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constantin filmEin Klinikausbruch mit Folgen: „Vincent will meer“

Filmriss Pro und Contra: „Vincent will meer“
Drama/Komödie, Deutschland 2010

 

Vincent leidet am unheilbaren Tourette-Syndrom. Er flucht, zuckt und stößt eigenartige Laute aus, ohne dass es ihm möglich ist, diese „Ticks“ zu unterdrücken. Als seine Mutter stirbt, wird der 27jährige von dem Vater, der schon vor Jahren die Familie verlassen hat, kurzerhand in eine Klinik eingewiesen. Der Lokalpolitiker steckt nämlich mitten im Wahlkampf und weiß nicht so recht, was er mit dem Sohn anfangen soll. Nach einem äußerst kurzen Aufenthalt in der Klinik bricht Vincent plötzlich aus. Mit einem geklauten Auto und einer Bonbondose mit der Asche seiner Mutter macht er sich mit der magersüchtigen Marie und dem Zwangsneurotiker Alexander auf den Weg zum Meer, nach San Viencente, wo seine Eltern vor langer Zeit einmal glücklich waren. Was er noch nicht weiß ist, dass sein Vater und die bemühte Heimleiterin Dr.Rose, die um Maries Leben bangt, den Dreien bereits dicht auf den Fersen sind.

 

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Eine Anstalt mit ungewöhnlichen, aber wirksamen Heilmethoden
Pro: Überzeugender Schauspieler
Florian David Fitz („Männerherzen“, „Doctor's Diary“) hat nicht nur das Drehbuch zu diesem Film geschrieben, sondern spielt auch bemerkenswert überzeugend die schwierige Hauptrolle, an die sich erst einmal jemand herantrauen muss. Schon in der ersten Szene überzeugt Fitz mit seinem schauspielerischen Talent und zeigt, dass er der Rolle gewachsen ist, denn spätestens als Vincent verstört aus der Kirche läuft, weil er seine Tourette-Anfälle während der Beerdigung seiner Mutter nicht unter Kontrolle halten kann, hat man den schüchternen Charakter ins Herz geschlossen. Auch die Wahl der Drehorte ist durchaus gut überlegt. Die Bucht, die das Ende der Reise darstellt, ist eher gewöhnlich, es herrscht stürmisches Wetter und die Lichtverhältnisse sind nicht die Allerbesten – und das mit Absicht, denn es wird bei diesem Film großen Wert darauf gelegt,alles möglichst klischeelos und naturgetreu zu gestalten. „Vincent will meer“ ist ein sehr liebenswürdiger Film mit einem Schuss Vater-Sohn-Konflikt und der letztendlichen Erkenntnis, dass die Reise manchmal wichtiger als das Ziel ist.

Contra: Vorhersehbarer Alltagsausbruch
„Vincent will Meer“ ist der misslungene Versuch, einen humorvollen Film über den Ausbruch dreier Menschen von der Therapiestation zu machen. Etliche Szenen des Filmes erinnern an das Roadmovie „Knockin' on Heaven's Door“ von und mit Til Schweiger. Geklaute Autos, Tankstellenüberfälle, Reiseziel Meer und Verfolger, die die Flüchtigen wieder in der Klinik wissen wollen. Wie erwartet zeigen sich Vincent und seine beiden Begleiter Marie und Alexander auf ihrer Reise selbstständiger als Heimleiterin Dr. Rose und Vincents Vater es ihnen zugemutet hätten. Allerdings entlocken weder die boshaften Anmerkungen Alexanders über die Magersucht Maries, noch Vincents stets unpassenden Ticks (mäßig gut gespielt von Florian David Fitz) oder der Sauberkeitsfimmel des Zwangsneurotikers Alexander dem Zuseher ein Lachen. Die Wende des Filmes, wenn auch wenig überraschend, kommt viel zu schnell und wirkt daher unglaubwürdig: der erfolgsorientierte Politiker entwickelt sich zu einem verständnisvollen Vater und Dr. Rose sieht ihre Fehler bei der Therapie der magersüchtigen Marie endlich ein. Das einzige, das der Film einem erspart, ist das romantische Happyend.
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