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Amüsant satirische Tragikomödie über ein Mädchen und das Leben

Filmriss Pro und Contra: „Das ganze Leben liegt vor dir“
Komödie, Italien 2008

 

„Tutta la vita davanti“- das ganze Leben liegt vor dir, wird Marta (Isabella Ragonese) von ihrer krebskranken Mutter immer wieder gesagt. Doch die gebürtige Sizilianerin, die gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen hat merkt schon bald, dass die Welt nicht gerade auf sie gewartet hat. Nach mehreren erfolglosen Vorstellungsgesprächen lernt sie Sonia (Michaela Ramazzotti) und deren Tochter Lara (Giulia Salerno) kennen, die ihr einen Teilzeitjob im Callcenter „Multiple“ besorgt. Ehe Marta sichs versieht findet sie sich mit einem Headset bewaffnet in einer Welt wieder, in der Manipulation regiert. Eine Welt, in der das Hauptthema der Zigarettenpausen „Big Brother“ ist und jeder sich selbst der Nächste ist. Was als aufregender neuer Lebensabschnitt beginnt, endet für Marta in einem Albtraum ...
mokant.at collage > fotos: filmstarts.de
Die fabelhafte Welt der Marta – irre und beeindruckend zugleich
Pro: Kunterbunt und fabelhaft
„Das ganze Leben liegt vor dir“ ist eine liebenswert verträumte Geschichte über ein Mädchen, das auszieht, um sein Glück zu finden. À la „Die fabelhafte Welt der Amelie“ überzeugt nicht nur Isabella Ragonese mit ihrem schauspielerischen Talent. Regisseur und Drehbuchautor Paolo Virzìs neuesten Film spielt in unserer heutigen Zeit, in der in Italien extremer Arbeitsplatzmangel herrscht. Und obwohl dieses Thema auf den ersten Blick weniger amüsant scheint, schafft es Virzì, mit seinem Film durch satirisch chaotischen Charme gute Laune zu verbreiten und das Gefühl jener Zeit einzufangen. Zudem überrascht der Film immer dann mit neuen Wendungen, wenn man glaubt, den Ausgang bereits zu kennen. Ein musikalisch-fabelhafter Film, der den Zuschauer mit seiner Zwiespältigkeit zum Träumen aber auch zum Verzweifeln bringt.

Contra: Bella Italia wird Bollywood
Hingegen scheint sich Virzì vor „Das Leben liegt vor dir“ etwas zu viele Bollywood-Filme angeschaut zu haben. Den ganzen Film hindurch gibt es immer wieder Szenen, in denen getanzt und gesungen wird, die einem nach einiger Zeit (die der Film ja leider dauert) gehörig auf die Nerven fallen. Gleich zu Beginn des Films wird man in ein Musical geworfen und erfährt, dass Marta anscheinend häufig Tagträume über Sing- und Tanzsequenzen hat. Auch in Martas Callcenter wird jeden Morgen gesungen und getanzt, um den Tag zu begrüßen, was sehr irritierend ist, da man nicht sicher weiß, ob sich Marta das Ganze nur einbildet oder ob die Angestellten dort wirklich jeden Tag diese Singerei praktizieren. Nicht nur dadurch wird der Film unnötig in die Länge gezogen, sondern auch durch die vielen inhaltlichen Wendungen, die für die Hauptgeschichte kaum von Belang sind. Bizarr ist außerdem das Ende: der Chef des Callcenters wird brutal ermordet, die krebskranke Mutter von Marta stirbt und – typisch italienisch – wird trotz alledem zum Schluss herzhaft gespeist. Makaberer geht es kaum.
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Rezension von
Sabrina Zwirschitz

Fotos: filmstarts.de

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