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Das Internationale Literaturfestival
Sprachsalz ging heuer in seine achte Runde
Sprachsalz hat sich inzwischen zu einem Fixtermin im Kalender für
kulturell Interessierte entwickelt, bis über die Grenzen Österreichs
hinaus. Zahlreiche Autoren und Autorinnen von internationalem Rang wie
Frank McCourt (unter anderem Die Asche meiner Mutter), Markus
Werner und auch lokale Größen wie Felix Mitterer oder Raoul Schrott
lasen bereits auf den Sprachsalz-Lesebühnen. Neben moderierten
Autorengesprächen und Lesungen im Freien wird jedes Jahr auch in der
Wäscherei P des Psychiatrischen Krankenhauses gelesen. Durch freien
Eintritt und vielfältiges Programm wird so eine Literaturveranstaltung
auch für Jugendliche interessant gemacht, die den Begriff bis dato wohl
doch eher ausschließlich mit Zelten und lauter Musik verbunden haben.
Auf Liebe und Beats folgt Taubenvergifter
Traditionell wurde das Literaturfestival mit der Lesung einer Tiroler
Autorin, in diesem Jahr von Erika Wimmer, eröffnet. Das Programm
präsentierte sich vielfältig, experimentell doch auch traditionell.
Hettie Jones, eine Schlüsselfigur in der Szene der Beat-Literatur der
1950er Jahre, war ebenso zu Gast wie der Wiener Literat, Musiker und
Kabarettist Georg Kreisler. Letzterer hat sich vor allem in den 1950ern
und 1960ern mit seinen makaberen und teils auch umstrittenen Chansons
wie „Geh'n ma Taubenvergiften im Park“ einen Namen gemacht. Die zwei
traditionellen Überraschungslesungen wurden in diesem Jahr von Michael
Lentz und von Gerhard Rühm mit seiner Frau Monika Lichtenfeld gehalten.
Früh übt sich
Doch dass auch die jüngere Generation literarisch nicht untätig bleibt,
bewies die junge deutsche Königin des Poetry Slams Peh (Paula Gelbke).
Ganz der oralen Dichtkunst verschrieben, präsentierte sie lautstark und
flüsternd-verträumt unter anderem Auszüge aus ihrem neuesten Werk
„Angeschossen“. Das österreichische Literatur-Allroundtalent Franzobel,
auch bereits seit seinen Zwanzigern aktiv, gab genreübergreifend Texte
aus seinen brandneuen und älteren Texten zum Besten. Dabei bekamen vor
allem in den neueren Machwerken Politiker aus Finanz- und
Ausländerpolitik ordentlich ihr Fett weg. Seitenhiebe auf verstorbene
Landeshauptmänner inklusive.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb das krankheitsbedingte Fernbleiben des
Deutschen Carl Weissner, seines Zeichens Schriftsteller, Übersetzer und
naher Freund des verstorbenen Charles Bukowski. Die Texte von Weissner,
der auch sämtliche Liedtexte von Frank Zappa und Bob Dylan übersetzte,
wurden jedoch von niemand geringerem als FM4-Mann Fritz Ostermayer
gebührend gelesen.
Sprachsalz bewies auch heuer, dass sich Festivals und Literatur nicht unbedingt ausschließen müssen. Ein etwas stärkerer Jugendbezug mit mehr zeitgenössischen, jungen AutorInnen würde die Veranstaltung für Schüler und Studenten jedoch noch interessanter machen. Nichtsdestoweniger besticht das Team rund um Veranstalter Heinz D. Heinzl Jahr um Jahr mit einer großen Bandbreite von lesens- und hörenswerter Literatur.
Nächsten Dienstag erscheint auf mokant.at ein am Literaturfestival Sprachsalz gehaltenes Interview mit dem österreichischen Literaturstar Franzobel.
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Sprachsalz
Franzobel
Peh (Paula Gelbke)
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Titelbild: flickr.com/Horia Varlan (CC)




























