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Sein kleines Refugium und die Minijobs im Verein verdankt Joshua seinem
„Präsidenten“. Gemeint ist Herbert Lener, Obmann der SPG
Union/Reichenau. Er kennt Joshua seit mehreren Jahren: „Ich habe eine
Art Vaterrolle bei ihm eingenommen.“ Lener hat den jungen Mann
sichtlich ins Herz geschlossen: „Er ist für alle im Verein ein großer
Gewinn – sportlich wie menschlich.“ Dass sein Asylverfahren noch immer
nicht abgeschlossen ist und Joshua jederzeit abgeschoben werden könnte,
ist Lener klar. „Aber ich bin Berufsoptimist, das wird gut gehen.“ Und
wenn nicht? Lener gibt sich kämpferisch: „Dann werden wir von
Vereinsseite aus Himmel und Hölle in Bewegung setzen. Die nehmen uns
Joshua nicht weg. Wir sind gut vernetzt.“
Es regnet immer noch am Sportplatz am Fennerareal. Doch Herbert Lener
ist das miese Wetter herzlich egal, er strahlt übers ganze Gesicht.
Kurz vor Spielende liegen seine Buben gegen Kitzbühel klar mit 4:2
voran. Das große Ziel Regionalliga, immerhin dritthöchste Spielklasse
in Österreich, ist beinahe erreicht. Joshua Ndybisi wird im Falle des
Aufstieges weiterhin im Fixkader bleiben. Was ihm abseits des Rasens
seit Jahren verwehrt wird, ist am Fußballplatz kein Problem. Asylwerber
können genauso einfach einen gültigen Spielerpass des ÖFB erhalten wie
jeder andere. „Wie viele es österreichweit sind, können wir nicht
sagen, aber es ist eine beträchtliche Zahl“, heißt es dazu aus dem ÖFB.
Der Status „Asylwerber“ werde aber beim Ausstellen eines Spielerpasses
nirgends gesondert vermerkt, erklärt der ÖFB weiter: „Weil wir beim
Fußball niemanden diskriminieren wollen.“
Joshuas Verein SPG Union/Reichenau hat im letzten Ligaspiel der Saison tatsächlich den Aufstieg in die Regionalliga West geschafft. Joshua stand beim 5:1 Kantersieg seines Teams im Tor und wird dort auch in der kommenden Herbstsaison den Kasten sauber halten.




















