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Extra Lieder schreiben, die ins Ohr gehen, würde Turbostaat „nie tun“
Turbostaat über Vitamin B, den Eismann, der gerne Eis verkauft, Dackelblut und Gackmucke
mokant.at: Eure Verbindung zur Punk-Musik besteht schon sehr
lange. Ihr habt ja schon vor Turbostaat in verschiedenen anderen Bands
gespielt, oder?
Marten: Wir kommen alle aus Husum, das ist eine Kleinstadt in
Nordfriesland. Dort gab es ganz viele Punk-Bands. Ab einem gewissen
Alter ziehen die Leute von dort weg, wenn sie Abitur oder eine
Ausbildung gemacht haben. Und wir waren dann eigentlich die, die von
diesen Bands übriggeblieben sind und haben dann eine eigene Band
gegründet.
Tobert und Marten kennen Leute, die arbeiten toll finden. Wirklich!
mokant.at: Und habt dann auch recht schnell eure ersten zwei
Alben aufgenommen. 2007 wart ihr die Vorband der mit euch befreundeten
Beatsteaks und habt mit ihnen „Frieda und die Bomben“ aufgenommen. Das
hat euren Erfolg wahrscheinlich erst so richtig angekurbelt, oder?
Tobert: Es fällt uns immer so schwer, in solchen Kategorien zu denken. Es wäre ja nicht so, als ob man das nicht mehr überschauen könnte, aber: Klar hat das etwas gemacht, aber als wir es damals gemacht haben, war es das Resultat daraus, dass wir mit ihnen gemeinsam das Wohnzimmerkonzert gespielt und gemerkt haben: Hey, das sind nette Leute, das ist eine nette Band, uns gefällt das und dann kam von ihnen die Frage, ob wir den Text für dieses Lied (Frieda und die Bomben, Anmerkung der Redaktion) machen wollen. Klar haben die Leute dann das gehört, aber wir versuchen, das zu behandeln wie jedes andere Lied, das wir geschrieben haben.
mokant.at: Gerade im Musikbereich läuft aber sehr viel über Netzwerke. Da ist es sicher nicht schlecht, wenn man sich mit einer Band befreundet, die bereits erfolgreich ist.
Tobert: Auch wenn wir niemals so groß sind wie die Beatsteaks und auch niemals werden, finde ich es aber trotzdem super, dass auch wir in einer Position sind, dass, wenn wir unsere Touren dieses Jahr buchen, und das sind recht viele, Bands einladen können und sie mitnehmen können. Und das sind dann Bands, die man echt gut findet. Ich finde es total wichtig, dass man Netzwerke nutzt. Ich finde es geil, wenn sowas klappt. Wenn man Kumpels hat, die man mitnimmt oder man von ihnen mitgenommen wird. Wir sind ja auch mal nach Finnland, Schweden und Norwegen mitgenommen worden von uns bekannten Bands – da hätten die Leute auch die Hände über den Kopf zusammenschlagen können und uns furchtbar finden können, aber Alter! Wir waren in Skandinavien! Das war super, weißte? (Lacht)
mokant.at: Du meinst, ihr werdet niemals so erfolgreich wie die Beatsteaks. Warum so pessimistisch?
Tobert: Weil wir keine erfolgsorientierte Band sind. Wir spielen einfach in dieser Band und was passiert, das passiert. Ich denke nicht, dass wir so eine Masse an Publikum ansprechen.
mokant.at: Was tut denn eine erfolgsorientierte Band?
Tobert: Das weiß ich nicht, weil ich's nie war.
Marten: Naja, man kriegt es bei anderen Bands mit. Die versuchen dann unbedingt mit einer Band zusammenzuspielen und sagen, wir spielen auch umsonst und sowas …
Tobert: … oder wir bezahlen dafür! Ja, daran kann ich mich erinnern, das war Anfang der Neunziger, wo ich das erste Mal von einer Punk-Band gehört habe, die mit einer größeren amerikanischen Band auf Tour gefahren sind und dafür bezahlen mussten! Plus den Bus, plus die Verpflegung und die Unterkunft. Da habe ich nicht mal gedacht: Achja, das macht ihr, weil ihr mehr Leute erreichen wollt. Sondern: Ihr seid vollkommen beknackt! Geh doch so aufs Konzert, guck dir das doch an, nervt doch eh zehn Mal, die Gackmucke.
Marten: Naja …
Tobert: Es gibt so Verfahrensweisen.
Marten: Ich glaube, die Bands schreiben auch schon Lieder, von denen sie denken, dass sie so gut ins Ohr gehen. Aber das machen wir nicht. Das würden wir auch nicht tun.
mokant.at: Welche Bands?
Tobert: Keine Ahnung.
mokant.at: Das glaub ich dir nicht.
Marten: Auch wenn wir es wüssten, wir würden es jetzt nicht sagen.
mokant.at: Das glaube ich schon eher.
Tobert: Alle möglichen. Irgendwelche.
Marten: Alle Bands!
mokant.at: Also würdet ihr lieber klein bleiben, aber dafür euch treu bleiben.
Tobert: Nein, das kann auch gern Stadiongröße sein, das ist vollkommen okay. Ich bin einfach zufrieden damit und freu mich, wie sich das alles so entwickelt. Und dabei das Gefühl haben zu können, wir machen das, was uns gefällt. Ich weiß, es gibt Bands, denen gelingt das nicht, warum auch immer. Die geben sich nicht so Mühe oder kaufen sich ein oder pushen das oder machen, machen, machen … Die wollen einfach auf Tour fahren und es klappt nicht, es kommen einfach keine Leute. Und klar, dann bin ich voll zufrieden mit dem, was ich hab.
mokant.at: Eure Musik klingt zwar rau, aber durchaus eingängig. Das erinnert an die jungen Toten Hosen. Sind das eure deutschen Punkrock-Vorbilder?
Tobert: Oh, den Vergleich haben wir noch nie gehört, aber damit können wir, denke ich, gut leben. Ich habe zwar nie die Toten Hosen gehört …
Marten: Die erste Tote-Hosen-Platte habe ich gehört.
Tobert: Interessant, meine Freundin findet die auch voll gut, ich hab sie noch nie gehört. Aber die Bands, auf die wir uns früher einigen konnten, waren eher auf der alten Hamburger-Punk-Szene, wie Dackelblut.
Marten: Und halt so D.C.-Punk.
mokant.at: Am Forestglade habt ihr mit Rock-Bands gespielt, die bereits seit Jahrzehnten erfolgreich sind. Wo seht ihr euch in einem Jahrzehnt?
Torsten: Eigentlich habe ich darauf immer eine Antwort, heute habe ich keine.
Marten: Wir wissen es nicht.
mokant.at: Pessimistische Stimmung heute?
Tobert: Ich werde mein ganzes Leben in einer Band spielen müssen. Aber ich bin nicht so verrückt zu glauben, dass das immer mein Leben unterhalten wird. Ohne in einer Punk-Band oder in einer Band zu spielen, würde ich mich ganz schön langweilen. Alles andere, keine Ahnung … Ich habe zum Beispiel noch nie gearbeitet, vielleicht probier ich das auch irgendwann mal aus. (Beide lachen) Ja, ich kenne Leute, die finden das geil!
Marten: Was? Arbeiten?
Tobert: Ja, ich kenn da so paar. Dieser Eismann zum Beispiel! Der findet das voll geil, der macht so gerne Eis …
Marten: Also das letzte Mal als ich gearbeitet hab, fand ich's scheußlich.
mokant.at: Klingt so, als ob uns eure Musik noch lange erhalten bleibt.
Tobert: Ja.
Tobert: Es fällt uns immer so schwer, in solchen Kategorien zu denken. Es wäre ja nicht so, als ob man das nicht mehr überschauen könnte, aber: Klar hat das etwas gemacht, aber als wir es damals gemacht haben, war es das Resultat daraus, dass wir mit ihnen gemeinsam das Wohnzimmerkonzert gespielt und gemerkt haben: Hey, das sind nette Leute, das ist eine nette Band, uns gefällt das und dann kam von ihnen die Frage, ob wir den Text für dieses Lied (Frieda und die Bomben, Anmerkung der Redaktion) machen wollen. Klar haben die Leute dann das gehört, aber wir versuchen, das zu behandeln wie jedes andere Lied, das wir geschrieben haben.
mokant.at: Gerade im Musikbereich läuft aber sehr viel über Netzwerke. Da ist es sicher nicht schlecht, wenn man sich mit einer Band befreundet, die bereits erfolgreich ist.
Tobert: Auch wenn wir niemals so groß sind wie die Beatsteaks und auch niemals werden, finde ich es aber trotzdem super, dass auch wir in einer Position sind, dass, wenn wir unsere Touren dieses Jahr buchen, und das sind recht viele, Bands einladen können und sie mitnehmen können. Und das sind dann Bands, die man echt gut findet. Ich finde es total wichtig, dass man Netzwerke nutzt. Ich finde es geil, wenn sowas klappt. Wenn man Kumpels hat, die man mitnimmt oder man von ihnen mitgenommen wird. Wir sind ja auch mal nach Finnland, Schweden und Norwegen mitgenommen worden von uns bekannten Bands – da hätten die Leute auch die Hände über den Kopf zusammenschlagen können und uns furchtbar finden können, aber Alter! Wir waren in Skandinavien! Das war super, weißte? (Lacht)
mokant.at: Du meinst, ihr werdet niemals so erfolgreich wie die Beatsteaks. Warum so pessimistisch?
Tobert: Weil wir keine erfolgsorientierte Band sind. Wir spielen einfach in dieser Band und was passiert, das passiert. Ich denke nicht, dass wir so eine Masse an Publikum ansprechen.
mokant.at: Was tut denn eine erfolgsorientierte Band?
Tobert: Das weiß ich nicht, weil ich's nie war.
Marten: Naja, man kriegt es bei anderen Bands mit. Die versuchen dann unbedingt mit einer Band zusammenzuspielen und sagen, wir spielen auch umsonst und sowas …
Tobert: … oder wir bezahlen dafür! Ja, daran kann ich mich erinnern, das war Anfang der Neunziger, wo ich das erste Mal von einer Punk-Band gehört habe, die mit einer größeren amerikanischen Band auf Tour gefahren sind und dafür bezahlen mussten! Plus den Bus, plus die Verpflegung und die Unterkunft. Da habe ich nicht mal gedacht: Achja, das macht ihr, weil ihr mehr Leute erreichen wollt. Sondern: Ihr seid vollkommen beknackt! Geh doch so aufs Konzert, guck dir das doch an, nervt doch eh zehn Mal, die Gackmucke.
Marten: Naja …
Tobert: Es gibt so Verfahrensweisen.
Marten: Ich glaube, die Bands schreiben auch schon Lieder, von denen sie denken, dass sie so gut ins Ohr gehen. Aber das machen wir nicht. Das würden wir auch nicht tun.
mokant.at: Welche Bands?
Tobert: Keine Ahnung.
mokant.at: Das glaub ich dir nicht.
Marten: Auch wenn wir es wüssten, wir würden es jetzt nicht sagen.
mokant.at: Das glaube ich schon eher.
Tobert: Alle möglichen. Irgendwelche.
Marten: Alle Bands!
mokant.at: Also würdet ihr lieber klein bleiben, aber dafür euch treu bleiben.
Tobert: Nein, das kann auch gern Stadiongröße sein, das ist vollkommen okay. Ich bin einfach zufrieden damit und freu mich, wie sich das alles so entwickelt. Und dabei das Gefühl haben zu können, wir machen das, was uns gefällt. Ich weiß, es gibt Bands, denen gelingt das nicht, warum auch immer. Die geben sich nicht so Mühe oder kaufen sich ein oder pushen das oder machen, machen, machen … Die wollen einfach auf Tour fahren und es klappt nicht, es kommen einfach keine Leute. Und klar, dann bin ich voll zufrieden mit dem, was ich hab.
mokant.at: Eure Musik klingt zwar rau, aber durchaus eingängig. Das erinnert an die jungen Toten Hosen. Sind das eure deutschen Punkrock-Vorbilder?
Tobert: Oh, den Vergleich haben wir noch nie gehört, aber damit können wir, denke ich, gut leben. Ich habe zwar nie die Toten Hosen gehört …
Marten: Die erste Tote-Hosen-Platte habe ich gehört.
Tobert: Interessant, meine Freundin findet die auch voll gut, ich hab sie noch nie gehört. Aber die Bands, auf die wir uns früher einigen konnten, waren eher auf der alten Hamburger-Punk-Szene, wie Dackelblut.
Marten: Und halt so D.C.-Punk.
mokant.at: Am Forestglade habt ihr mit Rock-Bands gespielt, die bereits seit Jahrzehnten erfolgreich sind. Wo seht ihr euch in einem Jahrzehnt?
Torsten: Eigentlich habe ich darauf immer eine Antwort, heute habe ich keine.
Marten: Wir wissen es nicht.
mokant.at: Pessimistische Stimmung heute?
Tobert: Ich werde mein ganzes Leben in einer Band spielen müssen. Aber ich bin nicht so verrückt zu glauben, dass das immer mein Leben unterhalten wird. Ohne in einer Punk-Band oder in einer Band zu spielen, würde ich mich ganz schön langweilen. Alles andere, keine Ahnung … Ich habe zum Beispiel noch nie gearbeitet, vielleicht probier ich das auch irgendwann mal aus. (Beide lachen) Ja, ich kenne Leute, die finden das geil!
Marten: Was? Arbeiten?
Tobert: Ja, ich kenn da so paar. Dieser Eismann zum Beispiel! Der findet das voll geil, der macht so gerne Eis …
Marten: Also das letzte Mal als ich gearbeitet hab, fand ich's scheußlich.
mokant.at: Klingt so, als ob uns eure Musik noch lange erhalten bleibt.
Tobert: Ja.













