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Horrorfilme mit kuscheligen Protagonisten erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit
Jedes Kind hat eine und liebt sie – die Puppe. Puppen stehen für Geborgenheit, Spiel und Spaß, dennoch gehören sie zu einem der beliebtesten Accessoires in Horrorfilmen. Warum verwenden Regisseure gerade dieses Spielzeug, um den Zuschauer das Fürchten zu lehren? Die Antwort liegt auf der Hand, wen man sich näher mit den beliebtesten Horrorfilmen beschäftigt, deren Protagonisten Puppen darstellen.
Gar nicht so süß
Dem aufmerksamen Rezipienten fällt auf, dass Puppen als Sinnbilder für
oftmals gar nicht liebliche Schauplätze verwendet werden.
Kindesmissbrauch, Kindsmord und Gewalt gegen Kinder werden zum Beispiel
durch schmutzige, verstümmelte Puppen in verlassenen Kinderzimmern
dargestellt. Kein Wunder also, dass die Hollywoodproduzenten die
Homunkuli (ein künstlich geschaffener Mensch, Anmerkung der
Redaktion)
zu ihren persönlichen Lieblingen erklären. „Chucky die Mörderpuppe“,
„Billy the Puppet“ aus der bekannten SAW-Reihe und die bösartige
Bauchrednerpuppe „Fletcher“ aus dem Film „Joey“ sind nur drei Beispiele
der schauderbaren, mordlustigen Püppchen.
Projizierte Wünsche und reine Mordlust
Puppen werden in Horrorfilmen meist zum Stellvertreter der Wünsche und
Handlungen anderer, aber auch zum Symbol der Rache und Vergeltung, wie
ein kurzer Überblick beweist:
Verkünder des Todes
In der SAW-Filmreihe (seit 2004) von Regisseur James Wan, bastelt der
Protagonist John Kramer, der von der Polizei als Serienmörder gesucht
wird, aber sich selber als „Therapeut“ sieht, die Puppe „Billy the
Puppet“ für seinen ungeborenen Sohn. Als Kramers Frau durch einen Unfall
das gemeinsame Kind verliert, schwört Kramer Rache an dem
Verantwortlichen und projiziert fortan seine Rachegelüste in Billy.
Billy verkündet den Opfern von Kramer ihre Aufgaben um überleben zu
können wenn sie sich in den von Kramer verwirklichten, meist tödlich
endenden, „Spielwiesen“ wiederfinden. Sinn dieser Spiele ist, dass die
Opfer ihr Leben schätzen lernen sollen. In den SAW-Filmen mordet die
Puppe nicht selbst, sie steht als Übermittler der Ideen seines Erfinders
bereit.
Der Film „Dead Silence“ (2007), ebenfalls von Regisseur James Wan,
erzählt die Geschichte der ermordeten Mary Shaw, die wegen angeblichen
Kidnappings eines kleinen Jungen brutal von den Menschen ihres
Heimatdorfes ermordet und mit ihren „Kindern“, in Wirklichkeit Puppen,
begraben wird. Was die Täter nicht wissen, ist, dass die Puppen ein
Eigenleben haben und aus dem Grab emporsteigen, um ihre „Mutter“ zu
rächen. Jede Menge mysteriöse Todesfälle an den Familien der Mörder Mary
Shaws sind das Ergebnis, so stirbt jeder der Menschen, die ein Paket
mit einer Puppe erhalten haben.
Im Falle der fünfteiligen Filmreihe von „Chucky, der Mörderpuppe“ (1980-2004) von Tom Holland, transferierte der Serienmörder Charles Lee Ray seinen Geist durch ein magisches Ritual in eine sprechende „Good Guy Puppe“, durch die er auch nach seinem Tod alle morden kann, die sich ihm in den Weg stellen. In weiteren Teilen der Horrorkomödie bekommt Chucky Unterstützung durch seine (ebenfalls in eine Puppe verwandelte) psychopathische Ex-Freundin Tiffany, sowie das gemeinsame, durch eine Liebesnacht der Mörderpuppen entstandene, Kind Glen/da, das höchstwahrscheinlich transsexuell ist und unter den mörderischen Spielchen seiner Eltern schwer zu leiden hat.
In Charles Bands „Blood Dolls“ (1999) kreiert der zurückgezogen lebende und entstellte Einzelgänger Virgil, der trotz seines avokadogroßen Kopfes ein Genie ist, ein Trio an mörderischen Püppchen um sich an all seinen Peinigern rächen zu können. Roland Emmerichs „Joey“ (1985) schließlich entdeckt in einem verlassenen Haus die, vom persönlichkeitsgespaltenen Varieté-Künstlers Fletcher besessene Bauchrednerpuppe Fletcher. Fletcher bedroht nicht nur Joeys Mutter, er versucht auch die Beziehung zwischen Joey und seinem Vater zu unterbinden beziehungsweise bringt die Schulkollegen des Jungen gegen ihn auf.
Es gibt sie wirklich, die pathologische Angst vor Puppen und Kindern, Pädophobie genannt. Sind Puppen für die einen liebliche Figuren zum Sammeln, Spielen und Liebhaben, erschrecken sich die anderen vor den leblosen Augen der Puppen, haben das Gefühl von ebendiesen verfolgt zu werden und träumen davon, dass das Spielzeug ein Eigenleben entwickelt. Im Internet kursieren Forenbeiträge von besorgten Eltern, deren Kinder nicht mit einer Puppe im Kinderzimmer schlafen wollen und in verzweifeltes Weinen ausbrechen, wenn sie mit Puppen aller Art konfrontiert werden. Drehbuchautoren greifen diese Angst auf, sie spielen mit der Furcht der Zuseher vor den starren, maskenartigen Gesichtern der Puppen, vor ihren süßlich grinsenden Mündern, der verzerrten Kinderstimme, mit der manche Puppen ausgestattet sind, sowie deren leblosen Körpern.
Nicht umsonst wird das Spielzeug in mystische oder verängstigende Szenen bei Spielfilmen oder Fernsehserien eingebunden – die Vorstellung, dass die mit Kindheit und Unschuld verbundenen Spielzeuge mit Mord und dunkler Magie in Berührung kommen, zeigt ihre Wirkung und lehrt die Zuseher das Gruseln.
(K)eine Angst vorm Leben
Link dazu ...
Filme mit mörderischen Puppen (englisch)
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