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Dieses Mal im mokant.at-Webpräsenz-Test: Die GAJ

Wie webtrittsicher ist die Parteijugend? Wir machen den Test, dieses Mal mit der GAJ

 

Na bumm! Der erste Eindruck ist nicht gerade positiver Natur, wenn man die Homepage der Grünalternativen Jugend (GAJ), ihres Zeichens den Grünen nahestehende Jugendorganisation, besucht. Nachdem im mokant.at-Test „Politik 2.0“ bereits die Sozialistische Jugend (SJ), die Junge Volkspartei (JVP) und der Ring freiheitlicher Jugend (RFJ) unter die Lupe genommen wurden, ist nun die GAJ an der Reihe. Schulnoten werden in unserem Test zwar keine vergeben, dafür ein gut gemeinter Tipp an die Jugendorganisationen der Parteien: In Zeiten der Web-2.0-Affinität der Jugend sollten die Möglichkeiten des Internets und deren Mehrwert für die Demokratisierung ernst genommen werden. Und hinsichtlich der GAJ-Homepage, sei nun ein weiteres Mal gesagt: Na bumm!
screenshot: gaj.at

Keine Liebe auf den ersten Blick
Zumindest das Layout der GAJ-Homepage ist gewöhnungsbedürftig. Da prangt ein grantig aussehender Baum von der Seite, der bedrohlich seinen Ast zu einer Faust ballt und ein rosa Schleifchen im Laubhaupt trägt. Über ihm ein paar neongrüne Sternchen, die langsam ins weiße übergehen und so eine Symbiose mit dem Grau-in-grau-Layout eingehen. Damit das Grau-in-grau-Layout nicht allzu grau daherkommt, klatscht die GAJ etwas lieblos neonrosa und -grüne Farbelemente hie und da auf ihre Seite. Man möge sich nur noch einmal die Webseiten der SJ oder der JVP ins Gedächtnis rufen – im Vergleich wirkt das GAJ-Layout wie von einer zwölfjährigen Schülerin mit ein paar HTML-Kenntnissen hingeklatscht.

 

screenshot: gaj.at

Don't Panik!
Aber Layout ist ja bekanntlich nicht alles. Vielleicht überzeugt die GAJ ja mit Inhalt. Oder auch nicht. Satzkonstruktionen wie „Hier findest du willst Kontaktinformationen mit einer grünen alternativen Jugendorganisation in deiner Nähe aufnehmen?“ oder „Vor mehr als 60 Jahr befreiten die Alliierten Österreich vom nationalsozialistischen Terrorregime.“ tun der Lesefreude ab und zu einen Abbruch. Auch die ständige Spielerei mit englischen Begriffen und Slogans wirken aufgesetzt cool, wer fühlt sich schon bei der Frage „And now?“ angesprochen oder bei „Move your ass and fight against ... sexism, transphobia, homophobia, capita- lism, […]“ und „Don't Panik!“ so richtig motiviert? Zumindest bemüht sich die GAJ aber, Themengebiete aufzugreifen, die ihre potentielle Wählerschaft spannend findet, vor allem zu Homosexualität und Antifaschismus und auch Grünen-Kritik findet auf der Seite Platz (interessanterweise unter dem Link „Gesellschaftskritik“ zu finden).

Wie beim RFJ, so muss auch bei der GAJ auf die Länderorganisations-Webseiten verwiesen werden. Da werden Interessierte eher zum Verweilen eingeladen. Ein Manko: Nur die Wiener, die Kärntner und die oberösterreichische GAJ haben eine eigene Homepage, was aber natürlich auch an der Größe der restlichen GAJ-Gruppen liegen mag. Tirol und Salzburg leiden etwa an Mitgliedermangel, vielleicht würde da eine schön gestaltete Homepage auch den ein oder anderen Interessierten anlocken.

 

screenshot: blog.gaj-stmk.at

Die Weiten des Internets
Aber Homepage ist ja bekanntlich nicht alles. Vielleicht überzeugt die GAJ ja mit ihrer Web-2.0-Präsenz. Oder auch nicht. Die GAJ betreibt zwar eine Facebook-Gruppe mit immerhin 180 Mitgliedern – zum Vergleich, die RFJ-Facebook-Seite hat 1.465 Fans, die SJ 1.949, die JVP 2.562 – aber aktualisiert wird die Gruppe so gut wie nie (obwohl es sage und schreibe sechzehn Administratoren gibt). Die GAJ-Steiermark scheint da schon eher ein Händchen fürs Web-2.0 zu haben. Eine Homepage hat sie nicht, dafür einen Blog, außerdem betreibt sie wie die GAJ-Wien eine laufend aktualisierte Facebook-Seite und twittert.

Das Resümee fällt ernüchternd aus. Kämpfen die Grünen nicht mit Nachwuchsproblemen? Zumindest über die Internet-Präsenz der GAJ werden sie den nicht finden.

 

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