25. März 2011 | Meinung

Editorial vom 25. März 2011

mokant.at montage > foto: peter unterthurner
Julia Staller ist CvD, Stv. Chefredakteurin und Leiterin des Gesellschaftressorts bei mokant.at

Liebe Leserin,

lieber Leser!

 

Die Verfasserin dieses Editorials hat keine Ahnung, mit welcher Botschaft sie sich heute an dich wenden soll. Ihr Kopf ist nämlich leer. Da ist nichts. Gaga. Nur dieses verdammte Lied von den Kills. Und Sonnenschein. Und Wochenende. Aber sonst wirklich nichts.

Das wird wohl mit dem Frühlingsbeginn zusammenhängen, redet sich die Verfasserin dieses Editorials einfach mal so ein. Immerhin war der am Montag und noch dazu fiel er mit dem ersten Geburtstag von mokant.at zusammen. Da kann es nicht verwundern, dass sich Schmetterlinge im Bauch melden und dem Kopf Sendepause verordnen. Wer würde schon diese bequeme Position aufgeben, nur um sich was ganz Schlaues für's Editorial aus den Fingern zu saugen? Das wäre so, wie wenn ein Manager mit einem Jahresgrundgehalt von 196.000 Euro sagen würde: „Hey, ich mach einer besser qualifizierten Frau den Platz frei.“ Undenkbar.

Das bringt im Interview ja schon Petra Unger auf den Punkt, die Sprecherin der Plattform „AUS!“, also genau jener Plattform, die letztes Wochenende unglaubliche 15.000 Menschen auf die Wiener Ringstraße brachte, um für Frauenrechte zu demonstrieren. Also dass Männer ihre bequeme Position nicht aufgeben wollen, bringt sie gut auf den Punkt, über meine Frühlingsgefühle verliert sie kein Wort. Und Petra Unger appeliert an die jungen Männer da draußen: Werdet doch auch pro-feministisch aktiv! Ab und zu Geschirr abzuwaschen, ist zwar nett von euch, macht unsere Gesellschaft jetzt aber auch nicht wirklich gerechter.

Übrigens fehlende Gerechtigkeit: Nächste Woche erwartet dich eine spannende Reportage von Sofia Khomenko. Sie hat sich gefragt, ob Mädchen mit ausländisch klingenden Namen die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt haben wie Mädchen mit heimisch klingenden Namen. Preisfrage vorab an dich, liebe Leserin und lieber Leser: Was meinst du – haben Unternehmen Sofia Khomenko eher positiv geantwortet, wenn sie sich mit Anna oder mit Aysun beworben hat? Die Lösung gibt es nächste Woche hier auf mokant.at

Jetzt, wo die Verfasserin noch einmal ihr Editorial liest, wird ihr eines klar: Auch, wenn der Kopf leer sein sollte und sie die Frühlingsgefühle in ihrem Bann haben, mokant.at beflügelt den Geist. (Jaja, du erwartest doch nicht etwa von mir, dass ich mir jetzt auch noch einen brandneuen Werbeslogan ausdenke?)

Wir lesen uns,
Julia Staller

Stv. Chefredakteurin

 

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