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Welche Hürden müssen Wiener Kleinparteien überwinden, um antreten zu können?
Dass bei den kommenden Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen große Parteien wie ÖVP, SPÖ, FPÖ und die Grünen antreten, ist kein Geheimnis. Daneben gibt es aber noch zahlreiche Kleinparteien, die sich Chancen auf den einen oder anderen Prozentpunkt ausrechnen. Neben bekannteren Vertretern wie der Kommunistischen Partei (KPÖ), dem Liberalen Forum (LIF), den Christen (CPÖ), der Piratenpartei und dem BZÖ treten bei der diesjährigen Wahl auch weniger bekannte Gruppierungen an. So kandidieren auch die Jungen Liberalen (JuLis), die MUT-Partei (Mensch-Umwelt-Tierschutz) sowie in zwei Bezirken „Echt GRÜN“-Parteien als Abspaltungen der Grünen. Die Liste DEM (Plattform Direkte Demokratie) ist eine Vereinigung mehrerer Parteien, zu denen unter anderem die Männerpartei zählt. Dass schlussendlich alle der genannten Parteien auf den Wahlzetteln zu finden sein werden, ist aber eher unwahrscheinlich, denn vor der Wahl am 10. Oktober gilt es, noch einige Hürden zu überwinden.
Kritik am Wahlsystem
Für das Antreten bei der Gemeinderatswahl muss eine Partei insgesamt
2.950 Unterstützungserklärungen sammeln. Diese setzen sich aus
einhundert Unterschriften je Wahlkreis und fünfzig je Bezirk zusammen.
Die im Gemeinderat vertretenen Parteien sind von dieser Pflicht
ausgenommen, und auch dem BZÖ bleibt die Jagd nach Unterstützern
erspart: Es reichen nämlich auch die Unterschriften von fünf
Nationalrats-Abgeordneten. Die verbliebenen Kleinparteien haben noch
bis zum 3. September Zeit, die notwendigen Unterstützer zu mobilisieren.
Mehrere Vertreter von Kleinparteien haben die Bedingungen zum Sammeln
der Erklärungen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vergangene Woche
scharf kritisiert. Momentan müssen Unterstützer ihre Erklärung auf dem
Bezirksamt unterschreiben und dann an die jeweilige Partei senden – was
auch demokratiepolitisch bedenklich ist, da der Beamte genau sieht,
welche Partei man unterstützt, wie Vertreter von Liberalem Forum, KPÖ,
Jungen Liberalen und der „Plattform direkte Demokratie“ auf der
Pressekonferenz unisono kritisierten. Zur Überprüfung bringt die Partei
diese dann wieder gesammelt zum Bezirksamt. Oliver Hoffmann von der
„Plattform direkte Demokratie“ bezeichnet das momentane System als
„Schikane“. Er schlägt vor, dass die Parteien die Unterschriften in
Zukunft selbst sammeln und diese stichprobenartig vom Magistrat
überprüft werden. Außerdem äußert er bei der momentanen Vorgehensweise
den Verdacht, dass „alles versucht wird, um es möglichst kompliziert zu
machen“. Laut dem Politikwissenschaftler Peter Filzmaier haben die
etablierten Parteien natürlich kein Interesse an weiterer Konkurrenz.
Diesen „Verdacht“ hält er aber für zu sehr vereinfacht. Das Problem der
Kleinparteien liege viel mehr an den geringen Möglichkeiten im
Wahlkampf.
Kleinparteien haben es nicht leicht, sich im Wahlkampf gegen größere Parteien durchzusetzen, meint auch KPÖ-Spitzenkandidat Dietmar Zach. Geringere Mitgliederzahlen, weniger Geld und kaum vorhandene Medienresonanz machen es den kleinen Parteien laut Zach sehr schwierig, sich durchzusetzen. Dem stimmt auch Politikwissenschaftler Filzmaier zu: „Für einen Wahlkampf sind vor allem drei Dinge notwendig: gute Strukturen, Geld und Medienpräsenz.“ Da die meisten Kleinparteien weder flächendeckend vertreten sind, noch ein riesiges Budget zur Verfügung haben, können sie nur auf überdurchschnittliche Medienpräsenz hoffen. Ein starkes Thema, das zu einem „medialen Selbstläufer“ werden könnte, blieb seiner Meinung nach bisher aber aus. Einen überraschenden Einzug einer Kleinpartei in den Wiener Gemeinderat hält er deshalb auch für eher unwahrscheinlich, da es bei der letzten Wahl ebenfalls keine zusätzliche Partei geschafft habe und sich seitdem am Stimmenpotenzial nicht viel verändert habe. Auf Bezirksebene stehen die Chancen für Kleinparteien allerdings deutlich besser, dort genügen je nach Größe des Bezirks schon knapp zwei Prozent der Stimmen für ein Mandat in der Bezirksvertretung.
Die großen Kleinen
Link dazu ...
Pressekonferenz der Kleinparteien auf Youtube
Informationsseite der Stadt Wien
Artikel von
Frank Greber





