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Olli Banjo erklärt sein Weltbild und glaubt, die
mokant.at-Redakteurin sei keine typische Frau
mokant.at: Bezogen auf den Track „Vom anderen Planet“ auf deinem neuen Album: Wo liegt für dich der Unterschied zwischen Mann und Frau?
Olli Banjo: Mann und Frau sind komplett unterschiedlich. Ich
denke, wir haben das tief im Erbgut verankert. Diese Unterschiede merkt
man dann auch im Miteinander. Im Grunde genommen sind das alles
Stereotypen, denen man immer wieder begegnet.
Letztens saß ich mit dem Kumpel und seiner Freundin bei einem
Döner-Stand nach einem Konzert. Sie hat irgendwie so den Nachbartisch
belauscht, wo vier Männer um die dreißig ganz angeregt über
Computerspiele diskutiert haben. Sie kam dann zu uns und meinte nur:
„Oh mein Gott, die sind schon über dreißig und diskutieren über
Computerspiele!“ Und ich konnte das nicht nachvollziehen, ich finde das
großartig und das ist dann auch das Problem, das ihr Frauen mit uns
Männern habt. Frauen haben einfach oft keine Leidenschaften oder finden
die ganz schwer heraus. Deshalb sagen Frauen auch so oft: „Mir ist
langweilig“. Das lese ich auch oft auf Facebook. Deshalb haben Männer
in der Ehe, im Gegensatz zu Frauen, auch oft einen Hobby-Raum, in dem
eine Eisenbahn aufgebaut wird. Und ich sage, das ist erblich
vorbestimmt.
mokant.at: Denkst du nicht, dass viel mehr als nur Genetik
dahinter steckt, dass Frauen vielleicht aufgrund von Haushalt und
Kindererziehung keine Zeit für einen Hobby-Raum im Eheleben haben, oder
dass da Sozialisation mitspielt?
Olli Banjo: Ich kann dir einen Gegenbeweis liefern, ich habe zum
Beispiel meinen Vater nie kennengelernt, meine Mutter meint aber, ich
habe ganz viele Charaktereigenschaften von meinem Vater.
mokant.at: Sozialisation beinhaltet ja mehr als nur das Verhältnis zu Vater und Mutter. Oder siehst du das anders?
Olli Banjo: Ich denke, dass Burschen lieber miteinander kämpfen
und instinktiv zum Auto greifen, während Mädchen sich lieber mit Puppen
beschäftigen. Ich wette, Mädchen haben schon als Kinder mütterliche
Instinkte. Frauen kommunizieren auch viel lieber als Männer, es gibt
auf jeden Fall Unterschiede von Grund auf. Das Hauptproblem ist doch,
dass wir alle denken, wir seien alle gleich, aber das ist nicht so. Ich
meine das ganz ohne Wertung. Ja gut, wenn ich sage, meine Ex- Freundin
konnte nicht einparken, dann hat das eine kleine Wertung, aber es ist
auch so. Ich habe beobachtet, dass Frauen nicht einparken können.
mokant.at: Ich kann aber richtig gut einparken, das zeig ich dir nachher.
Olli Banjo: Dann musst du eine Ausnahme sein.
Olli Banjo: Ja, so etwas ist auf jeden Fall schwierig. Da müsste ich mit der Partei am Start stehen, hinter der ich hundertprozentig stehe, aber die gibt es eben nicht. Weder die SPD noch die Piraten. Es gibt einfach keine, aber wenn es die geben würde, dann würde ich das auch machen.
mokant.at: Aber deine politischen Werte gibst du mit deiner Musik wider.
Olli Banjo: Ja klar, das ist dann einfach von mir zum Wähler, zu meinen Fans, die auch wählen gehen. Denen kann ich meine Meinung auch einfach sagen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
mokant.at: In dem Track „Charlie“ äußerst du dich etwa gegen Nazis. Bist du jemals mit Diskriminierung konfrontiert gewesen?
Olli Banjo: Es geht, ich hatte immer ein wenig Glück, denn in der Gegend, in der ich wohne (Köln, Anmerkung der Redaktion), aus der ich komme, passiert das nicht so oft. Es gibt schlimmere Ecken in Deutschland, wie zum Beispiel im Osten, also ich hatte relativ viel Glück.
mokant.at: Welches Thema behandelt dein Song „Lichtplanet“?
Olli Banjo: Heroin, es geht um Drogen. Ich habe einen Freund in
meiner alten Heimat getroffen, der seit Jahren auf Heroin ist. Das hat
mir fast das Herz gebrochen und da dachte ich mir, ich muss einfach mal
ein Lied darüber schreiben. Vielleicht auch auf eine Art und Weise,
dass die Leute fühlen können, was diese Droge macht, dass sie eben auch
sehr poetisch sein kann und eben auch schöne Seiten hat, sonst würden
die Leute ja nicht dafür sterben.
mokant.at: Widmest du das Lied diesem Freund?
Olli Banjo: Indirekt schon, klar.
mokant.at: Welchen Anspruch hast du musikalisch an dich selbst?
Olli Banjo: Ich versuche immer der Beste zu sein, so wie jeder
Rapper. Ich möchte der beste Rapper der Welt werden, besser als Eminem,
der ja der Beste ist. Er kann einfach am besten mit Sprache umgehen.
mokant.at: Ab Herbst wirst du mit „Kopfdisco“ auf Tour sein. Was können sich Fans deiner Musik davon erwarten?
Olli Banjo: Es wird sehr wild und heftig, es wird viel
gesprungen und durchgedreht, obwohl es auch viele ruhige Tracks geben
wird. Ich denke ein Olli-Banjo-Konzert ist immer ein Erlebnis für die
Leute. Es ist halt was anderes als ein typisches Hip-Hop-Konzert.
Olli Banjo: Ich vereine ja eigentlich viele Rock-Elemente in meiner Musik. Ich hab manchmal sogar Punk-Fans in meinem Publikum, deshalb läuft es einfach anders ab.
mokant.at: Wirst du im Rahmen deiner Tour dann nach Wien kommen?
Olli Banjo: Gerne, Wien ist immer eine Reise wert, ist einfach auch eine schöne Stadt.
mokant.at: Zum Abschluss bitte ich um deine letzten Worte.
Olli Banjo: Mein Album unbedingt kaufen. Nicht aus dem Netz ziehen, sondern bitte guten Rap unterstützen.
„Es klingt alles gleich“
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Olli Banjo
Olli Banjo auf MySpace
Interview führte
Alexandra Toth













