkaner.
2. Autofahrstil unbedingt an die marokkanischen Verhältnisse anpassen und nicht zu zaghaft sein, sonst zieht man beim doch sehr starken Verkehr in den Städten den Kürzeren und wird schnell verzweifeln!
3. Bakschisch beziehungsweise Trinkgeld wird erwartet und sollte für Urlauber angesichts der niedrigen Löhne in Marokko eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Den Bettlern auf der Straße sollte man nach eigenem Ermessen etwas Geld geben. In einem Land ohne Sozialsystem sind viele Menschen auf Almosen angewiesen.
Was du auf keinen Fall machen solltest:
1. Oben ohne gehen. Auch wenn Touristinnen während der Hochsaison mittlerweile das Bikinioberteil beim Sonnen weglassen, sollte man sich im Klaren sein, dass man in einem muslimischen Land ist.
2. Wasser aus der Wasserleitung benutzen. Selbst wenn man nur eine Flasche ausspült oder Eiswürfel im Getränk hat, ist ein aufgeregter Darm so gut wie garantiert.
3. Gossip über die königliche Familie und Kommentare über die Westsaharapolitik. Diese Themen sind für Besucher tabu.
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