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Sommerlook 2010: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Modenotizen zum langersehnten Warmwetterauftakt

 

Die Blase am Fuß ist der Spaßverderber unter den Frühlingsboten, der schmerzvoll daran erinnert, dass es an der Zeit ist, sich mit Wundpflastern einzudecken, um möglichst narben- und schmerzfrei zu übersommern. Was wir sonst noch brauchen? Hier eine kleine Hilfestellung zur Erstellung eines Sommerlooks exceptionnel!

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Garde ta robe!
Ein Saisonteil macht noch keinen Look! Die Frühjahrvision seines Selbst sollte gut durchdacht sein. Dabei ist es ratsam sich zunächst zu fragen: „Welchen Typ Frau/Mann möchte ich heuer verkörpern?“, sich kurzzeitig im Gedankenspiel von Trends und Neubekanntem zu entfernen und, alsbald der Beschluss gefasst ist, seine Garderobe entsprechend zusammenzustellen. Diese sollte stets auf die Jahreszeit abgestimmt sein, was bedeutet: keine Sommerklamotten bei den ersten Anflügen von Warmwetter! Dasselbe gilt für die Materialien- und Farbauswahl. Kleiderschrank nach Saisonen sortieren und nach brauchbaren Teilen durchforsten bevor man zum Einkaufen aufbricht. Ist die Kleidung gut erhalten und wurde sie richtig gepflegt (ein Kapitel für sich, ein anderes Mal!) ist es oft nicht nötig viel Neues zu kaufen – thematische Neukombination ist aber Pflicht. Das Wort Garderobe kommt nicht von ungefähr. Also, garde ta robe!

 

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Die Modesterne stehen heuer schlecht
Wer über seinen eigenen modischen Schatten springen möchte, und ich rate 99 Prozent aller Leser dazu, der sollte diese Saison dazu nützen: Die Modesterne stehen heuer gut für Anfänger, denn sie stehen richtig schlecht! Machen wir aus der Not (Mangel an prägnanten Keylooks von New York über Mailand bis Paris) eine Tugend (wir sammeln was uns gut steht und was sonst niemand hat). Bei wem jetzt die Vintage-Sirenen heulen, der liegt richtig, tut leid. Es hat sich nun mal in den letzten Jahren keine bessere Möglichkeit aufgetan, qualitativ hochwertige Kleidung zu akzeptablen Preisen zu kaufen und die Wahrscheinlichkeit, ein Ensemble extraordinaire zusammenzustellen, ist besonders hoch. Dafür ist es mittlerweile nicht mehr nötig Secondhandläden abzuklappern: eBAY und andere Auktionsforen sind der einfachste Weg schnell und günstig an begehrtes Vintagegut zu kommen – gezielte Suche nach Labels vorausgesetzt. Dabei sollte man auf Modehäuser setzen, die in Vergessenheit geraten sind und die Finger von großen Namen lassen. Ein wenig Recherche in Sachen Modegeschichte schadet nie! So kann es passieren, dass man ein ehemals sündteures Designerteil zum Spottpreis ersteigert.

 

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Hitzelook
Und nun die wichtigsten Faustregeln für den gelungenen Hitzelook 2010 (Hitze im Sinne von: Wir werden heiß aussehen!): Machen wir es wie die richtigen Modeleute und ignorieren die gepredigten Sommertrends, die derzeit in sämtlichen Modemagazinen ihr Unwesen treiben (bis auf Lingerie-layering, Country-Romantizismen und Military – die sind okay! Auch die Kombi „Sport und Sexyness“ zieht noch). Wir orientieren uns an den aktuellen Herbst/Winter-Kollektionen für das nächste Halbjahr, und übersetzen die Favoriten ins Sommerliche (das mit dem vielen Pelz und Leder mal ausgenommen)! Und wieder wird dem geneigten Leser Eigeninitiative in Form von Moderecherche abverlangt. Hier einige Beispiele: Sakkos werden wieder enger und aus Pagodenschultern werden definierte Konturen. Die neuen Silhouetten (schmal ist das neue eng!) und Hosenweiten (leicht ausgestellt mit Bundfalte oder gerade geschnitten) verdrängen – die gute Nachricht zum Schluss – den Boyfriend-Style (allein der Name!? Möchte Frau wirklich so aussehen, als ob sie aus Versehen in die Jeans und das Sakko vom Boyfriend geschlüpft ist? Ich hoffe, die Street-Style-Victims fühlen sich angesprochen). Machen wir es besser. Ich wünsche viel Erfolg auf der Suche nach dem Mode-Ich!

 

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