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„Tina Modotti - Fotografin und Revolutionärin“ im Wiener Kunsthaus
Um 165 000 US Dollar ersteigerte die „Esprit“-Mitbegründerin Susie
Tompkins einst ein Rosen-Stillleben, genaugenommen eine
Schwarzweiß-Fotografie von Tina Modotti, die sie Madonna damals
praktisch vor der Nase wegschnappte. Die Höhe der Auktionssumme war
nahezu unverschämt und bedeutete damals einen neuen Weltrekord.
Derzeit kann man die umfangreiche Ausstellung „Tina Modotti -
Fotografin und Revolutionärin“ im Kunst Haus Wien besichtigen und sich
von der bisher wenig beachteten Künstlerin selbst ein Bild machen.
Hierfür werden neben Fotografien der Künstlerin auch die wichtigsten,
prägenden Menschen ihres kurzen Lebens vorgestellt und ihre Verbindung
zu ihnen erklärt. Da wäre zum Beispiel Edward Weston, der ihr im
Gegenzug für Hausarbeit das Fotografieren beibrachte und bei
Gelegenheit auch ein paar intime Aufnahmen von ihr schoss, Xavier
Guerrero, in den sie sich nach einer kurzen Affaire mit Diego Rivera
verliebte und Antonio Mella, der vor den Augen der Künstlerin
hinterrücks erschossen wurde.
Ein Blick hinter die Kulissen
Wenn man von Raum zu Raum schreitet, wird einem der Werdegang der
Künstlerin vor Augen geführt. Man merkt wie sich ihre Werke verändern,
reifen und in einem neuen Licht erscheinen. Anfangs macht sie nur
Fotografien von toten Dingen – Strukturbilder auf denen Ausschnitte von
Gebäuden, Treppen und anderen leblosen Dingen zu sehen sind. Bilder,
wie sie Edward Weston, ihr ehemaliger Lehrer, machte. Vorerst klammert
sie sich noch an seinen Stil, doch langsam treten Menschen in ihre
Fotos. Es wird deutlich wie die Künstlerin nach und nach selbstständig
wird, zu ihrem eigenen Stil findet und sich schließlich vollständig von
Weston abkoppelt. Es folgen Pflanzenbilder wie das bereits erwähnte
Foto an dem sowohl Madonna als auch Susie Tompkins großen Gefallen
fanden. Dann beginnt Modotti sozialkritischer zu arbeiten, wird
politisch. Neben Auftragsarbeiten finden wir hier viele Frauenfotos,
mexikanische Mütter mit Kindern und Campesinos.
Viele sterben zu spät, manche sterben zu früh
Die zweite Etage der Ausstellung zeigt Fotografien von mexikanischen
Wandgemälden von denen nicht wenige von Diego Rivera stammen. Außerdem
bekommt man einen Eindruck vom Leben der Frauen von Tehuantepec, deren
ausgefallene, wallende Kleider als Vorlage für eine Karl Lagerfeld
Kollektion dienten. Auch anFotos, die von anderen Künstlern gemacht
wurden und die junge, manchmal sehr freizügige Seite Modottis zeigen,
kann man sich hier erfreuen und eine kurze Pause einschlagen, während
man sich einen Ausschnitt von „The Tiger's Coat“ ansieht, in dem sich
die Fotografin als Schauspielerin versuchte. Am 5.Januar 1942 starb
Tina Modotti in ihrem Taxi, angeblich an einem Herzversagen, jedoch war
von vielen Seiten von Auftragsmord die Rede.
Blut im Garten der Fantasie
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Kunst Haus Wien
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