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Das slowenische Filmfestival Kino Otok – Isola Cinema zog die Fans in seinen Bann
Während am anderen Ende des Meeres Quentin Tarantino als Jurypräsident mit der Preisvergabe die Internationalen Filmfestspiele von Venedig abschloss, befand sich das Filmfestival in Izola gerade am Höhepunkt der Anbetung des Mediums Film. Auf der ehemaligen tatsächlichen und nunmehr nur symbolischen Insel fanden wieder zahlreiche Liebhaber von lateinamerikanischen, asiatischen, afrikanischen und anderen zu oft vernachlässigten Filmen zusammen. In fünf Tagen wurden in vier Spielstätten und sieben Sektionen 22 Spiel- und zahlreiche Kurzfilme gezeigt.
Ein Mahl mit Visionären
Das Festival entstand gewissermaßen als Antwort auf das gemütlichste
kroatische Filmfestival in Motovun und unterhält schon seit Beginn an
eine Kooperation mit dem Internationalen Filmfestival Innsbruck. Den
Organisatoren, zu denen sich auch der aufgrund von Preisen in Venedig
und San Sebastian aktuell erfolgreichste slowenische Filmregisseur, Jan
Cvitkovic, gesellt, gelang es mit Isola Cinema auch in Slowenien ein
Festival zu schaffen, dass durch eine lockere Atmosphäre besticht, in
der die Grenzen verschwinden, und das nicht nur zwischen Kontinenten und
Genres auf der Leinwand.
Izola ist in den Zeiten des Filmfestivals nämlich auch ein Ort, an dem
man auf Schritt und Tritt nicht nur auf Filme, sondern auch auf deren
Macher treffen kann. Egal ob beim Publikumsgespräch, auf einem
Abendessen, bei Konzerten unter Bäumen oder auf der täglich
stattfindenden Party beim Leuchtturm – Regisseure wie Michael Glawogger,
Peter Schreiner, Khavn De La Cruz oder Mohammed Soudani waren ständig
präsent.
Bei dieser Ausgabe des Festivals gab es zumindest zwei erkennbare Schwerpunkte, die sich quer durch alle Sektionen zogen. Schreiner produzierte so nur einen der zahlreich vertretenen Dokumentarfilme. Diese reichten von einer ethnographischen Studie der Mongolei über eine Momentaufnahme eines Reisenden und einen Kommentar zur Industrialisierung hin zu Filmen über Filme, entweder über den nördlichsten Filmfestival oder ein gescheitertes Filmprojekt mit Romy Schneider. Auf der anderen Seite wurde hingegen wieder die schon mehrmals geäußerte Liebe des Festivals zum philippinischen Kino sichtbar. De La Cruz und Kollegen präsentierten eine kamerunische Liebesgeschichte, einen Film über Menschenwürde neben Kloaken, einen Familienfilm vor Dschungelhintergrund und einen poetischen Film über die Suche nach der Liebe.
Isola Cinema war heuer einmal mehr Zufluchtsort für alle Gegner der Effekthascherei des aktuellen Kinos, für alle, die sich noch die Zeit nehmen um einen Film ganz aufzunehmen. Im Wettbewerb um den Publikumspreis und damit den landesweiten Verleih des Films in Slowenien waren schließlich vier Filme vertreten, unprätentiös und realistisch wie die meisten Vertreter des diesjährigen Programms. Zum Sieger wurde der Spielfilm „Taxiphone“ des algerisch-schweizerischen Regisseurs Mohammed Soudani gewählt, ein entspannter Film über einen Zusammenprall in der Wüste. Nach einer Panne mit ihrem Wagen muss ein junges schweizerisches Paar seine Reise durch Afrika vorerst beenden und in einer Oase verweilen. Der Mittelpunkt dieser ist ein Laden mit Telefonkabinen, in dem sich die Wege der Charaktere kreuzen. In dem sie versuchen die Distanz in die Ferne zu überwinden finden die Vertreter unterschiedlicher Kulturen ganz nebenbei allmählich zueinander und zu sich selbst. Damit erinnert „Taxiphone“ ein wenig vielleicht auf Filme wie „Smoke“ (1995) und hinterlässt ein ähnlich gutes Gefühl.

























