18. November 2011 | Gesellschaft

FH oder Uni?

 
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Massenvorlesung oder doch lieber Klassenzimmer?
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FH vs. Uni: straffer Stundenplan vs. schlafen bis Mittag

FH oder Uni? „Masse" oder „Schulklasse"? mokant.at hat für dich verglichen

 

Elisabeth ist eine Langschläferin und konnte es kaum erwarten, dass das geregelte Schulleben vorbei ist. Anita braucht den sogenannten „Tritt in den Arsch“, damit sie ihre Sachen termingerecht erledigt. Klaus ist ein sehr eigenwilliger Mensch und seine Individualität geht ihm über alles. Simon spielt schon seit Jahren Volleyball und Fußball und bezeichnet sich selbst als Teamplayer, der nur mit anderen zur Höchstform aufläuft. Elisabeth und Klaus haben sich nach der Matura für eine Ausbildung an der Universität entschieden, für Anita und Simon kam wiederum eine Fachhochschule (FH) in Frage.

 

Was entscheidet?

Obwohl laut Umfragen die Studienrichtung das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Studienwahl ist, wird bei genauerem Nachfragen unter Studierenden auch immer ihre Persönlichkeit mit ins Spiel gebracht. Die scheint nämlich starken Einfluss darauf zu haben, ob man sich für eine Uni oder FH entscheidet. Denn Art und Weise des Unterrichts, Selbstorganisation und die Einbindung in das soziale Umfeld unterscheiden sich an FH und Uni doch sehr. Das bietet den Studierenden aber auch die Chance, ihre Hochschulausbildung besser als je zuvor ihren Lebensverhältnissen anzupassen.

 

Johanna zum Beispiel hat aus privaten Gründen von der Uni an eine FH gewechselt und schätzt beides, aus unterschiedlichen Gründen. „An der Uni hat mir die Selbstständigkeit schon irrsinnig getaugt. Die FH war hingegen sehr gut für das effektive Studieren, berufsbegleitend hätte ich die Ausbildung an der Uni sicher nicht in der kurzen Zeit geschafft“, erklärt sie die jeweiligen Pluspunkte.

 

Grundlagen versus Praxis

Ideologische Grabenkämpfe zwischen Verfechtern der Uni- bzw. Fachhochschulausbildung gehören deshalb auch der Vergangenheit an. 17 Jahre gibt es nun bereits Fachhochschulen in Österreich, und es werden jedes Jahr mehr. Und es hat sich folgendes etabliert: Praxisorientierte Studienlehrgänge sind fast ausschließlich nur mehr auf Fachhochschulen zu finden, die Forschung und das theoretische Grundlagenwissen sind traditionsgemäß bei den Universitäten verblieben.

 

Die Zukunft

Und das soll auch so bleiben. Zumindest wenn es nach den Plänen des derzeitigen Wissenschaftsminister Töchterle geht. Aber es müsse „die Durchlässigkeit zwischen Unis und Fachhochschulen erhöht werden“, wie er in einem Falter-Interview betont. Denn für viele Fachhochschulabsolventen ist es zum Beispiel schwierig, auf der Uni einen Betreuer für ihre Doktorarbeit zu finden. Und die Dissertation ist nun mal nur auf der Universität möglich. Hier muss laut Töchterle „auf Ebene des Bundes eine entsprechende Koordinierung zwischen Unis und FH stattfinden.“

 

Dass eine verstärkte Zusammenarbeit der Weg für die Zukunft sein wird, machen die TU Graz und die FH Joanneum vor. Im Sommer schloss man eine Kooperationsvereinbarung ab. Studierende können dort nun Wahlfächer in der jeweils anderen Einrichtung besuchen und ihren Master je nach Interesse da oder dort absolvieren. 

 

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