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Fotos: Sprengel Museum Hannover / Michael Herling und Aline Gwose
Die kleine Künstlerin steht auf große Skulpturen

Werke einer kleinen Künstlerin mit einem großen Drang zum Feminismus

 

Seit dem 21. Mai gibt es im eigens für diese Ausstellung kreierten „Garten der Fantasie“ im Essl-Museum in Korneuburg eine neue Ausstellung ganz im Zeichen der Niki de Saint Phalle zu bewundern. Die Werke der im Jahre 2002 verstorbenen Künstlerin beinhalten Assemblagen und zahlreiche Skulpturen und Plastiken, die im Rahmen der bis zum 26. September gezeigten Ausstellung den großen Saal des Essl-Museums in einen „Garten der Fantasie“ verwandeln.

Fotos: Sprengel Museum Hannover / Michael Herling und Aline Gwose
Wer die Werke genießen will, muss auf die Details achten
Macht über die Welt
Zu den Hauptwerken der Künstlerin zählen neben den weltbekannten „Nanas“, überproportionierte Frauenfiguren, die sie aus Draht, Stoff und später Polyester fertigte, ihre frühfeministischen Werke – die „Schießbilder“. Über ihre „Nanas“ sagte sie einmal: „Ich werde die größten Skulpturen meiner Generation machen. Größer, höher und stärker als die der Männer." Als sie anfing, mit Polyester zu arbeiten, hatte sie bereits neue Pläne: „Nach den Woll- und „Stoffnanas“ träumte ich von riesigen, bunten Nanas, die draußen, in der Mitte eines Parks oder Platzes stehen konnten. Ich wollte, dass sie die Macht über die Welt übernehmen.“

Bunte Sinnlichkeit
Gleich zu Beginn der Ausstellung betritt man den eigens für diese Ausstellung angelegten „Indoor-Garten“, in dem sich verschiedene Skulpturen Niki de Saint Phalles tummeln. Im Zentrum des Gartens steht eine knapp drei Meter hohe, mit Spiegelscherben bestückte Skulptur, die den Namen „Obelisque de miroirs“ trägt. Im Garten befinden sich außerdem eine Sphinx-Skulptur, ein Modell der Sphinx im Tarotgarten, den Niki de Saint Phalle zusammen mit Jean Tinguely in der Toskana realisierte. Der Tarotgarten besteht aus 22 großen Skulpturen, die den Trumpfkarten eines Tarotdecks entsprechen, und wurde 1996 erstmals eröffnet. Die Sphinx stellt in diesem Garten die Herrscherin dar.

Blutende Bilder
Weiter geht es dann ins Obergeschoss, in den großen Saal des Essl Museums. Als Erstes fällt einem dort eine große Pferdeskulptur ins Auge, auf der eine Braut sitzt. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass das Pferd zum Großteil aus allerlei Spielzeug und kleinen Figuren zusammengesetzt ist. Als nächstes kommt man zu Nikis Assemblagen, die auf den ersten Blick sehr entstellt aussehen. „In unserer Ausstellung stehen weniger die „Nanas“ im Mittelpunkt, als Nikis frühfeministischen Werke“, erzählt Erwin Uhrmann, der Leiter der Presseabteilung des Museums. Bei zahlreichen Exponaten handelt es sich um ihre „Schießbilder“ - oft sehr aufwändige Assemblagen mit Farbbeuteln, die sich unter der Gipsschicht befinden, auf die die Künstlerin geschossen hat. Die weiße Oberfläche der Bilder wurde dabei mit Farbe bespritzt – die Bilder bluteten. Niki verstand das damals sowohl als Gewaltausübung, als auch als künstlerische Auseinandersetzung mit einer männerdominierten Gesellschaft. Ein „Krieg ohne Opfer“, wie die zornige, junge Künstlerin sagt.

Eines haben Niki de Saint Phalles Werke alle gemeinsam: sie sind unglaublich detailreich - viele ihre Assemblagen bestehen aus lauter kleinen Figuren - sodass man viel Zeit braucht, um alle Einzelheiten an ihnen zu entdecken. Nikis außergewöhnliche „Schießbilder“ strahlen zudem Wut und gleichzeitig eine solche Faszination aus, dass sie den Betrachter magisch anzuziehen scheinen. Wer sich von einer außergewöhnlichen Künstlerin und deren einmaligen Werken hypnotisieren lassen möchte, kann dies noch bis zum 26. September im Essl Museum tun.
Link dazu ...
Essl Museum
Niki de Saint Phalle auf Wikipedia



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