Archiv

 
© Sammlung Humer Privatstiftung / Pressemappe Belvedere
Das Untere Belvedere zeigt etwa 90 Gemälde von Hans Makart

Belvedere und Wien Museum präsentieren das umfangreiche Werk Hans Makarts

 

Im Unteren Belvedere ist noch bis zum 9. Oktober 2011 eine Zusammenstellung der malerischen Werke von Hans Makart zu sehen. Die Ausstellung im Wien Museum, zu sehen bis 16. Oktober 2011, im Künstlerhaus widmet sich der vielschichtigen Wechselbeziehung zwischen dem „Malerfürst“, der Stadt Wien, sowie deren Gesellschaft.

 

Die beiden aktuell laufenden Ausstellungen möchten uns diesen besonderen Künstler, der Wien so wie es heute ist, mitprägte, vorstellen. Gleichzeitig soll Makart in den Kontext seiner Glanzzeit und seine Wirkbereiche eingebettet werden.

Private Collection / Pressemappe Belvedere
Hans Who? Makart!
Hans Makart wurde 1840 in Salzburg geboren und ging mit 18 Jahren nach Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste Wien zu studieren begann. Das Studium beendete er jedoch nicht, es wurde ihm zu wenig Talent bescheinigt. In München setzte Makart seine Lehrzeit bei einem berühmten Historienmaler fort, reiste in Europa herum, eher er 1869 nach Wien zurückkam, wo er auf Kosten des Staates ein Atelier und eine Wohnung zur Verfügung gestellt bekam. Makart holte sich für seine künstlerische Arbeit viel Inspiration aus seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Ägypten, Belgien, Spanien und Marokko führten. 1878 wurde Makart der Leiter der Spezialschule für Historienmalerei an der Akademie.

Wiener Décadence

Als Höhepunkt kann die Organisation und Durchführung des Festzuges anläßlich der Silbernen Hochzeit des Kaiserehepaares Franz Joseph und Sisi im Jahr 1879 gesehen werden. An diesem Festzug nahmen mehrere hundert Protagonisten teil, zahlreiche Skizzen sind im Wien Museum zu sehen.

Als Maler und Ausstatter war Makart in Wien und darüber hinaus eine bekannte Persönlichkeit. Sein berühmt-berüchtigtes Atelier wurde Schauplatz vieler Feste, an denen die Celebrities der damaligen Zeit teilnahmen. Es galt als hip, einzelne Räume von ihm dekorieren zu lassen. Kennzeichen des „Makart“-Stils sind Pomp, Plüsch, schwere Wandbehänge und wuchtige Kronleuchter.

 

© Belvedere Vienna / Pressemappe Belvedere
 Makart hatte auch Einfluss auf die Theater- und Operninszenierung seiner Zeit, er war ein Vorbild in Sachen Ästhetik und Design. Er beschritt neue Wege, was gerade die Offenheit der Gründerzeit begünstigte. Malerische Vorbilder Makarts waren Tizian und Rubens, Sinnlichkeit und Pathos spielen in seinen Gemälden eine besonders wichtige Rolle. Vor allem sein Zyklus „Die fünf Sinne“ (1872–1879) veranschaulicht dies sehr gut. Makart war zweimal verheiratet und starb 1884, mit nur 44 Jahren an den Folgen einer Syphilis-Infektion. Makart erhielt ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof und eine Gasse, die Akademie der bildenden Künste berührend, wurde nach ihm benannt. Mit seinem Tod sollte eine ganze Ära zu Ende gehen, der Jugendstil - und mit ihm ein gänzlich neuer Geschmack - brach an. Anfang des 20. Jahrhunderts verlor Makart an Bedeutung, doch heute kann (wieder) mit Respekt vor seinem Schaffen von ihm gesprochen werden. Die beiden Ausstellungen leisten ihren Beitrag dazu und sind mehr als nur eine Augenweide

Link dazu ...
Webpräsenz zur Ausstellung

Bericht von

Bilder von Pressemappe Belvedere, Sammlung Humer Privatstiftung, Belvedere Vienna

Erzähle von uns:


 

Kommentare (0)






Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. / Bildagentur Zolles; Fotograf: Markus Wache
Wie man eine richtige Hofdame wird, lernt man in Schönbrunn
mkant.at collage > foto: (c) thimfilm.at
Mika Kaurismäkis
Mama Afrika im Filmriss