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„Zabriskie Point“ (1970) im Sommerkino
Film als Profit
Der italienische Regisseur Michelangelo Antonioni bietet – wie es für
das Autorenkino üblich ist – im Rahmen seines unkonventionellen
Geschichtenerzählens kaum Erklärungen, Antworten oder Anleitungen zu
seinen Bildern. „Zabriskie Point“ folgte 1970 vor allem kommerziell
erfolglos auf „Blow Up“ (1966), den Liebling der Kritiker, mit dem
Antonioni endgültig auch seinen internationalen Durchbruch schaffte.
Wenn „Blow Up“ ein Film über die Tücken der Realität und die Rolle
visueller Medien bei der Erstellung dieser vor dem Hintergrund der
„Swinging Sixties“ in London war, entwickelte Antonioni nach Wunsch von
MGM „Zabriskie Point“ zu einem marktgerechteren Film, zur Reflexion der
freien, jedoch meistens verwirrten, quasi intellektuellen und
politischen Jugendbewegung Ende der 1960er Jahre in den USA. Der Kampf
gegen Autorität, die Zerstörung von Statussymbolen der Eliten oder die
Verwendung des Soundtracks zeugen von dem Wunsch, auf direktem Weg so
schnell wie möglich Profit zu erzielen.
Die bekannteste Sequenz des Films – die langanhaltende, ästhetisierte
Explosion der Villa – schmückt ein Song der britischen Band Pink Floyd.
Aus „Careful with that Axe, Eugene“ wurde „Come in Number 51, Your Time
is Up“, wobei das Original durch ein Chor und Geflüster ergänzt, der
gesprochene Teil jedoch rausgeschnitten wurde. Außer Pink Floyd waren
auf dem Soundtrack unter anderem noch Grateful Dead und The Rolling
Stones vertreten.
Klassiker unter den Flops
Wenn auch der Film zum Zeitpunkt seines Entstehens ein ziemlicher Flop
war, sollte man sich ihn heute als gesellschaftskritisches Porträt
einer Epoche ansehen, vor allem aber aufgrund der darin enthaltenen
Kameraarbeit von Alfio Contini als einen ästhetisch relevanten Film
wahrnehmen. Besonders die Sequenzen im Death Valley und die Explosion
der Villa sind zweifellos sehenswert. Für alle Fans des klassischen
Rock und/oder eines der wichtigsten italienischen Regisseure des 20.
Jahrhunderts ist es hingegen sowieso ein obligatorischer Film.
„Zabriskie Point“ bietet aber auch einige Referenzen. Indem er zeigt,
dass sich Leute, die sich irgendwie in Einöden „verlaufen“, eigentlich
nur mit sich selbst beschäftigen können, erinnert er etwas an Gus van
Sants „Gerry“ (2002). Da jedoch der Weg das Ziel ist, sind die Reisen
der Akteure das zentrale Element des Films, der somit zum Genre des
Roadmovies dazugerechnet werden kann. Wegen der Verbindung zur Musik
und dem Hinterherfahren nach dem Sinn des Lebens vor dem Hintergrund
gesellschaftlicher Umbrüche (man vergleiche die Beatniks und die
Hippies), erinnert „Zabriskie Point“ schließlich an Jack Kerouacs Roman
„Unterwegs“, der demnächst endlich verfilmt wird, unter der Regie von
Walter Salles („Die Reise des jungen Che“).
Passend zum Thema des Films findet die Vorführung im zuletzt stark
durch den Kampf zwischen Vertretern der vermeintlichen Hochkultur und
den Verfechtern einer marginalisierten Kunstform geprägten Augarten
statt - „Zabriskie Point“ wird im Rahmen von „Kino wie noch nie“ am
Samstag, dem 17. Juli 2010, am Augartenspitz gezeigt.
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Kino wie noch nie
Rezension von





















































