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filmstarts.de„Streetdance“: Ein weiterer Tanzfim à la „Dirty Dancing“?

Filmriss Pro und Contra: „Streetdance 3D“ Drama/Tanzfilm, GB, 2010

 

Nachdem ihr Freund die Streetdance-Gruppe verlässt, weil er angeblich eine Auszeit von allem braucht, wird die junge Carly (Nichola Burley) Teamchefin und muss der langsam auseinanderklaffenden Gruppe einen Ort zum Üben suchen. Die Zeit wird knapp, denn bald muss sie bei einem wichtigen Tanzwettbewerb ihre Leistungen zur Schau stellen. Durch Zufall erhält Carly ein ungewöhnliches Angebot: Sie darf den Saal einer Tanzschule nutzen wenn sie einwilligt, einige Ballettschüler in die Gruppe aufzunehmen und zu trainieren. Dass das keine leichte Aufgabe ist, wird spätestens dann klar, als das Ballett versucht, Streetdanceschritte vorzuhüpfen.

 

mokant.at collage > fotos: filmstarts.de
Bald gilt es sich gegen die anderen Teams zu beweisen
Pro: Dirty Dancing
Liebe Leserschaft, ich will euch einige Fragen stellen. Könnt ihr nicht genug bekommen von den Tanzfilmen der letzten 25 oder besser gesagt zehn Jahre? Hört ihr in eurer Freizeit gerne was halt gerade populär ist, also vor allem Hip Hop, Rap, Pop und Electronica in allen Variationen? Gefällt euch darüber hinaus die Hip Hop-Subkultur mit ihren „dance battles“ und „street dance“-Performances, wie sie unter anderem vom Wiener Stephansplatz nicht mehr wegzudenken sind? Bekämpft ihr vehement die Meinung, dass mit der erneuten 3D-Revolution übertrieben wird und sie das Medium Film endgültig zu Grabe tragen wird? Seht ihr nichts Schlimmes daran, dass sich renommierte, gute Schauspieler für kommerzielle, alles andere als künstlerische Filme opfern (müssen)? Seid ihr unter 17 Jahre alt? Wenn ihr zumindest auf eine der Fragen mit Ja geantwortet habt, dann gratuliere ich – ihr werdet diesen Film lieben! Das Erstlingswerk der Regisseure Max Giwa und Dania Pasquini ist noch eine Version der alten Geschichte über den Kampf der Kulturen. Nein, diesmal nicht im Sinne von Samuel P. Huntington, sondern als Kampf der Temperamente, wobei künstlich auferlegte Hierarchien durchbrochen werden sollten. Und dies sowohl auf gesellschaftlicher wie auch auf privater Ebene natürlich auch gelingt. Unterschiede ziehen sich halt auf irrationale Weise an, oder? Dabei ist der Film aber auch ein Plädoyer für die wahren Grundsteine für jegliches künstlerisches Schaffen: Leidenschaft und Intuition.

Contra: Tausendfach kopiert
Das kommt uns doch alles irgendwie bekannt vor, nicht wahr? Kein Wunder, denn in den letzten Jahren sind besonders viele Filme entstanden, die sich mit dem Zueinanderfinden von Hip-Hop und Ballett auseinandersetzen. „Save the last dance“, „Step up“ und ihre jeweiligen Nachfolger haben bereits gezeigt, dass Besucher diesen Filmen nicht abgeneigt sind.
Das Grundgerüst ist jedoch so alt wie die Welt selbst: zwei Menschen aus verschiedenen Kulturen, Kasten oder eben Tanzbewegungen treffen und verlieben sich nach und nach in einander. Ihre Unterschiede werden immer wieder aufgeführt, verblassen aber mit der Zeit, weil sie sich immer näher kommen. Ob es dabei um „Romeo und Julia“, „West Side Story“ oder einen der oben angeführten Tanzfilme geht, spielt schlussendlich keine Rolle. Das einzige was solche Filme letztlich unterscheidet ist der Einfallsreichtum, die Art und Weise der In-Szene-Setzung, die Seele des Films. „Streetdance“ besitzt zwar massigst 3D-Effekte (es lässt sich darüber streiten ob diese nötig sind), fällt aber in allen anderen Aspekten durch, denn die nahezu perfekten Tanzeinlagen können nicht von der miesen schauspielerischen Leistung ablenken, sie können nicht einmal die vorhersehbare Geschichte aufwerten, die sich langsam und ohne wirklichem Höhepunkt emotionslos durch den ganzen Film zieht.
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