16. Dezember 2010 | Meinung

Filmriss: Trash und heiße Frauen

filmstarts.de
„Machete“: Sarkasmus, Gewalt und heiße Frauen inklusive

Filmriss Pro und Contra: „Machete“ Actionfilm, USA, 2010

 

Machete Cortez (Danny Trejo) ist ein Mann, der durch die Straßen irrt, auf der Suche nach Arbeit. Da kommt ihm der Auftrag von Michael Booth (Jeff Fahey) gerade recht. Machete soll denn rassistischen Senator McLaughlin (Robert De Niro) töten. Doch während des Attentatversuchs läuft so einiges schief: Machete wird angeschossen, von Booths Männern ... Der Film basiert auf einem Fake-Trailer aus dem Quentin Tarantino und Robert Rodriguez Streifen „Planet Terror“. Machete ist nicht nur der Name des Hauptcharakters, sondern auch ein Lehnwort aus dem Spanischen, welches ein starkes, dickes Messer bezeichnet. Genau dieses Messer ist Machetes Begleiter auf seiner Tour.

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Kultverdächtig oder einfallslos?
Pro: Trash, Waffen und heiße Frauen
Machete ist ein Trash-Film voller Gewalt, Blut, Rassismus und Sarkasmus. Rodriguez spielt mit Stereotypen: Senator Mc Laughlin als der weiße, rassistische Mann, der mit illegalen Einwanderern kurzen Prozess macht und sie bereits an der Grenze erschießen lässt, oder sogar selbst zur Waffe greift. Booth, der Machete engagiert, um die rassistische Linie vom Senator zu unterstützen. Es soll so aussehen, als hätte ein illegaler Einwanderer versucht den Senator zu töten. Der weiße Mann, der korrupt und gierig ist. Booths Tochter (Lindsay Lohan) ist eine aufsässige, junge Frau mit einem Drogenproblem. Dies erinnert stark an Lohans Privatleben. Sartana Rivera (Jessica Alba) ist Polizistin, zunächst arbeitet sie gegen die illegalen Einwanderer. Doch das Blatt wendet sich als sie Machete näher kennen lernt. Auf den ersten Blick mögen die Charaktere stumpf und eindimensional wirken. Doch genau das sind sie nicht, immer wieder nehmen sich die einzelnen Figuren selbst auf den Arm, betrachten sich und andere mit Ironie und Sarkasmus. Was man sieht, ist nicht das, was gesagt wird. Bei Machete muss zwischen den Zeilen gelesen werden. Erst dann wird die Kritik, die Rodriguez unterschwellig inszeniert, offensichtlich. Die Dialoge sind spärlich, vor allem Machete spricht nur in gewissen Momenten, denn: „Machete don't text.“ Gerade diese Dialoge gepaart mit dem trashigen Ambiente machen diesen Film so unglaublich amüsant und unterhaltsam. Die harte Kritik die dahinter steckt, wird einem erst nach dem Film bewusst. Macht das nicht gute Filme aus? Während dem ansehen wird man unterhalten, danach wird einem dann die Aussage und die Kritik klar. Machete hält der amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vor, ohne Rücksicht und ohne Beschönigungen – auf Rodriguez-Art eben.

Contra: Immer das Gleiche
Machete erinnert an ältere Filme von Rodriguez, wie „El Mariachi“ oder „Planet Terror“. Rodriguez Filme verlaufen stets nach dem gleichen Muster und man erkennt nach den ersten fünf Sekunden, dass es sich hierbei nur um einen Rodriguez Film handeln kann. Machete ist jedoch noch viel trashiger, rassistischer und blutiger als andere Filme von Rodriguez. Die Charaktere und die Geschichte wirken Schwarz/Weiß. Es gibt nur gut und böse und Zahn um Zahn. Gewalt und Rache als Antwort auf alles. Dennoch ist die Geschichte komplex, viele Charaktere, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Der Zuschauer bekommt die Auflösung häppchenweise. Die Story geht schleppend voran, die Dialoge sind spärlich und pathetisch. Doch von Minute zu Minute spitzt sich die Situation mehr zu, bis es am Ende zu einem großen Showdown kommt. Ein großer Kampf: Illegale Einwanderer gegen die Weißen. Wer hätte das gedacht? Mit vielen Explosionen, Blut und allem was das Action-Herz begehrt. Aber Achtung: Nichts für schwache Nerven, abgehackte Körperteile werden in diesem Film im Sekundentakt gezeigt. Doch trotz komplexer und verwirrender Geschichte ist der Ausgang klar erkennbar, schließlich verlaufen diese Filme immer gleich. Ein typischer Rodriguez-Film? Auf jeden Fall!
Rezension von
Petra Gschwendtner

Fotos: filmstarts.de

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