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Wie webtrittsicher ist die Parteijugend? Wir machen den Test, dieses Mal mit der GAJ
Keine Liebe auf den ersten Blick
Zumindest das Layout der GAJ-Homepage ist gewöhnungsbedürftig. Da
prangt ein grantig aussehender Baum von der Seite, der bedrohlich
seinen Ast zu einer Faust ballt und ein rosa Schleifchen im Laubhaupt
trägt. Über ihm ein paar neongrüne Sternchen, die langsam ins weiße
übergehen und so eine Symbiose mit dem Grau-in-grau-Layout eingehen.
Damit das Grau-in-grau-Layout nicht allzu grau daherkommt, klatscht die
GAJ etwas lieblos neonrosa und -grüne Farbelemente hie und da auf ihre
Seite. Man möge sich nur noch einmal die Webseiten der SJ oder der JVP
ins Gedächtnis rufen – im Vergleich wirkt das GAJ-Layout wie von einer
zwölfjährigen Schülerin mit ein paar HTML-Kenntnissen hingeklatscht.
Don't Panik!
Aber Layout ist ja bekanntlich nicht alles. Vielleicht überzeugt die
GAJ ja mit Inhalt. Oder auch nicht. Satzkonstruktionen wie „Hier
findest du willst Kontaktinformationen mit einer grünen alternativen
Jugendorganisation in deiner Nähe aufnehmen?“ oder „Vor mehr als 60
Jahr befreiten die Alliierten Österreich vom nationalsozialistischen
Terrorregime.“ tun der Lesefreude ab und zu einen Abbruch. Auch die
ständige Spielerei mit englischen Begriffen und Slogans wirken
aufgesetzt cool, wer fühlt sich schon bei der Frage „And now?“
angesprochen oder bei „Move your ass and fight against ... sexism,
transphobia, homophobia, capita- lism, […]“ und „Don't Panik!“ so
richtig motiviert? Zumindest bemüht sich die GAJ aber, Themengebiete
aufzugreifen, die ihre potentielle Wählerschaft spannend findet, vor
allem zu Homosexualität und Antifaschismus und auch Grünen-Kritik
findet auf der Seite Platz (interessanterweise unter dem Link
„Gesellschaftskritik“ zu finden).
Wie beim RFJ, so muss auch bei der GAJ auf die
Länderorganisations-Webseiten verwiesen werden. Da werden Interessierte
eher zum Verweilen eingeladen. Ein Manko: Nur die Wiener, die Kärntner
und die oberösterreichische GAJ haben eine eigene Homepage, was aber
natürlich auch an der Größe der restlichen GAJ-Gruppen liegen mag.
Tirol und Salzburg leiden etwa an Mitgliedermangel, vielleicht würde da
eine schön gestaltete Homepage auch den ein oder anderen Interessierten
anlocken.
Die Weiten des Internets
Aber Homepage ist ja bekanntlich nicht alles. Vielleicht überzeugt die
GAJ ja mit ihrer Web-2.0-Präsenz. Oder auch nicht. Die GAJ betreibt
zwar eine Facebook-Gruppe mit immerhin 180 Mitgliedern – zum Vergleich,
die RFJ-Facebook-Seite hat 1.465 Fans, die SJ 1.949, die JVP 2.562 –
aber aktualisiert wird die Gruppe so gut wie nie (obwohl es sage und
schreibe sechzehn Administratoren gibt). Die GAJ-Steiermark scheint da
schon eher ein Händchen fürs Web-2.0 zu haben. Eine Homepage hat sie
nicht, dafür einen Blog, außerdem betreibt sie wie die GAJ-Wien eine
laufend aktualisierte Facebook-Seite und twittert.
Das Resümee fällt ernüchternd aus. Kämpfen die Grünen nicht mit
Nachwuchsproblemen? Zumindest über die Internet-Präsenz der GAJ werden
sie den nicht finden.
Politik 2.0 in blau (Webpräsenz des RFJ)
Politik 2.0 in schwarz (Webpräsenz der JVP)
Politik 2.0 in rot (Webpräsenz der SJ)
Links dazu ...
Grünalternative Jugend (GAJ)
GAJ auf Facebook
Blog der GAJ-Steiermark
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