Der Guide für Moskau
Reisetipps für Moskau: Russlands Größe und Ruhelosigkeit erleben
Riesige Plätze, gewaltige Gebäude-Komplexe, an denen überdimensionale Werbeplakate angebracht sind – wenn man Moskau mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es dieses: groß.
Es ist eine Größe, die Macht ausstrahlt und neben der man sich als einzelner Mensch unglaublich klein vorkommt. Eine Größe, die überwältigt und in der man droht unterzugehen, wenn man sich nicht dem unbändigen Rhythmus der Stadt anpasst.
mokant.at hat sich in der riesigen Stadt für dich umgesehen, mit den folgenden Tipps bist du für den Moskau-Urlaub gerüstet:
Tipp 1: Lass dich überwältigen
Moskau ist eine moderne, lebendige Stadt, die nie zur Ruhe kommt. Wenn sie sich wandelt, dann radikal. Sie ist wie die russische Geschichte: Veränderungen passieren nicht durch Reformen, sondern durch Revolutionen. Nicht selten sind Bauten aus drei „Epochen“ der russischen Geschichte direkt nebeneinander zu sehen: goldene Türme der Zarenzeit, von Stalin gebaute Hochhäuser, Glashäuser der Moderne. Sie alle haben eines gemeinsam: sie sind eine Demonstration von Macht, der Weltstadt Moskau, der Weltmacht Russland. Eine Macht, die beeindruckt und erschreckt zugleich.
Tipp 2: Statte Lenin einen Besuch ab
Nicht nur die Gebäude in Russland sind gewaltig, sondern auch die Strecken, die man zurücklegen muss und das egal, wo man hinfährt. Die Größe Russlands gab keinen Anlass zum Platzsparen. Moskau ist wie eine einzige, unendliche Weite, mit vom Menschen willkürlich gesetzten Grenzen aus Straßen und Häusern.
Allein die Zeit, die man braucht, um den Roten Platz zu durchqueren reicht aus, um etwa den Kreml, die Basilius-Kathedrale, das Lenin-Mausoleum, die Kasaner-Kathedrale, das Einkaufszentrum GUM von außen zu bewundern. Sie alle sind es aber wert, auch von innen betrachtet zu werden, vor allem das Lenin-Mausoleum, die „Ruhestätte“ des 1924 verstorbenen Revolutionsführers.
Die Atmosphäre drinnen ist kühl, dämmrig und es herrscht Totenstille. Nicht, dass jemand verboten hätte zu sprechen, man spürt einfach, dass man es nicht tun sollte. In der Mitte eines mittelgroßen Raumes liegt der einbalsamierte Leichnam von Lenin. Durch das gelbliche Licht, das auf ihn scheint, wirkt das Gesicht unwirklich hell und gleichzeitig lebendig, als würde er jeden Moment die Augen aufschlagen und die Gestalten, die schweigend um ihn herum wandeln, verwundert ansehen. Es ist der letzte Rest eines Personenkultes, der von Stalin begonnen wurde und die ganze Zeit der Sowjetunion über andauerte. Damit der Leichnam nicht zerfällt, wird er zweimal wöchentlich von Wissenschaftern kontrolliert. Der Anzug, in den Lenin gekleidet ist, wird alle drei Jahre erneuert.
Tipp 3: Lauf mit dem Rhythmus der Stadt
Moskau ist keine Stadt, in die man schnell übers Wochenende fliegen kann. Dieses reicht nämlich nicht einmal ansatzweise aus, um sie kennen zu lernen.
Denn nicht nur für Spaziergänge sollte man viel Zeit einplanen, sondern auch für die stundenlangen U-Bahnfahrten. Für diese sollte man sich etwas zum Lesen mitnehmen, am besten ein Russisch-Lehrbuch. In anderen Ländern macht es vielleicht Eindruck die Landessprache zu können. In Russland ist es überlebensnotwenig!
Man sollte am besten schon vor dem Einstieg in die U-Bahn seinen Weg genau kennen. In der U-Bahn bleibt keine Zeit zum Trödeln. Die Züge fahren im 40 Sekundentakt, dennoch ist eine leere Station ein seltener Anblick. Und nicht nur die ewiglangen Rolltreppen fahren fast so schnell wie Achterbahnen. Die Geschwindigkeit, in der die Menschen gehen, ist zehnmal schneller als in Wien. Unbewusst schließt man sich dem Strom der Massen, die durch die U-Bahn laufen, an, und damit dem Rhythmus der Stadt. Und dieser ist schnell, unruhig, unbändig. Stehenbleiben scheint fast unmöglich. Man wird einfach mitgerissen vom Tempo, ein Gefühl, dass spannend und Angst einflößend zugleich ist.
Dabei würde es sich lohnen auch einmal stehen zu bleiben und sich umzublicken. Jede der Stationen ist ein Monument, ein Kunstwerk und ein Museum zugleich. Jede erzählt eine Geschichte, von Russland und der Zeit, in der sie gebaut wurde.
Tipp 4 : Erholen? Nach dem Urlaub
Moskau zehrt an den Lebenskräften. Die weiten Strecken und das schnelle Tempo sind anstrengend und machen müde. Um sich von einem anstrengenden Studien- oder Arbeitsjahr zu erholen, ist Moskau nicht der richtige Ort. Aber um etwas zu erleben, dafür sorgen die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, das ausgeprägte Nachtleben und einfach die ganz besondere Atmosphäre.
Drei Insider-Tipps:
1. Russisch lernen! Wirklich. Mit Englisch kommt man in Russland nämlich nicht weit.
2. Lange schlafen und nach 11 Uhr zur Sightseeing-Tour aufbrechen, dann hat man mehr Chancen auf einen Sitzplatz in der U-Bahn.
3. Bei den Einheimischen nach günstigen Lokalen erkundigen, direkt bei den Sehenswürdigkeiten ist es nämlich zehnmal teurer. Das Lokal Mu-Mu ist ein guter Tipp, Speisekarte ist aber nur auf Russisch (siehe Insider-Tipp 1).
Was du auf keinen Fall machen solltest:
1. Duzen. Ist in Russland nur unter guten Freunden üblich.
2. „Wow, ist das billig“ beim Essenkaufen denken. Dann gilt der Preis nämlich nur für 100 Gramm Fleisch. Für die Kartoffeln, den Salat und die Soße muss man jeweils extra zahlen.
3. Am Sonntag den Kreml oder ein Museum besuchen wollen. Mehrere Stunden in der Warteschlange sind garantiert!
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