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„Zabriskie Point“: erfolgloser Flop oder filmisches Kunstwerk?

„Zabriskie Point“ (1970) im Sommerkino

Der Ex-Student Mark (Mark Frechette) flüchtet mit einem gestohlenen Flugzeug von einer durch die Polizei gewaltsam unterbrochenen Studentendebatte in Los Angeles, weil dabei ein Polizist erschossen wurde und man Mark verdächtigen könnte. Die Angestellte Daria (Daria Halprin) ist mit dem Auto unterwegs nach Phoenix zu einer Konferenz. Im Death Valley kreuzen sich ihre Wege und Daria nimmt ihn mit dem Auto mit. Sie halten bei Zabriskie Point an, wo sie bei Spaziergang, Diskussion, Spielchen und Sex den Tag mitenander verbringen. Nach dem Treffen mit einem Polizisten trennen sich ihre Wege. Daria gelangt allein zur Villa ihres Chefs (Rod Taylor), verlässt sie aber bald darauf und beobachtet aus der Entfernung wie die Villa explodiert.
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Film als Profit
Der italienische Regisseur Michelangelo Antonioni bietet – wie es für das Autorenkino üblich ist – im Rahmen seines unkonventionellen Geschichtenerzählens kaum Erklärungen, Antworten oder Anleitungen zu seinen Bildern. „Zabriskie Point“ folgte 1970 vor allem kommerziell erfolglos auf „Blow Up“ (1966), den Liebling der Kritiker, mit dem Antonioni endgültig auch seinen internationalen Durchbruch schaffte. Wenn „Blow Up“ ein Film über die Tücken der Realität und die Rolle visueller Medien bei der Erstellung dieser vor dem Hintergrund der „Swinging Sixties“ in London war, entwickelte Antonioni nach Wunsch von MGM „Zabriskie Point“ zu einem marktgerechteren Film, zur Reflexion der freien, jedoch meistens verwirrten, quasi intellektuellen und politischen Jugendbewegung Ende der 1960er Jahre in den USA. Der Kampf gegen Autorität, die Zerstörung von Statussymbolen der Eliten oder die Verwendung des Soundtracks zeugen von dem Wunsch, auf direktem Weg so schnell wie möglich Profit zu erzielen.

Die bekannteste Sequenz des Films – die langanhaltende, ästhetisierte Explosion der Villa – schmückt ein Song der britischen Band Pink Floyd. Aus „Careful with that Axe, Eugene“ wurde „Come in Number 51, Your Time is Up“, wobei das Original durch ein Chor und Geflüster ergänzt, der gesprochene Teil jedoch rausgeschnitten wurde. Außer Pink Floyd waren auf dem Soundtrack unter anderem noch Grateful Dead und The Rolling Stones vertreten.

 

filmstarts.de/collection christophe l.

Klassiker unter den Flops
Wenn auch der Film zum Zeitpunkt seines Entstehens ein ziemlicher Flop war, sollte man sich ihn heute als gesellschaftskritisches Porträt einer Epoche ansehen, vor allem aber aufgrund der darin enthaltenen Kameraarbeit von Alfio Contini als einen ästhetisch relevanten Film wahrnehmen. Besonders die Sequenzen im Death Valley und die Explosion der Villa sind zweifellos sehenswert. Für alle Fans des klassischen Rock und/oder eines der wichtigsten italienischen Regisseure des 20. Jahrhunderts ist es hingegen sowieso ein obligatorischer Film.

„Zabriskie Point“ bietet aber auch einige Referenzen. Indem er zeigt, dass sich Leute, die sich irgendwie in Einöden „verlaufen“, eigentlich nur mit sich selbst beschäftigen können, erinnert er etwas an Gus van Sants „Gerry“ (2002). Da jedoch der Weg das Ziel ist, sind die Reisen der Akteure das zentrale Element des Films, der somit zum Genre des Roadmovies dazugerechnet werden kann. Wegen der Verbindung zur Musik und dem Hinterherfahren nach dem Sinn des Lebens vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche (man vergleiche die Beatniks und die Hippies), erinnert „Zabriskie Point“ schließlich an Jack Kerouacs Roman „Unterwegs“, der demnächst endlich verfilmt wird, unter der Regie von Walter Salles („Die Reise des jungen Che“).

Passend zum Thema des Films findet die Vorführung im zuletzt stark durch den Kampf zwischen Vertretern der vermeintlichen Hochkultur und den Verfechtern einer marginalisierten Kunstform geprägten Augarten statt - „Zabriskie Point“ wird im Rahmen von „Kino wie noch nie“ am Samstag, dem 17. Juli 2010, am Augartenspitz gezeigt.

 

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Kino wie noch nie

Rezension von

Fotos: (Poster) sowie (2), (3), (4) und (5) filmstarts.de, (1) Filmarchiv Austria

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