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mokant.at > foto: julia staller
Enten zu füttern ist böse und somit natürlich ein Anti-Freizeit-Tipp

Warnung! Du bist im Begriff einen absolut miserablen Freizeittipp zu lesen. Zum Wohle deiner eigenen Lebensqualität: Bitte nicht nachmachen!

 

Wäre ich eine Ente, ich wäre ziemlich angepisst. Vor allem wenn ich eine Ente im Park wäre. Zur Sommerzeit. Neben meinem gemütlichen Leben am und ums Wasser (gemütlich, außer dieser eine blöde Erpel kommt mit seiner Macho-Anmache und vermiest wieder alles) würde ich ständig mit diesen Brotstücken gefüttert werden. Ja gut, würde ich mir denken. Super, dass mir das Futter nachgeschmissen wird. Und außerdem ist so ein knuspriges Brotstück auch viel leckerer als eine glitschige Alge, aber verdammt noch mal, irgendwann wäre ich echt angepisst. Zum einen hätte sich meine Entenfamilie entfremdet, wir würden uns ständig um diese Brotklumpen streiten. (Ich muss nicht erwähnen, dass Macho-Erpel sich als Alpha-Tierchen aufspielt, als sei er ein Löwe.) Außerdem würden wir alle an Bauchschmerzen leiden. Und der Teich, hätte mir ein Fisch erzählt, sei jetzt vollgewachsen mit diesen glitschigen Algen und er findet nichts mehr zu fressen. Wäre ich eine Revoluzzer-Ente, würde ich versuchen, die anderen Enten davon zu überzeugen, dass wir diese Brotkrümel-Menschen verachten sollten?

 

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Wobei: Wäre ich wiederum ein Brotkrümel-Mensch, ich würde es genießen, mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und nebenbei die gefiederten Nachbarn am Teich mit meinem alten Brot zu füttern. Da hätte ich ein verdammt gutes Gefühl dabei. Weil: Zum einen müsste ich kein schlechtes Gewissen mehr haben, dass ich mein Brot nicht aufgegessen habe und in Afrika gleichzeitig Kinder hungern, sondern würde den Enten damit sogar etwas Gutes tun, was mir wiederum ein gutes Gewissen geben würde, dass ich eh voll naturverbunden bin, auch wenn ich diesen Sommer mit dem Flugzeug nach Berlin fliege anstatt mich in den stickigen Zug zu setzen, und meine kostbare Lebenszeit mit Unmengen an Ich-kenn-dich-nicht-aber-erzähl-dir-gerne-von-meinem-letzten-Klogang-Menschen gestohlen wird (dazu mehr in einem anderen Anti-Freizeit-Tipp).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ja, ich würde mich darüber amüsieren, wenn die kleinen Wasservögelchen sich gegenseitig pieksen würden, weil ich ihnen ein Brotkügelchen absichtlich ungünstig hinter einen Stein platziere. Mei, wie lieb, würde ich mir denken, wenn der eine Erpel – für Entenverhältnisse „bedrohlich“ – seine Flügel hochschlägt und die Augen zukneift und die anderen Enten in die Flucht schlägt. Und weil ich dabei so viel Spaß hätte, würde ich mich dann furchtbar über dieses „Enten füttern verboten“-Schild aufregen. Und mir von meiner mit einer ganzen Brotkübel-Tonne-ausgestatteten Sitznachbarin Luise, einer 78-jährigen Pensionisten, erklären lassen, dass es früher so etwas nicht gegeben hätte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wobei: Wenn ich eine Schnecke oder ein Wurm wäre, ich würde mich furchtbar über die Brotkrümel-Menschen freuen. Früher, das hätte ich mir von Babsi, einer zweijährigen Schneckenpensionistin, erzählen lassen, hätten die gefiederten Teufel (sie würde „Teufel“ mit dem Hochstrecken ihrer Fühler betonen) ihre gesamte Familie ausgelöscht. Jetzt wären aber die Brotkrümel-Menschen gekommen, um uns alle zu retten. Denn: Seit die Mägen der gefiederten Teufel (Hochstrecken der Fühler!) mit dem Brot vollgestopft würden, hätten wir Schnecken und Würmer nichts mehr zu befürchten. Und dann würde Babsi sagen, das sei der Tod der gefiederten Teufel. Immerhin seien wir für eine ausgewogene Ernährung der gefiederten Teufel überlebenswichtig. Wie gerissen diese Brotkrümel-Schnecken-und-Würmer-Retter doch sind.

Wobei: Wenn ich jetzt wiederum ich wäre, ich würde mir denken, ich schaff mir ein Hausschwein an, wenn ich unbedingt meine Essensreste loswerden will.

Vergeudete Zeit: Entenfüttern für Fortgeschrittene, die mit einem ganzen Brotlaib ausgerüstet sind: bis zu 24 Stunden (Enten sind tag- und nachtaktiv!); Entenfüttern für Anfänger, die nur einige Brotkrümel anzubieten haben: Fünf Minuten (aber dann bitte schnell wegrennen, bevor sich die Enten über die billige Gabe zu beschweren anfangen).

Langeweilefaktor: Enten. Eine weitere Erklärung für das Langeweile-Ranking ist nicht notwendig. 5 von 5 Punkten

Peinlichkeitsfaktor: Entenfüttern ist absolut gesellschaftstauglich. 0 von 5 Punkten.

Wahrscheinlichkeit, dass der Satz „Nie mehr wieder“ fällt: Wenn die Ente sich den Brotkrümel schnappt und vor uns tot umkippt? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.

 

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