26. August 2011 | Gesellschaft

Der Guide für München

 
mokant.at > foto: michel mehle
München: Welthauptstadt mit viel Lokalkolorit
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Wer Durst hat, ist in München nie alleine

Reisetipps für München: Bayerns Hauptstadt hat mehr zu bieten als das Oktoberfest

 

Wer an Bayern denkt, der ist schon fast betrunken. Bayern ist ein Märchen urtümlicher Gemütlichkeit. Seine Hauptstadt München ein einziger Rummelplatz. Touristen aus allen exotischen Ländern kommen deswegen her und suchen ihr Glück im volksfestlichen Delirium. Die Welt liebt Bayern und Bayern sich selbst und so sollte die Geschichte eigentlich enden. Doch aus Österreich kommt nur, wer hier Verwandte hat. Wozu auch? Bier und Lederhosen gibt es genug in der Heimat. Laute Volksmusik versaut auch hier jede Nachbarschaft und für unverständliche Dialekte muss wahrlich keiner das Land verlassen. Wen es aber trotzdem nach München verschlägt, der muss nicht enttäuscht sein. Im Schatten aller Klischees hat sich eine Stadt entwickelt, die man durchaus besuchen kann. Dieser Guide enthält die 5 wichtigsten Tipps, die man als Österreicher braucht, um in München glücklich zu werden.

 

Tipp 1: Keine Panik!

 

Tipp 2: Sightseeing, ja. Aber nur vorbereitet!

München lebt von seinen Touristenattraktionen und es wäre keine Reise in Bayerns Hauptstadt, wenn man sich diese nicht angesehen hätte. Gute Vorbereitung ist aber lebensnotwendig. Das heißt Blase leer, Magen voll und Stimmung ausgeglichen. Alles andere steht hier: Der Marienplatz ist das touristische Herz Münchens. Das Rathaus steht hier und die Frauenkirche ist ganz in der Nähe. Deswegen ist es auch immer brechend voll. Am vollsten ist es um 11 Uhr Morgens, denn da beginnt das berühmte Glockenspiel am Münchner Rathaus. Höhepunkt des Miniaturschauspiels: Der blau-weiß-gestreifte Ritter schubst seinen rot-weiß-gestreiften Kontrahenten vom Pferd. Der Österreicher versteht die Symbolik und bekommt schlechte Laune. Mein Tipp: Einfach ein bisschen früher weggehen. Dann vermeidet man auch in der großen Traube aus Touristen zu landen, die sich auf den Rückweg machen.

 

Münchens alteingesessene Wirtshäuser können ein Riesenspaß sein. Allen voran das Hofbräuhaus. Die Menschen sind freundlich, die Bedienungen tragen wirklich die vorteilhaften Klamotten von den Postkarten und Blasmusik gibt's auch. Allerdings nur für diejenigen, die am richtigen Tag da sind. Unter der Woche findet der Vergnügungssuchende meist nur grantige alte Säcke. „München, Weltstadt mit Herz!“ Dieser Spruch schmückte 2005 die Bayerische Landeshauptstadt. Wer mal an einem Montag im Hofbräuhaus war, fühlt sich doppelt belogen.

 

Tipp 3: Eine Wiesn ist eine Wiesn ist eine Wiesn
Wer nicht zwischen 20. September und 10. Oktober in München ist, der hat das Oktoberfest trotzdem nicht verpasst. Der Geselligkeit der Bayern ist es zu verdanken, dass es eine Vor-Wiesn gibt, eine Nach-Wiesn, eine Winter-Wiesn, den Kocherlball und tausend andere Feste. Wer Durst hat ist hier nie allein. Drei Wochen im Jahr gibt es dann noch die richtige Wiesn: Die ist laut, teuer und stinkt. Das Wundersame: Sie wird jedes Jahr noch lauter, noch teurer und noch stinkiger. Deswegen ist es ratsam, gleich dieses Jahr zu gehen. Wer am Tag seiner Wahl auch noch früh genug kommt, kann vollauf zufrieden sein. Die Bedienung kommt in regelmäßigen Abständen, um sich nach dem Promillewert ihrer Schützlinge zu erkundigen; bewertet diesen immer als zu niedrig und füllt nach. Das Wiesn-Bier ist zwar ausschließlich Starkbier, aber über den Tag verteilt können geübte Trinker schon auf 6 oder 7 Maß kommen. Wer dann immer noch nicht kotzt, schafft das spätestens bei der nächsten Karussellfahrt. Ganz heißer Tipp: Sein eigenes Bier nie aus den Augen verlieren! Männliche Wiesengänger meiden das Anstehen an den Toiletten und pullern heimlich in leere Bierkrüge. Die stellen sie dann auf den Tisch und warten, bis die Bedienung sie wegträgt ... oder sie von irgendwem ausgetrunken werden.

 

Tipp 4: Die wilden Viertel
Die Hippies sind umgezogen und wohnen jetzt im Glockenbachviertel. Hier kann man Pizza zu Rock 'n Roll Musik essen, richtig feiern gehen und auf Vorgarteninseln zwischen zwei Straßen ein Bier trinken. Es unterscheidet sich so sehr vom Klischee des versnobten Münchens, dass man schnell glaubt in Berlin zu sein. Hier sind die Menschen offen und man kann seine Klamotten bei Ladenbesitzern kaufen, die das Geld noch für die Miete brauchen. Wer die Sonne genießen will, geht ein paar Schritte in den englischen Garten und nimmt sich vielleicht sein Surfbrett mit. Die „Eisbach-Welle“ ist so etwas wie die hawaiianische Botschaft in München. Die Beziehungen sind perfekt. Aber auch die alte Heimat der 68er ist nicht zu verachten. Wer etwas von Münchens Studentenkultur erleben will, sollte einen Abstecher nach „Schwabing“ machen. Hier gibt's das beste Eis, die coolsten Kneipen und die meisten Friseurläden pro Quadratmeter weltweit! Die Konkurrenz unter den Friseuren hat dann gleich zu einer ganz neuen Attraktion geführt: Friseurnamen. Wer „BelHair“ kreativ findet, der war noch nicht auf den „BaHaarmas“ und hat sich vom „HairGott“ selbst die Haare schneiden lassen. Alternativ gäbe es auch eine Packung „Haaribo“ oder eine Flasche „Haar2O“. Es ist ein Wunder. Entspannung sucht der Schwabinger bei den Pinakotheken, einer Art Münchner Museumsquartier mit grünen Wiesen. Hier trifft man ebenfalls freundliche Menschen und kann sich für den Abend in einer der unzähligen Bars verabreden.

 

Tipp 5 ...
... der neue Leitspruch der Landeshauptstadt ist „Munich loves you!“ Mein letzter Tipp ist: Vorbeikommen und sich selbst überzeugen.

 

Drei Insider-Tipps: 

1. Im Eisbach baden: Erst kommen die Surfer, dann die Schwimmer. Wer nach der „Eisbach Welle“ ins kühle(!) Nass hüpft, hat eine tolle und rasante Fahrt durch den englischen Garten vor sich. Die Strömung ist schnell und nicht zu unterschätzen aber mit ein bisschen Vorsicht einfach zu bewältigen. Alternativ können auch Luftmatratzen als fahrbarer Untersatz verwendet werden. Hals- und Beinbruch!

2. Vor der Wiesn rechtzeitig buchen: Gerade zum Oktoberfest platzt die Stadt aus allen Nähten. Deswegen ist es ratsam, die Unterkunft schon einige Zeit im Voraus zu buchen. Wer spontan nach München kommt, kann unter www.wg-gesucht.de Zimmer zum Tagespreis finden.

3. Beim Radeln brav sein: München ist eine Fahrrad-Stadt. Auf größeren Straßen gibt es sogar Radwege für beide Seiten. Auch wenn es sehr spießig klingen mag: Niemals auf der falschen Richtung fahren! München hat eine eigene Fahrrad-Polizei und die nimmt ihren Job ernst! Für Geisterradler werden saftige Bußgelder fällig.

 

Was du auf keinen Fall machen solltest: 

1. Bayern und Deutschland verwechseln.

2. Den FC-Bayern beleidigen.

3. Weißwurscht nach 11 Uhr bestellen.

 

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