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Mode ist in Österreich mehr als Opernball-Kitsch. Das beweist heuer das „10festival“
Zum fünften Mal jährte sich heuer das „festival for fashion & photography“ in Wien, veranstaltet von „unit f“, dem Fördermittel-Zuteiler für österreichische Designer. Das Festival avancierte in den letzten Jahren zum Fixpunkt im heimischen Modekalender – anders als bei den Fashionweeks in Modemetropolen versucht man, so das Konzept, den aufstrebende Modemachern des Landes eine Plattform für ihre Kollektionen zu schaffen, die an ihre klaren Modeidentitäten angepasst ist und sich zugleich dem internationalen Diskurs öffnet. Panels mit namhaften Modeleuten, wie etwa Jaime Perlman von der Vogue UK, Guerillastore-Openings im Liska am Hohen Markt und Partys im einschlägigen Szeneclub, der Pratersauna, sorgen für eine Mischung aus internationaler Fashionteilhabe und Zelebrierung der lokalen Modekultur. Für zehn Tage fühlt man sich in Wien nicht ganz abgeschnitten vom globalen Lifestylegeschehen und die imaginären Partnerstädte Berlin und Antwerpen fühlen sich ganz, ganz nah.
Das Kernstück des Festivals bilden die Schauen geförderter Labels und bereits etablierter Modemacher. Den Auftakt machte heuer die „Departure Fashion Night“ im Semperdepot der Akademie der bildenden Künste. Die von „Departure“, der Förderstelle für Kreativwirtschaft, unterstützen Labels stellten ihre Herbst/Winter- beziehungsweise Ressortkollektion vor (Ferienmode mit Ausblick auf die kommende Saison). Unbestrittenes Highlight war das Label „Doychinoff“, das durch imposant taillierte Kleider der Sorte biedere Heavyness unter heftigem Applaus defilierte. Das Handwerk hat die Designerin Maria Doytchinova bei den ganz Großen gelernt, das Praktikum bei Roland Mouret sieht man den Kleidern an – starke Schulterpartien für die fierce Lady, ausladende Hüftausformungen und Spacehotpants für den nötigen Sexappeal. Anna Aichinger, die bisher in der österreichischen Modelandschaft für weibliche Partyerotik einstand, machte diesmal einen entspannten Schritt zurück: Pastellchiffons, Bloomers, Seidentrench in Taubenblau und Jersey mit Blumenmotiven des 18. Jahrhunderts. Schön waren die seitlich gebundenen Tücher auf den Köpfen der Models und Knotendetails am Rücken und an der Hüfte.
Am folgenden Tag lud Thomas Kirchgraber, Societydarling und Stylemaster bei „Liska“, ins Semperdepot. Kirchgraber sorgte für keine großen Überraschungen, griff aber wichtige Trends der internationalen Herbst/Winter-Kollektion auf: Motorrad-Retro-Bikerlook, fransiger Pelz und Wallekleider aus fließender Seide, wahnwitziger Pelzmantel in Rot mit Rhinestone/Swarovski-Schultern, solide Trendpastiche für die Societylady – zu sehen beim Opernball 2011.
Austrian Fashion Awards
Den Höhepunkt bildet jährlich die Verleihung der „Austrian Fashion Awards“, die die Gewinner – vom frischen Uniabgänger bis zum national etablierten Label – mit Preisgeld für Praktika, internationale PR oder Messebeteilungen versorgt. Die diesjährigen Gewinner: Saskia Wendland, Isabelle Steger und das Männerlabel „superated“. Zum Abschluss präsentierten die Gewinner der Vorjahre ihre Kollektionen. Und die Speerspitze des neuen, international anerkannten und florierenden österreichischen Designs, Peter Pilotto, zeigte seine letzte Frühjahrskollektion. Aquatische Ombré-Farbverläufe ins englische Rot im labeltypischen Tweedprint, garniert mit wunderbaren Schnallengürteln um die Taille. Heartbeat pur!






































