15. März 2011 | Meinung
Männerfreundschaft in schwierigen Zeiten
„Mein bester Feind“: Die Story zweier unterschiedlicher Männer
„Mein bester Feind“
Ö 2010, 106min
„Mein bester Feind“ erzählt die Geschichte zweier Männer, die einst beste Freunde waren und nun gegeneinander, aber doch, Seite an Seite kämpfen, doch jeder für etwas anderes. Der eine kämpft heute mit allen Mitteln ums Überleben, der andere um Anerkennung und das Gefühl, jemand zu sein.
Der Zweite Weltkrieg entzweit die einst unzertrennlichen Gefährten: Rudi Smekal (Georg Friedrich) lässt sich für die Nationalsozialisten begeistern, während Victor (Moritz Bleibtreu) als Mann mit jüdischer Abstammung in ein KZ kommt. Bei einer Fahrt nach Berlin jedoch werden die Rollen getauscht: Rudi nimmt den Platz seines besten Freundes ein, während Victor zum SS-Mann wird ...
Österrichische und deutsche Starbesetzung auf der Leinwand
Pro: Michelangelo und die Nazis
Wolfgang Murnberger ist mit dem Film „Mein bester Feind“ gelungen, sich an das schwierige und schon vielfach in Literatur und Film thematisierte Kapitel des Nationalsozialismus auf die etwas andere, aber äußerst geniale Art zu nähern. Die Geschichte um die Freundschaft zwischen einem wohlhabenden Juden und einem zum Nationalsozialismus übergelaufenen Arier lässt dem Zuseher in regelmäßigen Abständen den Atem stocken, entlockt ihm aber zur Entschädigung immer wieder auch herzhafte Lacher. Es bleibt dem Kinobesucher absolut keine Wahl, als sich 106 Minuten lang auf die Seite Victors zu schlagen und inständig zu hoffen, die Verwechslung möge nicht aufgedeckt werden, der echte Michelangelo nicht in die Hände der Nazis fallen und die gesamte Sache ein gutes Ende nehmen. Selten, dass es einem Film gelingt, so starke Sympathien für die eine Figur und Antipathie für die andere zu wecken, aber dieser Umstand macht den Film spannend, unterhaltsam und menschlich. Bis zur letzten Minute bleibt der Film spannend und ist sowohl ein Muss für Kinofans, die Humor suchen, als auch für jene, die Spannung brauchen. Bitte gerne mehr solcher Filme auf der Leinwand!
Contra: Frauenfigur mit wenig Tiefe
Die Story des Films ist großartig und auch die Darsteller haben mehr als nur ihr Bestes gegeben. Trotzdem wäre von der Figur der Lena mehr erhofft gewesen, was entweder an der literarischen Vorlage oder an der Drehbuch-Adaption liegt. Es ist eine leise Geschichte des Leidens, die Lena erzählen möchte, aber nicht dazu kommt. Ihr wird nicht der wichtige Raum gegeben, den sie hätte haben können. Denn Lena steht zwischen zwei Männern, wobei sie einen liebt und den anderen einfach nur sehr gern hat. Als die politische Lage alles verändert, steht sie vor einer Situation, in welche sie nie kommen wollte: während Victor in einem KZ ums Überleben kämpft, versucht sie den ihr überschriebenen Besitz der Familie zu halten und nicht in die Hände der Nazis fallen zu lassen. Nebenbei steht sie als Funkerin im Dienst der Wehrmacht. Diese spezielle weibliche Sicht der Geschichte hätte eine Vertiefung verdient, Lenas Gedanken hätten ausformuliert werden können, doch dann wären die Zuseher wohl länger als die ohnehin schon langen 106 Minuten im Kino gesessen.
Wolfgang Murnberger ist mit dem Film „Mein bester Feind“ gelungen, sich an das schwierige und schon vielfach in Literatur und Film thematisierte Kapitel des Nationalsozialismus auf die etwas andere, aber äußerst geniale Art zu nähern. Die Geschichte um die Freundschaft zwischen einem wohlhabenden Juden und einem zum Nationalsozialismus übergelaufenen Arier lässt dem Zuseher in regelmäßigen Abständen den Atem stocken, entlockt ihm aber zur Entschädigung immer wieder auch herzhafte Lacher. Es bleibt dem Kinobesucher absolut keine Wahl, als sich 106 Minuten lang auf die Seite Victors zu schlagen und inständig zu hoffen, die Verwechslung möge nicht aufgedeckt werden, der echte Michelangelo nicht in die Hände der Nazis fallen und die gesamte Sache ein gutes Ende nehmen. Selten, dass es einem Film gelingt, so starke Sympathien für die eine Figur und Antipathie für die andere zu wecken, aber dieser Umstand macht den Film spannend, unterhaltsam und menschlich. Bis zur letzten Minute bleibt der Film spannend und ist sowohl ein Muss für Kinofans, die Humor suchen, als auch für jene, die Spannung brauchen. Bitte gerne mehr solcher Filme auf der Leinwand!
Contra: Frauenfigur mit wenig Tiefe
Die Story des Films ist großartig und auch die Darsteller haben mehr als nur ihr Bestes gegeben. Trotzdem wäre von der Figur der Lena mehr erhofft gewesen, was entweder an der literarischen Vorlage oder an der Drehbuch-Adaption liegt. Es ist eine leise Geschichte des Leidens, die Lena erzählen möchte, aber nicht dazu kommt. Ihr wird nicht der wichtige Raum gegeben, den sie hätte haben können. Denn Lena steht zwischen zwei Männern, wobei sie einen liebt und den anderen einfach nur sehr gern hat. Als die politische Lage alles verändert, steht sie vor einer Situation, in welche sie nie kommen wollte: während Victor in einem KZ ums Überleben kämpft, versucht sie den ihr überschriebenen Besitz der Familie zu halten und nicht in die Hände der Nazis fallen zu lassen. Nebenbei steht sie als Funkerin im Dienst der Wehrmacht. Diese spezielle weibliche Sicht der Geschichte hätte eine Vertiefung verdient, Lenas Gedanken hätten ausformuliert werden können, doch dann wären die Zuseher wohl länger als die ohnehin schon langen 106 Minuten im Kino gesessen.





















































