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Die Ausstellung zeigt 23 auf Originalgröße replizierte Gemälde von Leonardo da Vinci
Vor kurzem startete in Wien eine Ausstellung, die sich Leonardo da Vinci widmet. Bis 2. Oktober 2011 sind 23 seiner Werke in der Wiener Minoritenkirche zu sehen.
Heute würde man über Leonardo da Vinci als Allround-Genie sprechen, denn er war nicht nur Maler, Bildhauer und Architekt, sondern auch erfinderisch, anatomisch, mechanisch und philosophisch begabt und tätig. Er wurde 1452 etwa 30 Kilometer von Florenz entfernt und als uneheliches Kind eines Notars und einer Magd geboren. Florenz blieb er sein Leben lang treu und verbunden. Da Vincis Kindheit und Leben waren von materieller Armut geprägt,
doch schon früh zeigte er eine besondere künstlerische Begabung, die die
ganze Welt bereichern sollte.

Das Besondere an der Ausstellung
Wer sich für Leonardo da Vincis Werk interessiert, hat nun die Möglichkeit, 23 replizierte Gemälde, die sonst über die Museen der Welt verstreut sind, in chronologischer Reihenfolge zu sehen. Das macht es auch leichter, die Entwicklung des großen Künstlers nachzuvollziehen. Angefangen mit der „Taufe Christi“, über das „Letzte Abendmahl“, bis zur „Mona Lisa“ – all diese bekannten Werke Leonardo da Vincis sind ebenfalls in der Wiener Minoritenkirche zu sehen. Das ist deshalb passend, ist diese Kirche doch die Italienische Nationalkirche und traditionsreichste Vereinigung italienischer Katholiken in Wien. Aber nicht nur der religiöse Dienst, auch die Pflege der italienischen Sprache und Kultur wird hier betrieben.
Untermalt werden die Werke von den teils abenteuerlichen Geschichten, die diese Gemälde begleiten. Ein zusätzlicher Gewinn ist, dass Leonardo da Vincis musikalische Werke, welche von zwei zeitgenössischen Musikern rekonstruiert und aufbereitet wurden, im Rahmen der Ausstellung eingespielt werden.

Anders als andere Renaissancekünstler
Leonardo da Vinci ging bei einem der bedeutendsten Florentiner Bildhauer und Maler seiner Zeit, Verrocchio, in die Lehre. In dessen Atelier lernte und arbeitete er einige prägende Jahre. Auch später lebte und arbeitete da Vinci mit Berufskollegen zusammen, darunter auch Sandro Botticelli und Pietro Perugino.
Auch als Mensch war da Vinci auffallend, er kleidete sich extravagant und war, nach heutigen Kategorien, homosexuell. Seine Liebe zu Männern brachte ihm Ende der 1470er Jahre eine Anklage wegen Sodomie ein, doch da Vinci wurde freigesprochen. Leonardo da Vinci besaß auch Kenntnisse, die ihn zu Erfindungen im Bereich der Militärtechnik befähigten: so wurde teilweise erst nach seinem Tod Skizzen von Kriegsmaschinen, Flugmaschinen und sogar einem Taucheranzug für den Unterwasserkampf gefunden und verstanden.
Zusätzlich war er überaus originell und handelte auch rasch als die Pest Mailand bedrohte. Er erkannte einen direkten Zusammenhang zwischen Hygiene und der Krankheit, weshalb er eine Art Müllabfuhr organisierte und damit die Lebensqualität in der Stadt wesentlich verbessern konnte. Ebenfalls in Mailand war er Organisator für Feste und Zeremonien am Hof,
gestaltete Bühnenbilder und Kostüme – so kam auch die Unterhaltung kam in seinem Leben nicht zu kurz. Die letzten zwei Jahre seines Lebens
verbrachte Leonardo da Vinci in einem französischen Schloss an der Loire, wo er 1519 starb.
Die Ausstellung kann Montag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr besucht werden, an Wochenende von 10 bis 16 Uhr (Samstag) und von 13 bis 18 Uhr (Sonntag) und kostet für Erwachsene 7 Euro, für Kinder 4 Euro.
Mehr dazu ...
Aufgeblättert: Der Maler des Verborgenen
Link dazu ...Webpräsenz zur Ausstellung
Bericht von
Bilder von EMS Exhibits und Natalie Chrstos




























