Die derzeitige Politik ist zum Kotzen. In unserem Land warten sehr
viele Probleme auf eine Lösung – der teure Hickhack bei den ÖBB, die
steigende Jugendarbeitslosigkeit, die schlechte Bildung, die
Schwierigkeiten beim Bundesheer oder der immer stärker werdende
Rassismus in Österreich. Doch anstatt sich diesen Herausforderungen zu
stellen, beschäftigen sich die Politiker und Politikerinnen lieber mit
Show und ihrer persönlichen Vermarktung.
Nein, bitte nicht falsch verstehen: Medienpräsenz ist sehr wichtig,
denn damit erfährt die Bevölkerung viel einfacher etwas über die
Aktivitäten der Politiker und Politikerinnen und der Regierung. Damit
werden auch die Ideen, die Vorgänge und die Personen viel öffentlicher
und durchsichtiger und dadurch finden die Machenschaften viel leichter
ihre Belohnung bei Wahlen und Sympathiewerten, aber auch ihre verdiente
Kritik durch die Medien. Josef Pröll hat unlängst klargemacht, dass er
für eine Ökosteuer ist, doch nun möchte er davon nichts mehr wissen,
weil er für diese Idee aufs Heftigste kritisiert worden ist.
Durch populistische Parolen werden komplexe Themen einfach
verpackt, womit man mehr Leute erreicht. H.C. Strache von der FPÖ
punktet mit den sozialen Themen bei der weniger gebildeten
Unterschicht, während sich die meisten Parteien, selbst die SPÖ, von
ihr abwenden und über die vielschichtige Ökosteuer sprechen.
Trotzdem ist das meiste, das momentan in der Politik passiert, reine
Show. Im Augenblick wird nur wenig im wirtschaftlichen und im
politischen Alltag verändert. Das einzige Auffällige, das unsere
Politiker und Politikerinnen in unserem Land machen, ist, dass sie in
Zeitungen Inserate in Millionenhöhe schalten. Andere wiederum wenden
hohe Summen auf, um gegen Minderheiten zu hetzen. Unsummen an Geld
fließen auch in die Medien und PR-Agenturen, immer mehr in die Parteien
und auch in unnütze Projekte – wie in den Semmeringtunnel oder den
Einsatz des Bundesheers im östlichen Grenzraum. Doch wie wäre es damit,
anstatt das Geld für Indoktrinationen auszugeben, es für eine
14-monatige Mindestsicherung oder für bessere Unibedingungen auszugeben?
In letzter Zeit versucht der Herausgeber der Kronen Zeitung, Hans
Dichand, wieder mehr Einfluss auf die aktuelle Politik auszuüben.
Unlängst hat er den Ton gegen die Asylwerberinnen und Asylwerber sowie
gegen die Einwanderer und Einwanderinnen aufs Neue verschärft. Aber das
Beste ist, dass die Politiker und Politikerinnen dann der Zeitung noch
„nachlaufen“, statt sich um wichtigere Probleme zu kümmern, damit die
Show und das gute Image der Politleute nicht an Glanz verlieren,
sondern bestehen bleiben. Keiner und keine traut sich mehr, Politik
abseits der Wünsche von „Onkel Hans“ zu machen. Statt eine
Bildungsreform durchzuführen, schreiben Bundeskanzler Faymann,
Exbundeskanzler Gusenbauer, Rosenkranz und Maria Fekter Briefe an die
Kronen Zeitung. Statt einer 14-monatigen wird eine zwölfmonatige
Mindestsicherung eingeführt, um den lieben Hans Dichand nicht zu
verärgern, der gegen die Sozialschmarotzer und Sozialschmarotzerinnen
kämpft (obwohl die nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen).
Schluss damit! Jetzt reicht es aber! Es braucht wieder richtige Kämpfe
und Veränderungen – wie bei unseren Eltern zu Kreiskys Zeiten – gegen
die Jugendarbeitslosigkeit, für eine bessere Bildung und bei anderen
wichtigen Angelegenheiten. Unser Land braucht neue Politiker und
Politikerinnen, die stärker für uns Partei ergreifen und nicht für
bloße Medienpräsenz leben. Dabei stellt sich nur noch eine wichtige
Frage: Wo seid ihr jungen Kreiskys? Bitte melden!