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Modenotizen zum leisen Comeback der Strumpfhose
„20 DEN – noir und sheer“ feiert seit letztem Herbst eine stille
Renaissance – tragen wir zur Feier doch öfters schwarze, transparente
(!) Strumpfhosen, vorzugsweise mit kleinen Pünktchen (und ohne
Rufzeichen). Letztes Jahr hat sie Nicolas Ghesquière in seiner
Balenciaga-Kollektion Herbst/Winter 2009 prominent eingesetzt (zarte
Pünktchen zu fließenden Drapierungen in Pastell) und nun, da es die Swiss Dot-Feinstrumpfhose seit einigen Monaten ganz unkompliziert und günstig beim Hasi & Mausi
und sonstwo zu kaufen gibt, machen wir einfach ganz ungeniert ein
halbes Jahr später mit. Unser Wetter hat sich ja bisher ohnehin nicht
allzu gut mit der feinmaschigen Version der Nylonschicht am Bein
vertragen.
Dos & Don'ts
„Und wie genau soll das jetzt ausschauen?“, fragen sich jetzt all jene
Leser, die zu faul sind, sich eine gute Strumpf-Kombi einfallen zu
lassen. Kein Problem, hier die Faustregeln: Mit Ballerinas BITTE NUR im
NOTFALL! Am besten zu klassischen High Heels, Slingbacks (Pump mit
Riemen oberhalb der freiliegenden Ferse) und zu hohen, ich hasse dieses
Wort, Riemchensandalen – ab sofort nunmehr als Strappy Sandals
bezeichnet. Ganz wichtig ist aber, immer darauf zu achten, dass die
Nägel kräftig lackiert sind und, sollte der vordere Fußteil im Schuh
sichtbar sein, Nylons OHNE Zehenverstärkung zu kaufen. Et voilà !
Na gut, von mir aus auch zu Peep Toes (P A S S É - E H! Aber mit
Strumpfhosen kann man sie kurzweilig rehabilitieren, alles eine Frage
der richtigen Zusammenstellung), siehe Beispiel links in dunkelblau mit
Blümchenmotiv im zehenfreien Lackwedge (Wedge = Keilabsatz). Wir sehen
wieder alle Zehen in den neuen Sandalen, doch sind diese nicht nackt,
sondern lackiert und bestrumpft oder besockt – ja, Socken! Ui wie bequem
wir es diese Saison haben! Letztes Jahr schon beim Mann volles Programm
(schöne Socke in der schönen Herrensandale), heuer auch für die Dame le
dernier cri. Miuccia Prade steckte in ihrer letzten Kollektion für
kommenden Herbst/Winter die schlanken Modelwaden in die dicke
Strickstutzen (ein alter Prada-Gag) und den Fuß in die filigranen
Lederpumps. Also dürfen und sollen wir das auch machen!
Je italienischer, desto besser
Ansonsten sind der feinsinnigen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das
Motto lautet aber E-L-E-G-A-N-T! Ich persönlich streife durch die
gängigen Strumpfgeschäfte und wühle mich durch die Kisten mit den
reduzierten Teilen, die schönsten Strumpfhosen sind meist dort zu
finden. Man denke an kleine Ornamente am Knöchel (bitte ohne Strass, das
Bildbeispiel links mal ob des Motivs ausgenommen … ungetragene,
originalverpackte YSL-Vintage Strumpfhosen, ersteigert bei Ebay zum
Spottpreis), kleinstmaschige Netzstrumpfhosen, flächendeckende
Spitzenmotive, Nahtstrümpfe mit Pyramidenferse und breite Längsstreifen –
Träume von italienischen Damenbeinen in mittelhohen Pumps. Think Rai
Uno! Im Prinzip geht alles außer Strass, Goth-Appeal, Rockabilly
und Farben, die an 1970er-Kindermode erinnern – bitte keine Frauen mehr,
die sich anziehen, als kämen sie gerade vom Kindergarten. Knallbunte,
opake Strumpfhosen und noch bunteren Kleider in A-Linie sind an
Grauenhaftigkeit nicht zu überbieten.
Mir ist durchaus bewusst, dass es sich bei Strumpfhosen um ein
kostspieliges Accessoire handelt (nicht immer ganz billig und nach
einmaligem Tragen oft schon kaputt), deshalb zum Abschluss noch einige
Tipps: Vorm Anziehen Nägel auf scharfe Kanten und brüchige Stellen
prüfen, um Laufmaschen vorzubeugen. Nach dem Anziehen sofort Patschen
oder Schuhe anziehen (Holzböden und Nylon mögen einander nicht) und im
Wäschenetz und Feinwaschgang reinigen. Viel Erfolg beim Kombinieren!
PS: Großer Dank dem Beinmodell Carine.





















































