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Voves muss bis Sonntag zittern: Bleibt er Landeshauptmann?

Das Wahlkampf-Finale in der Steiermark –

von „Gut so“- bis „Mehr Heimat“-Parolen

Von 1945 bis 2005 konnte die Österreichische Volkspartei (ÖVP) in der Steiermark den Landeshauptmann stellen. Das wandelte sich 2005 radikal: Die SPÖ ging erstmals als stimmenstärkste Partei hervor und Spitzenkandidat Franz Voves wurde Landeshauptmann. Auf Voves' Leistung setzt man auch beim aktuellen Wahlkampf: „Gut so. Weiter so“ ist auf SPÖ-Plakaten zu lesen. Im Wahlprogramm „12 Ziele für die Steiermark“ fordert die SPÖ die Verkleinerung des Landtags, sieben Regionalverwaltungszentren statt sechzehn Bezirkshauptmannschaften, die neue Mittelschule und eine steirische Lehrlingsoffensive.
mokant.at collage > fotos: stvp.at, screenshot: stmk-wahl.at, bzoe-steiermark.at, flickr.com/diegruenensteiermark, www.kpoe-steiermark.at, screenshot: christlicheparteiösterreichs.at
Von ÖVP bis CPÖ: Alle kämpfen um Stimmen in der Steiermark
Heimatgefühl
Traditionell rote Ortschaften zu erobern wird für die zweite Großpartei, die ÖVP, freilich schwer. Bei den Gemeinderatswahlen im März allerdings verloren rote Hochburgen wie Kapfenberg gar 20,7 Prozent der Stimmen. Die Wähler will die ÖVP mit Werten wie „Handschlagqualität“, Heimatliebe und Verlässlichkeit gewinnen. Unter dem Titel „Wege für die Steiermark“ wurde ein Parteiprogramm entworfen, das für mehr Arbeitsplätze, mehr Sicherheit und mehr Nachhaltigkeit eintritt.

Auf ein ähnliches Pferd setzt man bei der FPÖ. „Wir sind Heimat!“, steht in weißen Lettern auf den Wahlplakaten des Spitzenkandidaten Gerhard Kurzmann. „Mehr Sicherheit“, „mehr Freiheit“ und „mehr Heimat“ sind die großen Themen der Freiheitlichen Partei. „Arbeitsplätze zuerst für die heimische Bevölkerung!“, fordert die Partei. Für Aufsehen sorgte das Online-Spiel „Moschee Baba, bei dem der Spieler Muezzins und Minarette per Stopp-Schild „verbietet“. „Die Steiermark ist voller Minarette und Moscheen! Damit das nicht geschieht: Am 26. September Dr. Gerhard Kurzmann und die FPÖ wählen!“, erscheint nach Ende des Spieles. Die Staatsanwaltschaft Graz hat das Spiel inzwischen verboten, mehr als 200.000 Zugriffe konnte die laut Bundespräsident Heinz Fischer „wirkliche Geschmacklosigkeit“ dennoch verbuchen.

Neues Klima
Heimatverbundenheit ist auch das schlagende Thema des BZÖ. Auf den Wahlplakaten sitzt Spitzenkandidat Gerald Grosz in rot-weiß-kariertem Hemd und Lederhose auf einem Felsvorsprung vor dem Grünen See, um einen Bezug zur „Heimat“ herzustellen. Der 33-Jährige ist der jüngste aller steirischen Spitzenkandidaten und nennt, wenig überraschend, als politisches Vorbild Jörg Haider. Das BZÖ fordert in seinem Wahlprogramm die Stärkung des Klein- und Mittelstandes, eine Verbesserung des Gesundheitssystems und die Abschiebung krimineller Asylwerber.

Auf Transparenz in der Parteikasse und Korruptionsbekämpfung setzen die Grünen. Am Montag präsentierten sie in Leoben ein Anti-Korruptionspaket: Eine zweijährige Abkühlphase solle es für Politiker, die in die Privatwirtschaft wechseln, geben, fordert Parteichefin Eva Glawischnig. Illegale Parteifinanzierung solle zudem strafbar werden. „Offen. Echt. Engagiert“ und „Die Steiermark braucht ein neues Klima“ steht auf den Wahlplakaten des steirischen Spitzenkandidaten Werner Kogler. Eine umweltfreundliche, soziale und offene Steiermark wünsche sich die Partei.

Kommunisten und Christen
Klassisch linke Themen werden bei der KPÖ Steiermark angesprochen. „Soziale Gerechtigkeit“, „Gleichberechtigung“ und „Senkung der Politgehälter“ sind die Forderungen, die dem Bürger ein Kreuzerl bei der Liste Claudia Klimt-Weithaler abringen soll. Mit dem Einzug in den steirischen Landtag mit vier Mandaten war die KPÖ bei der letzten Wahl erfolgreich.

„Leben.Werte.Zukunft“ ist schließlich das Credo der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ). Spitzenkandidatin Maria Fellner lächelt zwischen Parteigenossen freundlich von CPÖ-Plakaten und tritt für christliche Werte ein. Dazu zählen für die Partei der Schutz ungeborenen Lebens, mehr Sicherheit in der Bevölkerung und Verankerung der christlichen Wertvorstellung in der Gesellschaft. Welche Themen innerhalb der Bevölkerung das Rennen machen, werden wir Sonntagabend erfahren.

 

 

 

 

 

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