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„Muezzin“ versucht einen privaten Zugang zum Thema zu finden
„Muezzin“
Österreich 2010
Gleich zu Beginn des Films erfolgt die Einblendung der Zahl 2944. In Istanbul gibt es nämlich 2944 Moscheen. Zu einer der fünf Gebetszeiten am Tag stehen also knapp dreitausend Gebetsausrufer auf dem Minarett ihrer arbeitgebenden Moschee und fordern gläubige Moslems zur Ausübung ihrer religiösen Pflicht auf. Wer schon einmal dem Gesang eines Muezzins lauschen konnte, weiß um die Intensität dieses sozusagen magischen Moments bescheid. Einen Augenblick lang steht die Zeit still, bevor sich wieder das Alltagsleben einschleicht.
Die Ambivalenz des Islams ist ein wiederkehrendes Thema des Films
Hinter dem Minarett-Mauerwerk
So wird auch die erwachende Millionenstadt Istanbul im Film porträtiert: noch verschlafen, etwas nebelig und wenig geschäftig. Dann singt der Muezzin. Im nächsten Moment wirkt alles irgendwie doch anders, aber unverändert. Der Regisseur Sebastian Brameshuber bemüht sich in seinem ersten Dokumentar- und Langfilm um einen anderen, vor allem privateren Zugang zur Figur des Muezzins. Obwohl der religiöse Hintergrund immer mitschwingt und in diesem Falle natürlich nicht wegzudenken ist, geht es ihm vielmehr um die Besitzer der Stimmen hinter dem hohen Mauerwerk des Minaretts.
Authentisch und sympathisch
Er zeigt Bilder von liebevollen Familienvätern, autodidaktischen Künstlern und enttäuschten Wettbewerbsteilnehmern. Der Gebetsrufwettbewerb dient ihm dabei als Mittel zum Zweck, seine Geschichten zu transportieren. Dieser Bewerb, bei dem der klingendste Gebetsaufruf des Landes gesucht wird, erweitert den Film auch um die Dimension der Spannung. Es handelt sich dabei um einen bescheidenen Wettbewerb, was ihr umso authentischer macht, seine Teilnehmer sympathischer. Jedoch sind diese Episoden dazwischen, wo er den Alltag seiner drei Protagonisten Halit Aslan, Habil Öndes und Isa Aydin zeigt, das Herzstück dieser Dokumentation.
Singen als Sünde
Immer wieder thematisiert Brameshuber die tief verwurzelte Ambivalenz des Islam, ob Singen als Sünde wahrgenommen wird oder nicht. Vordergründig ist dieses Hin und Her zwischen religiösem Pflichtbewusstsein und ansteckender Leidenschaft, zwischen Jobausübung und künstlerischer Gesinnung, zwischen Geistlichem und Weltlichem. Einer Welt, die den Frauen nur einen Platz am Rande der Gesellschaft einräumt. Etliche Fragen werden aufgeworfen, Antworten hat der Regisseur nur wenige parat. Doch finden sich viele Ansätze in diesem durch und durch sehenswerten Filmbeitrag. Die Antworten sucht sich das Publikum am besten selber.
So wird auch die erwachende Millionenstadt Istanbul im Film porträtiert: noch verschlafen, etwas nebelig und wenig geschäftig. Dann singt der Muezzin. Im nächsten Moment wirkt alles irgendwie doch anders, aber unverändert. Der Regisseur Sebastian Brameshuber bemüht sich in seinem ersten Dokumentar- und Langfilm um einen anderen, vor allem privateren Zugang zur Figur des Muezzins. Obwohl der religiöse Hintergrund immer mitschwingt und in diesem Falle natürlich nicht wegzudenken ist, geht es ihm vielmehr um die Besitzer der Stimmen hinter dem hohen Mauerwerk des Minaretts.
Authentisch und sympathisch
Er zeigt Bilder von liebevollen Familienvätern, autodidaktischen Künstlern und enttäuschten Wettbewerbsteilnehmern. Der Gebetsrufwettbewerb dient ihm dabei als Mittel zum Zweck, seine Geschichten zu transportieren. Dieser Bewerb, bei dem der klingendste Gebetsaufruf des Landes gesucht wird, erweitert den Film auch um die Dimension der Spannung. Es handelt sich dabei um einen bescheidenen Wettbewerb, was ihr umso authentischer macht, seine Teilnehmer sympathischer. Jedoch sind diese Episoden dazwischen, wo er den Alltag seiner drei Protagonisten Halit Aslan, Habil Öndes und Isa Aydin zeigt, das Herzstück dieser Dokumentation.
Singen als Sünde
Immer wieder thematisiert Brameshuber die tief verwurzelte Ambivalenz des Islam, ob Singen als Sünde wahrgenommen wird oder nicht. Vordergründig ist dieses Hin und Her zwischen religiösem Pflichtbewusstsein und ansteckender Leidenschaft, zwischen Jobausübung und künstlerischer Gesinnung, zwischen Geistlichem und Weltlichem. Einer Welt, die den Frauen nur einen Platz am Rande der Gesellschaft einräumt. Etliche Fragen werden aufgeworfen, Antworten hat der Regisseur nur wenige parat. Doch finden sich viele Ansätze in diesem durch und durch sehenswerten Filmbeitrag. Die Antworten sucht sich das Publikum am besten selber.





















































