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Jelena Cavar über die 100 Filme, die man gesehen haben sollte

Die Klassiker-Kolumne von Jelena Cavar

 

In dieser Woche befasse ich mich mit einem etwas jüngeren Film-Beitrag, und zwar einem aus dem Jahre 1997. Folgend sechs Gründe, warum „Boogie Nights“ von Paul Thomas Anderson nicht nur großes Popcorn-Kino ist, sondern auch einen bemerkenswerten Beitrag zur Kinohistorie darstellt:

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1) Sex sells. Immer.

2) Die umwerfende Heather Graham IST Rollergirl, Punkt.

3) „Boogie Nights“ ist ein herrlich-süffisantes Kaleidoskop der amerikanischen Pornoindustrie der späten Siebziger Jahre, die einerseits vor ihrem großen Kinountergang und auch vor ihrem noch größeren VHS-Werdegang stehend gezeigt wird. Eine Zeit des schmuddeligen Porno-Chics, als Aids noch kein Thema war, die Frauen einem natürlicheren Ideal entsprachen und die Männer ohne Viagra „hantierten“. Paul Thomas Andersons Film ist eine lehrreiche mediale Geschichtsstunde, bzw. zweieinhalb davon. Großes Kino, stimmungsvoll aufgefangen, niemals langweilig, mit viel nackter Haut, und nicht nur der von Heather Graham und Mark Wahlberg.

4) Ehre immer dem, dem sie gebührt. Zum Plot: Der unscheinbare und ein wenig naive Highschool-Schüler Eddie Adams avanciert zu Dirk Diggler, dem größten männlichen Pornostar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein schillernder Aufstieg, gefolgt von einem skandalträchtigen Abstieg, verpackt in einem bewegenden und visuell äußerst ansprechenden Melodram. Nach der wahren Lebensgeschichte der früh verstorbenen Porno-Legende John Holmes.

 

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5) Früher oder später (am besten sofort, wo das Herbstwetter noch mitspielt) sollte sich der Film-liebhabende Mensch alle Filme des Regie-Wunderwuzzis Paul Thomas Anderson zu Gemüte führen. Eine bisher eher überschaubare, umso bemerkenswertere Werksammlung mit „Punch Drunk Love“, „Magnolia“, allen voran sein jüngster Beitrag „There Will Be Blood“. Apropos Anderson: Wes Andersons Filme sind ebenfalls nicht außer Acht zu lassen, darüber dann vielleicht ein andermal und vor allem ausführlicher.

6) Marky Mark, bürgerlich Mark Wahlberg legte erstmals viel versprechendes Schauspieltalent an den Tag. Fans schätzten selbiges allerdings auch schon bei der Plakatserie einer US-amerikanischen und hautengen Unterwäsche-Kultmarke. „Boogie Nights“ ebnete ihm quasi den Weg für seine steile Hollywood-Karriere. Aus dem wird noch mal ein ausgewachsener Charakter-Darsteller, ich sags euch. Mein vollster Ernst. Derzeit zu bewundern, jedoch mit Vorsicht zu genießen, in „Date Night – Gangster für eine Nacht“.


Kolumne von

Fotos: filmstarts.de (1), raimund appel (2) mit freundlicher Genehmigung des Admiral Kinos

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