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Zwei Horrorfilmfreaks und ein Snuff-Film
- ein wahrer Fall, der Gänsehaut beschert
Nach Hoger Schobers erfolgreicher Inszenierung von „Clyde und Bonnie“ (ausgezeichnet mit dem STELLA 09 in der Kategorie „Herausragendste Produktion für Jugendliche“) feierte nun auch sein neuestes Stück „Otaku“ am 3. Mai Einzug in den Dschungel Wien. Das Stück beruht auf einem wahren Fall, der sich 2005 in der Nähe von Linz ereignete – zwei Jugendliche brachten ein junges Mädchen vor laufender Kamera um. „Otaku“ erzählt die etwas andere Geschichte dieser beiden Horrorfilmfreaks.
Gewalt als Bestandteil des Lebens
Michael und Freddy, die beiden Protagonisten in „Otaku“, sind süchtig
nach Horrorfilmen. Sie sind beide mit dem Genre groß geworden und
drehen seit einiger Zeit sogar ihre eigenen Snuff-Filme; Filme in denen
ein Mord mit der Kamera aufgezeichnet wird. Was andere Menschen nur als
abscheulich bezeichnen können, macht den beiden Jugendlichen so viel
Spaß, dass sie bereits ihre nächste Realinszenierung planen. Sie
entführen das junges Mädchen Laurie und planen, es vor laufender Kamera
umzubringen. Doch was als Spaß für die beiden beginnt, wird zum blanken
Horror als das Mädchen sich als weniger unschuldig herausstellt als
anfangs geglaubt. Der Spieß wird umgedreht und Michael und Freddy
erleben, was wahre Angst bedeutet. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel
beginnt …
Den Name hat dieses Stück aus dem Japanischen. „Otaku“ sind dort extreme Fans, meist von Mangas oder Filmen bestimmten Genres. Jene „Otakus“ kennen in ihrem Leben nichts anderes mehr als ihre Sucht. Demnach passt der Titel zum Stück wie die Faust aufs Auge. Es ist ein Stück über zwei Jugendliche, die sich mit ihrem Leben nichts mehr anzufangen wissen. Aus lauter Langeweile heraus schmieden sie den morbiden Plan, ein Mädchen umzubringen und sich selbst dabei zu filmen. Die Konsequenzen ihrer Handlungen sind ihnen schon lange nicht mehr bewusst, Realität und Fiktion sind für sie nicht mehr unterscheidbar.
Mit „Otaku“ ist Schober ein Stück gelungen, das einem Gänsehaut beschert und bei dem man trotzdem oder gerade deswegen nicht wegsehen kann. Mit nur wenigen Hilfsutensilien und ihren besonderen schauspielerischen Darbietungen gelingt es den Darstellern, die passende Horrorstimmung im Stück zu erzeugen. Dem Zuschauer wird bis zum Schluss vorgegaukelt, er wisse schon genau, wie das Stück ausgeht, doch zum Ende hin kommt die Wendung, die das Stück zu dem macht, was es ist – zu einem neuartiges Erlebnis und Muss für Fans des etwas anderen Theaters. Für alle jene gibt es noch am Donnerstag, den 6. Mai um 10:30 und 19:30 sowie am 26. Juni um 19:30 die Chance, sich „Otaku“ anzusehen.





















































