11. Juli 2011 | Gesellschaft

Ran an die Stange!

 
elfenbein-poledance.at
Poledance als Sport liegt im Trend
Natalie Chrstos
Trainingssaal im Elfenbein-Studio

Vorbei die Schmuddel-Zeiten - Poledance mutiert zum Tanz „von Frauen für Frauen“

 

Spätestens seit sich Heidi Klum, Shakira und andere Stars für Poledance starkmachen, ist der akrobatische Sport zum Trend geworden. Landauf, landab eröffnen Studios, Frauen kommen in Scharen, wollen Spaß haben und nebenbei lernen, sich sexy zu bewegen. Was steckt hinter dem Trendsport? Geht es darum, weibliche Bewegung zu standardisieren, sexualisieren und instrumentalisieren, zugunsten eines männlichen Publikums? Oder ist es eine Art der Selbsterfahrung, die Beziehung zu seinem Körper zu verbessern, sich und seine Weiblichkeit besser kennenzulernen?

 

Was ist Poledance?

Der Stangentanz kommt ursprünglich aus dem Zirkus- und Artistikbereich und fand schnell Anklang in der Unterhaltungsbranche. In Kombination mit Striptease-Elementen in Klubs und Bars aufgeführt, oder als Zurschaustellung besonderer akrobatischer Tanzkünste – Poledance fasziniert die Zuschauer seit Jahrzehnten. Die Figuren an und um die Stange herum sind publikumswirksam, wie etwa die Kopfüber-Positionen. Die erfordern von den Tänzerinnen hohen Kraftaufwand; ein Trainingseffekt für den ganzen Körper stellt sich bereits nach einigen Einheiten ein. Wichtig ist darüber hinaus die Sicherheit während des Tanzens sowie ein ästhetisches Ergebnis.

 

Eine Stange, viele Assoziationen

Shannon Hancock betreibt das Studio „Elfenbein“, eines der der vielen neuen Wiener Poledance-Studios; der Kursbetrieb läuft seit knapp zwei Wochen. Die gebürtige Amerikanerin begründet das große Interesse an Poledance damit, dass es eine besondere Art der Bewegung und sehr vieles zugleich sei: sehr weiblich, sexy und weich, zugleich aber auch kraftvoll und stark. Auch immer mehr Männer probieren nun Poledance, da einige Elemente etwa mit Klettern oder Capoeira verglichen werden können. Shannon betont: „Mir ist es wichtig, dass ich innerhalb eines Kurses einen geschützten Raum für Frauen schaffen kann, damit diese sich frei und ohne Bedenken bewegen können.“ Das Wichtigste sei der Spaß an der Bewegung, sich einzulassen auf Neues, Unbekanntes.

 

It's Empowerment, Baby!

Shannon selbst hat Poledance vor knapp zwei Jahren für sich entdeckt und sich „sofort verliebt“. Die Kombination aus Körpertraining, selbstbewusster Leichtigkeit und erotischer Atmosphäre fasziniere sie bis heute. Shannon möchte auch zeigen, dass Poledance eine ernstzunehmende Sportart mit tänzerischen und akrobatischen Elementen ist. Sie plädiert für eine Image-Korrektur: „Raus aus der Schmuddelecke!“ lautet die Forderung. Viele Tänzerinnen und Trainerinnen sehen Poledance als eine besondere Art des Tanzes „von Frauen für Frauen“; so etwa die Amerikanerin Sheila Kelley der berühmten „S Factor“-Studiokette. Die Sinnlichkeit der Frau und die Kraft, die in ihrem Körper steckt, könne in diesem Sport besonders gut zum Ausdruck gebracht und weiterentwickelt werden.

 

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