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Schweig wenn du sprichst„Schweig wenn du sprichst“ istVerschuerens erster Roman

„Schweig wenn du sprichst“ von Roel Verschueren unter der Lese-Lupe

 

Verschueren ist ein in Belgien geborener und in Wien lebender Autor, freier Übersetzer und Journalist. Sein Debütroman geht sofort in die (Un-)Tiefen einer Familie und deckt Verschwiegenes und Ungesagtes aus der Nazi-Zeit auf.

 

Victor ist ein Mann mittleren Alters, der aus Belgien stammt und mit seiner etwas jüngeren Freundin Lilly in Wien lebt. Bald werden die beiden Eltern der gemeinsamen Tochter Moira und für Victor beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Doch anstatt offen und unbelastet in die Zukunft zu blicken, versetzt ihn ein zufällig gefundener Brief im Haus seiner Mutter in die Vergangenheit. Das Schriftstück stammt aus dem Jahr 1942, da befand sich Europa mitten in einem großen und verheerenden Krieg. Doch was hat sein Vater, damals ein junger Mann, mit dem Nationalsozialismus zu tun?

 

mokant.at > foto: natalie chrstos

Verdeckte (Familien-)Geschichte
Victor recherchiert erstaunt nach und erfährt, dass sein Vater als Teil einer flämischen Legion, mit Nazi-Deutschland kollaborierend und gegen den Kommunismus kämpfend, nach Österreich reiste und dort eine Ausbildung absolvierte. Aber Victor stößt schnell an die Grenzen des Sprachlichen und Sagbaren. Weder seine Mutter, noch andere Verwandte im Alter seiner Eltern können oder wollen ihm davon erzählen, welche Verbindung es zum nationalsozialistischen Österreich gegeben hat.

Mit jeder Seite tauchen wir tiefer in Victors spannende Familiengeschichte ein. Parallel dazu haben wir an seinem Alltag als frischgebackener Familienvater und freischaffender Autor teil. Auch die Reserviertheit seiner ländlichen Schwiegereltern

bringt der Leser in Erfahrung.

Intelligenter, besonders naher Protagonist

Die Art, wie Victor seine neue Heimatstadt Wien, seine liebevolle Beziehung zu Lilly und Tochter Moira beschreibt, unterbricht die historische Detektivarbeit keineswegs, sondern verkomplettiert das Bild eines Protagonisten, der dem Leser durch seine Intelligenz und Feinfühligkeit besonders sympathisch und realistisch vorgestellt wird. Die Aufarbeitung einer unbekannten Familienvergangenheit und die Annäherung an einen undurchsichtigen Vater ist hier literarisch besonders elegant und mitreißend gelungen. Verschuerens erster Roman macht eindeutig Lust auf Mehr, ich würde gerne wieder einmal von Victor lesen.

 

Aufgeblättert nachlesen ...
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Aufgeblättert: Lesen statt Lernen
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Aufgeblättert: „Der Bro Code“
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