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EMI Capitol Music & Katja Kuhl
Die vielseitige Musik von Olli Banjo zieht auch Punk-Fans an

Der deutsche Ausnahme-Rapper Olli Banjo über Gangster-Rap-Quatsch und Frauen

 

Die nötige Prise Humor, um die Ironie seiner Sprechtexte zu verstehen, muss die Höhrerschaft einfach innehaben. Olli Banjo polarisiert gerne, kennt sich in Sachen Frauen bestens aus und erlebt im Moment seine ganz persönliche „Kopfdisco“. Der Rapper lädt ein, in eine musikalische Welt einzutauchen, in der es scheinbar keine Regeln gibt, „political correctness“ sowieso nicht, wo wir wieder bei der Prise Humor wären.
mokant.at > foto: alexandra toth

mokant.at: Der Titel deines aktuellen Albums lautet „Kopfdisco“. Weshalb beschreibt dieser Titel dein gesamtes Werk so treffend?
Olli Banjo: Weil der Titel meine Vielseitigkeit und auch die Bandbreite des Albums so ein bisschen wiedergibt. „Kopfdisco“ ist so ein bisschen Gehirnkarussell, also viele verschiedene Dinge. Es gibt auf dem Album ernste Themen, aber auch viele lustige Dinge. Dann gibt's aber auch politische Tracks wie der Track mit Xavier Naidoo. Das Album hat eben kein Konzept, es ist freier und deshalb ist „Kopfdisco“ als eine Art Gedankencollage zu verstehen.

mokant.at: Deine Vielseitigkeit ist auch musikalisch hörbar. Welche Musikrichtungen beeinflussen deinen Rap?
Olli Banjo: Hauptsächlich Rock-Musik, damit bin ich groß geworden. Mich beeinflussen Bands, mit denen ich halt aufgewachsen bin. Wie beispielsweise „Queens Of The Stone Age“ oder auch „Korn“ und „The Mars Volta“, all diese Einflüsse lasse ich in meine Musik einfließen.

mokant.at: Wenn du so eine Schwäche für Rock hast, wieso machst du dann Rap-Musik?
Olli Banjo: Ja, ich mach auch gerade eine Rock-Platte, die wahrscheinlich Ende des Jahres rauskommt. Aber ich bin auch mit Rap aufgewachsen. Ich habe es halt viel später gehört, so mit zwölf, also ich liebe Rap natürlich, darum mach ich das.

 

mokant.at > foto: alexandra toth

mokant.at: Auf deinem aktuellen Album ist eine Kritik an der deutschen Rap-Musik unüberhörbar. Was stört dich an manchen, deutschen Rappern?
Olli Banjo: Viele Sachen finde ich einfach langweilig, viele kopieren und es klingt alles irgendwie gleich, es ist alles langweilig geworden, auch dieser Gangsta-Rap-Quatsch!

mokant.at: Du sagst ja auch auf deinem aktuellen Album: „Ich will keine Gangster auf MTV sehen“.
Olli Banjo: Ja, das will ja auch keiner mehr sehen außer wenige Ausnahmen. Es ist einfach schon eine Übersättigung da, viele Leute interessiert das nicht mehr und mich eben auch nicht mehr.

 

mokant.at:Was willst du denn auf MTV sehen?
Olli Banjo:Geile neue Bands, die schöne Dinge machen oder einfach auch „reale“ Leute, die ihren Film machen und Talent haben. Ich will talentierte Musiker sehen. Das ist vielleicht auch ein bisschen utopisch und traumtänzerisch, aber ich würde mich freuen.

mokant.at:In deinem Track „Randale in der Sonderschule“ hältst du der deutschen Jugend lyrisch ein wenig den Spiegel vor und kritisierst deren Bildungslücken. Wie erklärst du dir das fehlende Interesse deutscher Jugendlicher an Bildung?
Olli Banjo:Schwer zu sagen. Kein Schüler geht gerne in die Schule, aber so ein gewisses Grad an Bildung ist voll notwendig, wenigstens ein gewisses Interesse an der deutschen Sprache würde ich mir wünschen. Man sollte gucken, dass man kein Vollidiot bleibt. Ich denke, wir leben einfach in so einer schnellen und hektischen Gesellschaft, dass die Leute verwirrt sind, dass man auch alles abkürzt. Deshalb werden anscheinend auch in der Sprache die Artikel weggelassen. Die Leute gehen nicht mehr in die Stadt, sondern sie gehen Stadt, wie ich es eben sprachlich in dem Track wiedergebe. Ich liebe Sprache und finde, dass die deutsche Sprache eine schöne Sprache ist, deshalb nervt mich das.

mokant.at:Also kritisierst du eigentlich mehr die Sprache der Jugend?
Olli Banjo:Ja, aber auch die mangelnde Bildung.


mokant.at > foto: alexandra toth

mokant.at: Ist da der Begriff „Sonderschule“, den du verwendest, nicht ein wenig grenzwertig?
Olli Banjo: Ja, schon. Ich will natürlich keine Leute diskriminieren, die auf der Sonderschule sind, das liegt mir fern. Ich weiß natürlich, dass es grenzwertig ist, diesen Begriff zu verwenden, aber ich will natürlich auch provozieren. Dass es nicht politisch korrekt ist, ist mir vollkommen klar.

mokant.at: In dem Lied „Quando“ beschäftigst du dich mit Groupies. Hast du denn viele Groupies?
Olli Banjo: Ja, ich hab viele, aber ich treffe mich nicht mit denen. Ich hab damit nichts zu tun, das macht alles mein „Back-up MC“. Ich kann halt auch das ganze Groupie-Ding nicht nachvollziehen.

mokant.at: Warst du nie Groupie?
Olli Banjo: Lass mich kurz überlegen. Nee! Warst du mal Groupie?

mokant.at: Lass mich kurz überlegen. Nein! Du sprichst immer in den höchsten Tönen von deinem Rapkollegen Kool Savas. Was ist das Besondere an ihm?
Olli Banjo: Er ist einfach hundert Prozent Rap. Er ist auf jeden Fall Inspiration und er rappt einfach cool. Er ist noch mehr Rap als ich, du siehst ja, ich mach auch Rock. Er schreibt außerdem auch gute „Hooks“ und gute Melodien. Auf meinem neuen Album „Kopfdisco“ ist ein Song mit ihm drauf, wo er auch den Refrain geschrieben hat („Schritte vor der Tür“, Anmerkung der Redaktion).

 

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„Der beste Rapper werden“


Interview führte

Fotos: EMI Capitol Music & Katja Kuhl (1), mokant.at (3) > fotos: alexandra toth
Titelbild: EMI Capitol Music & Katja Kuhl

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