Archiv

concorde filmverleih
Robert Downey Jr. versus Mickey Rourke in „Iron Man 2“

Filmriss Pro und Contra: „Iron Man 2“, Comicverfilmung, USA 2010

 

Stand der Dinge: Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist Iron Man, die ganze Welt weiß es, was auch gut ist, denn endlich gelingt es einem unfantastischen Superhelden den Weltfrieden nicht nur herzustellen, auch zu gewährleisten. Nebenbei suhlt er sich ungeniert im Scheinwerferlicht, eröffnet Expos in New York und fährt Rennen in Monte Carlo. Über kurz oder lang natürlich nur, denn wo ein Held, da auch ein Neider. Ivan Vanko (Mickey Rourke) heißt der böse Mann, der seinen Vater rächen will, dem seinerzeit Tonys Vater finanziellen Schaden und soziale Ächtung zugefügt hat. Zugegeben, Tony Stark hat mehrere Neider. Die einen wollen Rache (Vanko), die anderen Staatsmacht (Hammer) und die eigenen Freunde (Rhodey) wollen einfach nur Aufmerksamkeit und ein Stück vom Kuchen. Natürlich wird dann alles, samt Monte Carlo, in die Luft gejagt.

 

mokant.at collage > fotos: concorde filmverleih
Würdiger Nachfolgefilm oder ein aufgeblasenes Sequel?

Pro: Verletzlicher Narzisst
„Iron Man 2“ beinhaltet genau die richtige Dosis an Aktion, Spannung und humorvollen Aussagen eines narzisstisch veranlagten Superhelden, der, letzten Endes, auch nur ein Mensch ist. Gerade der facettenreiche Charakter des Mannes hinter der Maske kommt in diesem Teil (mit allen seinen Mängeln) zur vollen Geltung. Robert Downeys überzeugendes Schauspielertalent verleiht dem Metallkoloss einen besonderen Charme, wie auch eine gewisse sympathische Verletzlichkeit. Er meistert es mit Leichtigkeit, den genialen Erfinder Stark sowohl arrogant und als auch niedergeschlagen und unsicher zu präsentieren. Denn einerseits ist Tony Stark Oberhaupt der Stark Industries und seit seinem Outing als „Iron Man“ ein weltweit gepriesener Superheld, der keine Gelegenheit auslässt, sich im Ruhmesglanz zu sonnen, andererseits muss er sich durchgehend gegen den Rest der Welt beweisen. Und neben dem überraschenden Angriff durch Whiplash, der beinahe ins Auge geht, macht auch die komplexe Beziehung zu seiner treuen Assistentin Pepper Potts dem Superhelden das Leben nicht gerade leicht. Sowohl der gelungenen Einsatz der Schauspieler als auch die hervorragende Kameraführung und überwältigenden Spezialeffekte machen diesen Film schließlich zu einem besonderen Erlebnis, der seinem Vorreiter aus 2008 mehr als nur das Wasser reichen kann.

Contra: Anhäufung statt Entwicklungspotential

Viel versprechend endete der erste Teil von „Iron Man“, als Tony Stark todschick und mit einer lässigen Attitüde vor der Pressemeute so dastand und in die Film-Diegese hinausposaunte: „I am Iron Man“. Das war nun mal eine einschlägige und Funken schlagende Aussage, das Blockbuster-Superhelden-Action-Kino jubelte. Endlich ein Superheld, der das Heldentum pries, der einer sein wollte, ohne Rücksicht auf Verluste. Dies machte Lust auf mehr, schließlich hatte das Publikum Blut geleckt und mit dem Abspann machte sich eine gähnende Leere breit. Zwei Jahre und über eine halbe Milliarde Dollar Einspielergebnisse später kommt nun „Iron Man 2“ in die Kinos. Ein Film der Superlative, dem allerdings der Sequel-Fluch, alles noch besser, größer und stärker zu machen, zum Verhängnis wurde. Nach wie vor verkörpert Robert Downey Jr. in grenzenloser Vielfältigkeit alle Charaktere des Tony Stark makellos, sei es der verrückte Chemiker, der charismatische Entertainer, der strahlende Macho oder einfach nur der selbst geschusterte Superheld auf Ego-Trip. Der tragende Plot weist Schwächen auf, die sich überschlagenden Action-Sequenzen stehen natürlich für sich, aber wenn das dazwischen kein rundes Ganzes ergibt, dann a) wird dem nächsten Geballere entgegengefiebert und b) es stellt sich berechenbare Langeweile ein. Schließlich ist das nicht „Transformers“, sondern „Iron Man 2“. Lob gebührt dem an dieser Stelle erwähnenswerten Cast: Mickey Rourke als stoischer Bösewicht, Gwyneth Paltrow als aufgewecktes Huhn, Scarlett Johansson als schmollmündiger Vamp und Samuel L. Jackson als Samuel L. Jackson mit Augenklappe. Erstere drei ausgestattet mit plastischen mimetischen Eigenheiten.

 

Filmriss nachlesen ...


Rezensionen von


Fotos: Concorde Filmverleih GmbH

Kommentare (0)






Erlaubte Tags: <b><i><br>Kommentar hinzufügen:


Erzähle von uns:


 
mkant.at collage > foto: (c) thimfilm.at
Mika Kaurismäkis
Mama Afrika im Filmriss
© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. / Bildagentur Zolles; Fotograf: Markus Wache
Wie man eine richtige Hofdame wird, lernt man in Schönbrunn