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mokant.at montage > foto: peter unterthurner
Julia Staller ist CvD, stv. Chefredakteurin und Gesellschafts-Ressortleiterin

Liebe Leserin!

Lieber Leser!

 

Mein Herz pochte, als mokant.at-Fotograf Peter Unterthurner mir erzählte, dass unser Redakteur Samuel Kasper zwei Stunden lang mit blutendem Bein neben der Straße lag. Dass der Regen in sein Gesicht plätscherte während er inbrünstig um Hilfe rief. Und er triefend nass erst mitten in der Nacht gerettet wurde. Der Schauer lief mir über den Rücken, unweigerlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, immerhin hatte ich ihn als Ressortleiterin in diese Situation gebracht. Ich konnte mich nur damit trösten, dass es kein echtes Blut war, das da aus seinem Bein lief. Und dass es sich nicht um einen realen Unfall handelte, sondern um die Katastrophenübung der Tiroler Rettung. Samuel Kasper hat sich dort als Übungsopfer zur Verfügung gestellt und – wortwörtlich – hautnah die Arbeit der jungen Sanitäter miterlebt. Dass bei einem solch großen, inszenierten Einsatz Fehler passieren können, ist klar. Immerhin sollen die frisch ausgebildeten Sanitäter auch daraus lernen. Wobei es dann schon peinlich ist, wenn dem armen Übungsopfer Samuel in seine offene Übungswunde Blümchen und Gräser einbandagiert werden. Aber vielleicht waren es ja Heilkräuter? Samuel Kasper erzählt von seinen kunstblutigen Erlebnissen in unserer aktuellen Titelreportage „Mehr als nur ‚Ketchup-Verspritzen'“.

Etwas weniger blutig ging's bei der Schnitzeljagd „hunTU“ zu, bei der Alexandra Gritsevskaja mit am Start war. Sie berichtet in ihrem Artikel „Die Pi-Tage des Schnitzels“ von den kuriosen Aufgaben, die die Schnitzeljagd-Organisatoren von der Technischen Universität Wien, gestellt haben. Und wer sich dieser Tage gefragt hat, warum denn schon wieder ein Remmidemmi um ein mittelklassiges Handy, nämlich das neue iPhone 4, gemacht wird (Beschwerde- und Hass-Mails bitte an die untenstehende Adresse), dem sei die „hunTU“ ganz besonders ans Herz gelegen. Denn da darf man auch mal mit einem Vorschlaghammer auf das Bobo-Handy einschlagen (ich sag ja: Beschwerdemails bitte an die untenstehende Adresse).

Apropos Bobos: Was hören die eigentlich für Musik auf ihrem iPod? Ich lehne mich weit aus dem Fenster und behaupte, Hip-Hop wird nicht zur klassischen Bobo-Musikrichtung zählen. Aber das liegt nicht daran, dass Hip-Hop tot ist! Das habe ich zumindest bei Carmen Feichtingers Kommentar „Hip-Hop-Selige am Strom“ gelernt. Auch bei Oliver Lukesch' Liebesbrief an die Sonne habe ich viel lernen können. Der Medienverbands-Vizepräsident gibt sich jede zweite Woche einen Kommentar-Schlagabtausch mit mokant.at-Chefredakteurin Michaela Wein. Und dieses Mal war ich überwältigt, wie viele Synonyme es eigentlich für die Sonne gibt: Gelbe Sau, grinsende Gaskugel, und wenn sie scheint, dann ist das wie ein AC/DC-Konzert unter der Haut … Der durchwegs überzeugende Gegenkommentar von Michaela Wein ist im Online-Magazin subtext.at unserer oberösterreichischen Kollegen zu lesen. Überzeugend deswegen, weil Michaela Wein es einfach auf den Punkt bringt: Der regnerische Sommerbeginn hat nur mal wieder die „Suderer-Mentalität der heimischen Bevölkerung“ offenbart.

Dann lieber zuhause verkriechen und Roadmovies schauen. Oder sich über die Vorfeldorganisationen der Parteien im Internet informieren, zum Beispiel über den RFJ. Oder mit Bier und Chips die Fußball-Weltmeisterschaft, die am 11. Juni startet, auf der Couch mitverfolgen. Pascal Honisch hat hinter die rosarote Fassade der Marketing-Maschinerie geblickt und meint in seinem Kommentar, dass die Fußball-WM dem Austragungsort Südafrika mehr schaden als nutzen wird.

Zwischen den WM-Spielen bleibt sicher Zeit mokant.at zu lesen. In der nächsten Woche erwartet dich ein Interview mit der heimischen Rockband „Julia“ und jede Menge Freizeitempfehlungen, etwa ein Filmtipp von Jelena Cavar in ihrer Kolumne „100 Filme – Ein Leben“ und eine Pro-/Contra-Rezension über die politisch heiß diskutierte Ausstellung „Blumen für Kim Il Sung“.

In diesem Sinne: Nicht brav bleiben, mokant werden und lesen, empfiehlt dir

Julia Staller
Stv. Chefredakteurin


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