16. Dezember 2010 | Meinung

Aufgeblättert: Noch mehr Geschenketipps

mokant.at > foto: jelena vasiljevic
Weihnachtsgeschenke für Hawkings-Fans und Coelho-Leser

Geschenketipps für das Fest der Liebe

Das Fest der Liebe und des Friedens (zumindest für die, die nicht mit ihrer Familie feiern müssen) rückt immer näher. Das Vorhaben sich dieses Jahr wirklich keinen Stress mit der Besorgung von Geschenken zu machen, hat sich in Luft aufgelöst. Jene mit einem grausamen Sinn für Humor sind schon längst am stricken, basteln oder backen, um ihre Liebe (oder doch Aggression) mit selbstgemachten Geschenken zu demonstrieren. Alle anderen müssen den Kampf wagen und sich todesmutig in das Einkaufsgetümmel begeben. Außer sie entschließen sich ihren Beitrag zur Verbesserung der österreichischen Bildungssituation zu leisten und verschenken Bücher zu Weihnachten, denn die lassen sich bequem von daheim online bestellen. Hier zwei Anregungen für planlose Geschenkesuchende:

 

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Es hat geknallt! Aber wo, wie und vor allem warum?
Seit jeher beschäftigt die Menschheit die Frage nach dem Ursprung des Universums. Antworten hat sie unter anderem in der Religion, Philosophie und Physik gesucht. Letztere erlebte aufgrund technischer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten einen Aufschwung an Popularität. Das Interesse an physikalischen Antworten auf die großen Fragen des Universums ist zu einem beträchtlichen Teil an den Namen Stephen Hawking gekoppelt. Allen, an der Thematik Interessierten seien seine Werke wie „Eine kurze Geschichte der Zeit“ oder „Das Universum in der Nussschale“ empfohlen. Kosmologie-Begeisterte, die auch sein im Herbst erschienenes Buch „Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums“ längst verschlungen haben, können aber auch bei Autoren wie Rüdiger Vaas neue Erkenntnisse aus der Welt der kosmologischen Wissenschaft nachlesen. Vaas beschäftigt sich in seinem Buch „Hawkings neues Universum. Wie es zum Urknall kam“ nicht nur mit den bedeutendsten Theorien zur Erklärung der Entstehung des Weltalls. Der Wissenschaftsjournalist stellt unsere Vorstellungskraft auf die Probe, provoziert uns dazu Undenkbares zu denken und versetzt uns in Staunen, wenn er unsere Ideen von Raum, Zeit und Materie in Frage stellt. Zusätzlich bringt er dem Leser Forschungsarbeiten berühmter Physiker näher, allen voran diejenigen von Hawkings und handelt in chronologischer Reihenfolge die wichtigsten Erklärungsmodelle des Universums ab. Das Buch ist die perfekte Lektüre für alle, die sich einerseits für die Person Stephen Hawking interessieren und andererseits an dem Abenteuer, die Frage nach dem Ursprung des Seins zu beantworten, teilhaben wollen. Bloß endgültige Antworten darf der Lesende am Ende der Lektüre nicht erwarten, denn die Wissenschaft vom Ursprung des Universums ist noch voller Konjunktive: „Der Urknall könnte der absolute Anfang sein oder aber ein Übergang – womöglich einer unter unendlich vielen.“


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Der Autor verwandelt sich in den Protagonisten
Ähnlich mysteriös wie das Universum und ebenso spannend ist die Persönlichkeit des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho. Fernando Morais hat diesem Umstand Tribut gezollt und eine Biographie über den Schöpfer bekannter Bücher wie „Auf dem Jakobsweg“, „Der Alchimist“ oder „Veronika beschließt zu sterben“ verfasst. „Paulo Coelho de Souza kam in der regnerischen Nacht zum 24. August 1947, dem Tag des heiligen Bartholomäus, in dem Mittelschichtsviertel Humaitá in Rio de Janeiro in der Klinik São José zur Welt. Als Totgeburt.“ Es wird in jener verregneten Nacht nicht das letzte Mal sein, dass Coelho mit seinen Lebensentscheidungen die Menschen überrascht, verwirrt oder schockt. Es gehört zu seiner Persönlichkeit die Extremen des Daseins zu erforschen und ungewöhnliche Wege zu gehen. Morais hat die Geschichte dieses ungewöhnlichen Mannes auf Papier gebracht und dabei seine Eigentümlichkeiten, Tieflagen und dunklen Seiten nicht ausgelassen. Grundlage für das Buch waren dem Journalisten über 200 Tagebucheinträge und 100 Tonbandaufnahmen des Schriftstellers, die ursprünglichen nach dem Ableben Coelhos vernichtet werden sollten. Auf fast 700 Seiten bringt Morais dem Leser die Biographie eines Verwandlungskünstlers näher, der Erfahrung als Musikproduzent, Hare Krishna Anhänger, Pornodarsteller ebenso wie als Psychiatriepatient, Pilger und Autor aufweisen kann. „Der Magier“ liest sich mindestens genauso spannend wie die Romane des Künstlers selbst und darf im Bücherregal keines Coelho-Lesers fehlen. Wie auf dem Buchumschlag zu lesen steht, ist der Meister selbst ein Fan seiner eigenen Biographie: „Fernando Morais` Biographie ist großartig, vorbildlich und voller Überraschungen, selbst für mich.“

 

Bereits im Frühjahr 2011 meldet sich der Schriftsteller auch selbst wieder mit einem neuen Roman zu Wort und alle Coelho-Begeisterten dürfen sich auf „Schutzengel“ in ihrem Osternest freuen.

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