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Frauen brauchen mehr Macht im Kampf gegen das HI-Virus

Gute Präventionsprogramme vermitteln Wissen und schützen vor bösen Geistern

 

In diesem Juli steht Wien ganz im Zeichen der roten Schleife, dem Symbol der Solidarität mit an Aids erkrankten oder dem HI-Virus infizierten Menschen. Neben dem alljährlich stattfindenden Life Ball wird dieses Jahr auch die mittlerweile 18. Internationale Aids-Konferenz in der österreichischen Hauptstadt abgehalten. Das diesjährige Motto der Zusammenkunft lautet „Rights Here, Right Now“. Es setzt einen Schwerpunkt auf das Thema der Zugänglichkeit zu Präventionsangeboten und Behandlungsmöglichkeiten als Menschenrecht. Doch wie umsetzbar ist dieses Recht vor allem für afrikanische Frauen, die südlich der Sahara leben?

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HIV, ein Frauenproblem?
Laut „AIDS Epidemic Report“ des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen zu HIV/Aids, kurz UNAIDS, waren Ende 2008 weltweit 33,4 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Die Hauptlast der HIV-Epidemie liegt in Afrika südlich der Sahara. Hier leben 22,4 Millionen und damit 67 Prozent aller mit dem Virus angesteckten Menschen. Biologische und sozioökonomische Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern führen zu einer überproportional größeren Ansteckungsgefahr für Frauen. Sie haben aufgrund ihrer benachteiligten Stellung gegenüber Männern einen schlechteren Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen und ökonomischen Mitteln. Um die wachsende Zahl der HIV-infizierten Frauen einzudämmen, sind Präventionsmaßnahmen notwendig, die ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Eine reine Wissensvermittlung über die Ansteckungsgefahren ist nicht ausreichend, es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, das Wissen in die Praxis umzusetzen. Vielfach liegt es nicht in der Macht von Frauen, auf Maßnahmen zu bestehen, die eine Ansteckung mit dem Virus verhindern würden. Zu diesen Erkenntnissen kommt „The Global Coalition on Woman and Aids“, kurz GCWA, ein weltweiter Zusammenschluss von Sozialvereinen, Frauenorganisationen, Aids-Hilfeorganisationen und Betroffenen.

 

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Angst vor Safer Sex
Frauen hätten nach GCWA auch weniger Macht als Männer, zu bestimmen, mit wem sie wie und wann Sex haben, daher seien Präventionsmaßnahmen, die Abstinenz und Kondomverwendung fordern, unzureichend. Gewaltandrohungen bei der Verweigerung von sexuellen Handlungen oder beim Bestehen auf Kondomgebrauch, ließen Frauen nicht die Möglichkeit des Safer Sex offen. Die Angst vor körperlichen Misshandlungen mache es Frauen aber nicht nur schwer, Präventionsmaßnahmen zu setzen, sondern auch Behandlungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Um kein Misstrauen hervorzurufen, verzichten die weiblichen HIV-Erkrankten oftmals auf medizinische Hilfe oder wollen ihren HIV-Status erst gar nicht erfahren. Diejenigen, die ihren Status kennen, verheimlichen ihn oft aus Furcht vor Vertreibung aus dem Familienverband.

 

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Kondome gegen Magie und Zauberei
Laut GCWA spielen aber auch traditionelle und religiöse Überzeugungen bei der Prävention und Behandlung von HIV-Infektionen eine entscheidende Rolle. Übersinnliche Erklärungen für Krankheiten und der Glaube an Magie und Zauberei müssen mit wissenschaftlichen Ergebnissen der HIV-Prävention vereinbar werden, um in Ländern südlich der Sahara, die traditionell geprägt sind, wirksam zu werden. Während aus wissenschaftlicher Sicht die Verwendung von Kondomen zur Vorbeugung einer Ansteckung nachgewiesen ist, macht sie aus traditioneller Sicht keinen Sinn. Denn ein Kondom bietet keinen Schutz vor Zauberei. Die Herausforderung ist, wissenschaftlich wirksame Präventionsprogramme zu entwickeln, die das traditionelle Denken nicht außer Acht lassen.

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