Der Guide für Amsterdam
Reisetipps für Amsterdam: Der ideale Urlaubsort für kulturinteressierte Radfreaks
Amsterdam gehört mit rund 780.000 Einwohnern nicht zu den größten Hauptstädten Europas, lohnt aber dennoch auf jeden Fall einen Besuch. Ein knappes Viertel der Stadtfläche, nämlich 50 km2, bestehen aus Wasser, was sich in 1.200 Brücken niederschlägt. Nicht umsonst bezeichnet man Amsterdam als „Venedig des Nordens": eine flotte Fahrt durch die Grachten sollte man nicht verpassen. Wer kein Freund des Fortbewegungsmittels Schiff ist, ist in der niederländischen Hauptstadt auch am Fahrrad flott unterwegs. Um in Amsterdam ohne böse Überraschungen voll auf seine Kosten zu kommen, sollte man folgende Tipps befolgen.
Tipp 1: Sich vor Radfahrern in Acht nehmen!
In Amsterdam ist der Radfahrer König. Während Fußgänger auf schmalen Gehwegen zusammengedrängt werden, wird dem Drahteselbesitzer viel Platz eingeräumt. Wann immer eine Straße überquert wird, sollte man sich genau umsehen: Die Chance, von einem Radfahrer niedergemäht zu werden, ist groß. Geklingelt wird nur in Ausnahmefällen. Die Fahrradbesitzer schmücken ihre Fortbewegungsmittel mit auffälligen Wollquasten und buntem Gestrickten. Die angestrebte Weltherrschaft der Radler macht sich auch statistisch bemerkbar: Während Amsterdam knapp 780.000 Einwohner hat, gibt es in der Stadt mehr als eine Million Fahrräder. Die Radlermanie äußert sich in Parkhäusern, Falschpark-Strafzetteln und einem Abschleppdienst für Fahrräder. Wenig überraschend: Das Fahrrad ist in Amsterdam das meistgenutzte Verkehrsmittel.
Tipp 2: Auch Touristen können zur Gefahr werden
Amsterdam ist von Touristen gut besucht. 15,8 Millionen Tagestouristen besuchen jährlich die eher kleine Metropole. 2010 belegte Amsterdam im Übernachtungsranking der europäischen Metropolen mit 9,7 Millionen Übernachtungen Platz 10 (Platz 1: London, Platz 2: Paris, Platz 3: Berlin). Dies wird bei einem Streifzug durch die Stadt deutlich spürbar: Wer sich zwischen den Grachten verirrt und Passanten nach dem Weg fragen will, trifft sehr wahrscheinlich auf einen ebenso ahnungslosen Touristen. Sie drängen sich in Einkaufsstraßen und belebten Vierteln wie dem Leidseplein. Hier heißt es schlichtweg Geduld haben: Nicht zuletzt ist man selbst Tourist in den Niederlanden.
Tipp 3: Einen Regenschirm mitnehmen
In den Niederlanden herrscht angenehmes, mildes Seeklima mit zumeist warmen, aber wechselhaften Sommern vor. Noch mehr Regen bringt der Winter: Jeweils knapp 20 Regentage bringen Dezember, Jänner und Februar jeweils. Ganze 216 Regentage gibt es jährlich, im Vergleich zu Wien mit 186. Wer seinen Urlaub nicht ausschließlich in Museen verbringen will, sollte für Schlechtwetter gerüstet sein.
Tipp 4: Ein paar Brocken Holländisch lernen
Niederländisch gehört wie zum Beispiel Englisch, Deutsch und Jiddisch zur Gruppe der westgermanischen Sprachen. Somit ist Deutsch dem Niederländischen ähnlich, dennoch können Menschen ohne Niederländisch-Kenntnisse meist nur raten, was niederländische Phrasen bedeuten. Im niederländischen Schulsystem ist Deutsch weit verbreitet: 13-Jährige müssen als zweite Fremdsprache nach Englisch zwischen Französisch und Deutsch wählen. Dennoch bevorzugen viele Niederländer für Unterhaltungen das Englische. Punkten kann man sicherlich mit einigen Brocken Niederländisch: So heißt „Danke" „Dank u wel" und „Tschüß!" „Doei!"
Tipp 5: Eine Grachtenfahrt unternehmen
Amsterdam wird aufgrund seiner 1.200 Brücken häufig als „Venedig des Nordens" bezeichnet. Bei einer Grachtenfahrt lässt es sich ideal die typischen Amsterdamer Grachtenhäuser bestaunen. Zudem können Reisende bei einer Fahrt durch die Grachten das Amsterdamer Wahrzeichen, die Magere Brug, bestaunen. Es handelt sich um eine alte, im niederländischen Stil erbaute (Zieh-)Holzbrücke, die über die Amstel führt. Man erzählt sich, die Brücke wurde nach den Mager-Schwestern benannt, die auf entgegen gesetzten Seiten des Flusses lebten. Sie bauten die Brücke der Legende nach, um sich leichter besuchen zu können.
Tipp 6: Coffee Shop besuchen, solange es noch geht
Jugendliche Touristen fahren nicht zuletzt deshalb häufig nach Amsterdam, weil sie von der lockeren niederländischen Drogenpolitik angelockt werden. Auch in den Niederlanden ist Gras rauchen per Gesetz verboten, allerdings wird der „Genuss" von geringen Mengen Haschisch oder Marihuana durch Erwachsene ab 18 Jahren in den Coffeeshops geduldet. Seit 1976 stuft der niederländische Gesetzgeber Mengen von maximal fünf Gramm Haschisch für den Privatgebrauch als Ordnungswidrigkeit ein und sieht von einer Strafverfolgung ab. 300 Coffeeshops gibt es heute in Amsterdam, den meisten Einheimischen sind sie ein Dorn im Auge. Der Drogentourismus in den Niederlanden könnte bald Geschichte sein: Das oberste niederländische Gericht hat beschlossen, dass künftig nur mehr Niederländer in Coffeeshops weiche Drogen kaufen dürfen. Mit der Umsetzung der vom Kabinett beschlossenen Anti-Drogen-Maßnahmen soll nach dem Sommer begonnen werden.
Tipp 7: Kultur genießen
Zahlreiche Kulturangebote bietet die niederländische Hauptstadt: Von der wohl wichtigsten Amsterdamer Sehenswürdigkeit, dem Anne Frank-Huis in der Prinsengracht, bis zum Fotographie-Museum Foam in der Gabriël Metsustraat, der Stopera (Rathaus und Musiktheater) am Waterlooplein oder dem Rijksmuseum in der Jan Luijkenstraat, dürfte für jeden etwas dabei sein.
Tipp 8: Nichts tun
Und schließlich sollen auf Reisen auch Auszeiten nicht zu kurz kommen: Prima entspannen lässt es sich im größten Park Amsterdams, dem Vondelpark, aber auch vielen kleineren wie dem Sarphatipark, dem Westerpark oder auf der Wiese des Museumspleins.
Drei Insider-Tipps:
1. Don't believe the Internet. Auch Hostels mit guten Onlinewertungen können sich vor Ort als eher suboptimal erweisen.
2. Miete ein Fahrrad. Dafür wirst du mit einer guten Infrastruktur belohnt. Oder ...
3. ... kauf dir ein Öffi-Ticket. Ein Vier-Tage-Ticket ist mit 19,50 Euro relativ günstig zu haben.
Was du auf keinen Fall machen solltest:
1. Deutsch sprechen, in der Annahme, jeder Niederländer spräche Deutsch.
2. Sich negativ über das niederländische Königshaus äußern. Die meisten Niederländer stehen ihrem Königshaus positiv gegenüber.
3. Die Rechnung im Restaurant splitten wollen. Dies ist in den Niederlanden unüblich.
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