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Romain Gary über Herzschmerz, Liebe und die Frau seines Lebens

„Die Liebe einer Frau“ von Romain Gary

 

Romain Garys Roman „Die Liebe einer Frau“ ist eine Ode an die Liebe, an das andere Geschlecht und vor allem an eine Frau, nämlich seine große Liebe Jean Seberg. An seine Beziehung mit der US-amerikanischen Schauspielerin und großen Stilikone der sechziger Jahre hat er sein letztes Buch angelehnt. Da das Leben und nicht die Kunst die bewegensten Geschichten schreibt, beweist seine eigene. Kurz nachdem Jean Seberg die gleichnamige Film-Adaptation von Costa-Gavras sieht, nimmt sie sich das Leben, Gary folgt ihr eineinhalb Jahre später in den Freitod. In einer kurzen Notiz streitet er allerdings jegliche Verbindung zu Sebergs Suizid ab: „No connections with Jean Seberg. Lovers of broken hearts are kindly asked to look elsewhere.“

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Das ewige Drama
Mann und Frau. Adam und Eva. Das ist wie Yin und Yang. Wie Schwarz und Weiß. Dies ertönt allerorts. Der französische Autor, Sohn jüdisch-russischer Einwanderer, will den Leser des Besseren belehren. Die Liebe einer Frau macht den Mann erst zum solchen. Der Mann komplettiert die Frau als solche. In einer Zeit der propagierten Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zwischen den Geschlechtern sucht Gary deren Gemeinsamkeiten, Abstimmungen und Ergänzungen. In einem Wortschwall vom Ich-Erzähler Michel heißt es: „Aber der von der Frau befreite Mann sowie die vom Mann befreite Frau verfügen über eine leere Lebenshälfte, in die sie so lange hineinblasen, bis sie sich aufbläht und schließlich den ganzen Platz einnimmt.“

 

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Die Facetten und Möglichkeiten
„Die Liebe einer Frau“ besingt den Facettenreichtum um die Möglichkeiten in der Beziehung zwischen Mann und Frau. Den Paarlauf definiert Romain Gary als das Non-Plus-Ultra. Zum einen gibt es da den adretten Michel, Pilot von Beruf, von seiner todkranken Frau Yannick frisch verlassen und im Herzen geschunden und verwundet wie es nur geht. Die Liebe zu seiner Frau ist groß, der Schmerz noch größer, doch am größten das Verständnis ihrer Trennung. Zum anderen gibt es die nicht minder Leid geplagte Lydia, seinen weiblichen Gegenpart. Sie fliegt ihm in einer schicksalhaften Zufallsbegegnung im kalten Paris in die offenen Hände. Zwei einsame Seelen beschließen an ihrer Pein nagt es sich zusammen wohl leichter als im Alleingang. Eine Nacht voller Versprechungen und Verspechen. Der ewige (Teufels)Kreis, die Schlange im Paradies.

Keine so genannten Gegensätzlichkeiten ziehen die Geschlechter zueinander, sondern die Verlockung der ewige Liebe, die notwendige Aufmerksamkeit, ein bisschen auch die unabdingbare Angewiesenheit. Er versucht der Essenz der Liebe näher zu kommen. Und trotzdem ist sein Roman keine schwulstige romantisierte „éloge de l'amour“, sondern mehr ein nüchterner Tatsachenbericht. Dann doch poetisch, lakonisch und ein bisschen verrückt.

 

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