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Konstantin Böck hält den aktuellen Zustand der Politik „zum Kotzen“

Politik besteht heute hauptsächlich aus Show statt aus Substanz – wann ändert sich das?

 

Die derzeitige Politik ist zum Kotzen. In unserem Land warten sehr viele Probleme auf eine Lösung – der teure Hickhack bei den ÖBB, die steigende Jugendarbeitslosigkeit, die schlechte Bildung, die Schwierigkeiten beim Bundesheer oder der immer stärker werdende Rassismus in Österreich. Doch anstatt sich diesen Herausforderungen zu stellen, beschäftigen sich die Politiker und Politikerinnen lieber mit Show und ihrer persönlichen Vermarktung.

Nein, bitte nicht falsch verstehen: Medienpräsenz ist sehr wichtig, denn damit erfährt die Bevölkerung viel einfacher etwas über die Aktivitäten der Politiker und Politikerinnen und der Regierung. Damit werden auch die Ideen, die Vorgänge und die Personen viel öffentlicher und durchsichtiger und dadurch finden die Machenschaften viel leichter ihre Belohnung bei Wahlen und Sympathiewerten, aber auch ihre verdiente Kritik durch die Medien. Josef Pröll hat unlängst klargemacht, dass er für eine Ökosteuer ist, doch nun möchte er davon nichts mehr wissen, weil er für diese Idee aufs Heftigste kritisiert worden ist.

Durch populistische Parolen werden komplexe Themen einfach verpackt, womit man mehr Leute erreicht. H.C. Strache von der FPÖ punktet mit den sozialen Themen bei der weniger gebildeten Unterschicht, während sich die meisten Parteien, selbst die SPÖ, von ihr abwenden und über die vielschichtige Ökosteuer sprechen.


Trotzdem ist das meiste, das momentan in der Politik passiert, reine Show. Im Augenblick wird nur wenig im wirtschaftlichen und im politischen Alltag verändert. Das einzige Auffällige, das unsere Politiker und Politikerinnen in unserem Land machen, ist, dass sie in Zeitungen Inserate in Millionenhöhe schalten. Andere wiederum wenden hohe Summen auf, um gegen Minderheiten zu hetzen. Unsummen an Geld fließen auch in die Medien und PR-Agenturen, immer mehr in die Parteien und auch in unnütze Projekte – wie in den Semmeringtunnel oder den Einsatz des Bundesheers im östlichen Grenzraum. Doch wie wäre es damit, anstatt das Geld für Indoktrinationen auszugeben, es für eine 14-monatige Mindestsicherung oder für bessere Unibedingungen auszugeben?

In letzter Zeit versucht der Herausgeber der Kronen Zeitung, Hans Dichand, wieder mehr Einfluss auf die aktuelle Politik auszuüben. Unlängst hat er den Ton gegen die Asylwerberinnen und Asylwerber sowie gegen die Einwanderer und Einwanderinnen aufs Neue verschärft. Aber das Beste ist, dass die Politiker und Politikerinnen dann der Zeitung noch „nachlaufen“, statt sich um wichtigere Probleme zu kümmern, damit die Show und das gute Image der Politleute nicht an Glanz verlieren, sondern bestehen bleiben. Keiner und keine traut sich mehr, Politik abseits der Wünsche von „Onkel Hans“ zu machen. Statt eine Bildungsreform durchzuführen, schreiben Bundeskanzler Faymann, Exbundeskanzler Gusenbauer, Rosenkranz und Maria Fekter Briefe an die Kronen Zeitung. Statt einer 14-monatigen wird eine zwölfmonatige Mindestsicherung eingeführt, um den lieben Hans Dichand nicht zu verärgern, der gegen die Sozialschmarotzer und Sozialschmarotzerinnen kämpft (obwohl die nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen).

Schluss damit! Jetzt reicht es aber! Es braucht wieder richtige Kämpfe und Veränderungen – wie bei unseren Eltern zu Kreiskys Zeiten – gegen die Jugendarbeitslosigkeit, für eine bessere Bildung und bei anderen wichtigen Angelegenheiten. Unser Land braucht neue Politiker und Politikerinnen, die stärker für uns Partei ergreifen und nicht für bloße Medienpräsenz leben. Dabei stellt sich nur noch eine wichtige Frage: Wo seid ihr jungen Kreiskys? Bitte melden!


Kommentar von
Konstantin Böck

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