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Modenotizen zum langersehnten Warmwetterauftakt
Die Blase am Fuß ist der Spaßverderber unter den Frühlingsboten, der schmerzvoll daran erinnert, dass es an der Zeit ist, sich mit Wundpflastern einzudecken, um möglichst narben- und schmerzfrei zu übersommern. Was wir sonst noch brauchen? Hier eine kleine Hilfestellung zur Erstellung eines Sommerlooks exceptionnel!
Garde ta robe!
Ein Saisonteil macht noch keinen Look! Die Frühjahrvision seines Selbst
sollte gut durchdacht sein. Dabei ist es ratsam sich zunächst zu
fragen: „Welchen Typ Frau/Mann möchte ich heuer verkörpern?“, sich
kurzzeitig im Gedankenspiel von Trends und Neubekanntem zu entfernen
und, alsbald der Beschluss gefasst ist, seine Garderobe entsprechend
zusammenzustellen. Diese sollte stets auf die Jahreszeit abgestimmt
sein, was bedeutet: keine Sommerklamotten bei den ersten Anflügen von
Warmwetter! Dasselbe gilt für die Materialien- und Farbauswahl.
Kleiderschrank nach Saisonen sortieren und nach brauchbaren Teilen
durchforsten bevor man zum Einkaufen aufbricht. Ist die Kleidung gut
erhalten und wurde sie richtig gepflegt (ein Kapitel für sich, ein
anderes Mal!) ist es oft nicht nötig viel Neues zu kaufen – thematische
Neukombination ist aber Pflicht. Das Wort Garderobe kommt nicht von
ungefähr. Also, garde ta robe!
Die Modesterne stehen heuer schlecht
Wer über seinen eigenen modischen Schatten springen möchte, und ich
rate 99 Prozent aller Leser dazu, der sollte diese Saison dazu nützen:
Die Modesterne stehen heuer gut für Anfänger, denn sie stehen richtig
schlecht! Machen wir aus der Not (Mangel an prägnanten Keylooks von New
York über Mailand bis Paris) eine Tugend (wir sammeln was uns gut steht
und was sonst niemand hat). Bei wem jetzt die Vintage-Sirenen heulen,
der liegt richtig, tut leid. Es hat sich nun mal in den letzten Jahren
keine bessere Möglichkeit aufgetan, qualitativ hochwertige Kleidung zu
akzeptablen Preisen zu kaufen und die Wahrscheinlichkeit, ein Ensemble
extraordinaire zusammenzustellen, ist besonders hoch. Dafür ist es
mittlerweile nicht mehr nötig Secondhandläden abzuklappern: eBAY und
andere Auktionsforen sind der einfachste Weg schnell und günstig an
begehrtes Vintagegut zu kommen – gezielte Suche nach Labels
vorausgesetzt. Dabei sollte man auf Modehäuser setzen, die in
Vergessenheit geraten sind und die Finger von großen Namen lassen. Ein
wenig Recherche in Sachen Modegeschichte schadet nie! So kann es
passieren, dass man ein ehemals sündteures Designerteil zum Spottpreis
ersteigert.
Hitzelook
Und nun die wichtigsten Faustregeln für den gelungenen Hitzelook 2010
(Hitze im Sinne von: Wir werden heiß aussehen!): Machen wir es wie die
richtigen Modeleute und ignorieren die gepredigten Sommertrends, die
derzeit in sämtlichen Modemagazinen ihr Unwesen treiben (bis auf
Lingerie-layering, Country-Romantizismen und Military – die sind okay!
Auch die Kombi „Sport und Sexyness“ zieht noch). Wir orientieren uns an
den aktuellen Herbst/Winter-Kollektionen für das nächste Halbjahr, und
übersetzen die Favoriten ins Sommerliche (das mit dem vielen Pelz und
Leder mal ausgenommen)! Und wieder wird dem geneigten Leser
Eigeninitiative in Form von Moderecherche abverlangt. Hier einige
Beispiele: Sakkos werden wieder enger und aus Pagodenschultern werden
definierte Konturen. Die neuen Silhouetten (schmal ist das neue eng!)
und Hosenweiten (leicht ausgestellt mit Bundfalte oder gerade
geschnitten) verdrängen – die gute Nachricht zum Schluss – den
Boyfriend-Style (allein der Name!? Möchte Frau wirklich so aussehen,
als ob sie aus Versehen in die Jeans und das Sakko vom Boyfriend
geschlüpft ist? Ich hoffe, die Street-Style-Victims fühlen sich
angesprochen). Machen wir es besser. Ich wünsche viel Erfolg auf der
Suche nach dem Mode-Ich!





















































