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Jelena Cavar über die 100 Filme, die man gesehen haben sollte

Die Klassiker-Kolumne von Jelena ÄŒavar

Wer seinem eigenen Kino-Vergnügen hie und da eine Frischzellenkur oder ganz und gar Wiederbelebung nahe legen will, sollte unbedingt diese wöchentliche Filmkolumne nicht nur lesen, sondern die darin enthaltenen Filmtipps durchaus beherzigen. Abgedeckt wird in erster Linie der Geschmack der Kolumnistin, da dieser ohnehin breit gefächert ist, steht er auch als Garant für Abwechslung.

 

gartenbaukino.at

Bon anniversaire
Eines der wichtigsten Werke der Kinematographie. Jean-Luc Godards „À bout de souffle“ hat ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Dieses Ereignis wurde Mitte März vom Wiener Gartenbaukino in einer Wiederaufführung gebührend gefeiert. Selbstverständlich nahm ich an den heiligen Feierlichkeiten teil, denn ein Godard im Kino ist schon etwas Besonderes. Wenn es dann noch der erste abendfüllende Godard ist, dann feiert man wie Kino-Götter in Frankreich. Ich nehme es mir auch zum Anlass, den ersten Beitrag für meine Filmkolumne diesem wunderbaren Film zu widmen.

„À bout de souffle“, in der deutschen Übersetzung und hierzulande wohl bekannter als „Außer Atem“ tituliert, hat Anfang der Sechzigerjahre eine neue Ära einberufen, indem es Papas Kino zu Tode getragen hat („Le cinéma de papa est mort“), um das Kino in nie da gewesener Frische und Bedeutung wieder zu beleben. Godard zeigte in seinem Film, was er schon als Filmkritiker in der Nouvelle Vague proklamierte: qualitativ hochwertiges künstlerisches Kino. Ein Regisseur ist nicht nur Handwerker, er vielmehr ist Künstler, sozusagen ein „auteur“, der seinen eigenen Stil hat und im Film seine persönliche Handschrift hinterlässt. Dem Film wird eine künstlerische Dimension zugesprochen.

Godards Bilder transportieren Geschichtlichkeit und kinematografische Selbstreflexion. Indem Jean-Paul Belmondos Charakter Michel Poiccard seinen letzten Atemzug gegen Ende des Films macht, machte Jean-Paul Belmondo seinen ersten als Humphrey „Bogey“ Bogart des europäischen Kinos. Poiccard, der Gangster, wäre am liebsten Bogart, immer wieder begegnen wir diesem Wunsch. Ob Belmondos spitzbübisches Grinsen, Jean Sebergs superkurzer Haarschnitt, oder das ruhelose Paris im Sommer: alles Bilder, die wahrscheinlich so vertraut sind, weil sie diesem Film- und Kinoklassiker immer vorauseilen.

 

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Die Kolumnistin:
Über ein Vierteljahrhundert-jährig, am Land aufgewachsen, der einzigen österreichischen Metropole verfallen, studiere ich Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Derzeit am Verfassen der Diplomarbeit zum Thema, wie könnte es auch anders sein, Film. Besser gesagt, eine komparatistische Analyse von Pascale Ferrans und D. H. Lawrences „Lady Chatterley“ und deren erotische Dimension. Meine Hobbys: ins Kino gehen, über Film lesen und reden, durch mein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis jetzt auch auf mokant.at über Film schreiben.


Kolumne von

Fotos: gartenbaukino.at (1), raimund appel (2) mit freundlicher Genehmigung des Admiral Kinos

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