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„The Hidden Cameras“ bringen das WUK zum Tanzen, Springen und Singen
Ein bisschen mehr als nur ein schnödes Indie-Konzert war jene
Live-Performance von „The Hidden Cameras“ im WUK letzten Sonntag. Mit
imposanten Klängen, lustigen Tänzen und einem Gefühlsschwall brachten
sie das Publikum zum Applaudieren und Tanzen.
Um die zehn Musiker belagern die Bühne, jung und alt gemischt, mit
verschiedenen Instrumenten bewaffnet. Auf den ersten Blick wirkt alles
etwas uneinstudiert und wild zusammengewürfelt. Rechts ein junges
Mädchen am Keyboard, links Streicher und Trompete. In der Mitte der
Bühne Joel Gibb, mit leichtem Oberlippenbart, einem silbernen Kettchen,
einem weißen Unterhemd und seiner Gitarre. Ein bisschen sieht er aus
wie ein Mafioso. Was auf den ersten Blick verwirrt, verzaubert nach den
ersten Tönen.
„The Hidden Cameras“ funktionieren auf der Bühne, egal ob sie zu zwanzigst oder zu zehnt spielen. Im WUK starten sie mit einem Lied aus dem neuen, gleichnamigen Album „Origin: Orphan“. Das Publikum strömt nach und nach in den Saal. Die ersten Lieder schlagen leisere Töne an, dennoch tanzen die Musiker auf der Bühne, vor allem der Geiger läuft übermütig herum. Spätestens bei „Awoo“ hat das Tanzfieber auch das Publikum gepackt. Langsame und schnelle Lieder sowie alte und neue Songs wechseln sich gekonnt ab. Schnelle, tanzbare Lieder wie „Awoo“ und „Do I belong“ regen zum Mitsingen und Springen an. Die Musiker zelebrieren die Lieder selbst, springen herum und liegen sich gegenseitig zu Füßen. So liefern sich der Geiger und der Kontrabassspieler ein „Battle“ während der Trompeter seine kraftvollen Soli spielt. Alle Instrumente harmonieren, jedes einzelne hat seine Rolle. Langsame Lieder wie „Silence can be a headline“ werden verträumt wiedergegeben und lassen die Stimmung kippen. Von fröhlich tanzend bis esoterisch träumend, wird man in jede Gefühlslage versetzt. Die Songs werden durch die starken Instrumente und den teilweise laut, schreienden Gesang von Gibb noch stärker und imposanter. So sind manche Lieder live um einiges beeindruckender als auf Platte. Gibb und seine Musiker haben sichtlich Spaß auf der Bühne, sie tanzen, lachen springen ins Publikum und spielen. Gibb selbst hält die Ansprachen auf deutsch und meint „Ich will eine Party mit euch machen“. Es folgt das Lied „In the NA“, welches amüsant von Gibb selbst performt wird. Um auch wirklich alle Zuschauer zum tanzen zu bringen, wird ein Spiel gespielt, bei dem der ganze Saal die Hände in die Höhe streckt. Das mit der Party ist den Kanadiern auf jeden Fall gelungen. Obwohl das Konzert mit fast zwei Stunden lang ist, wird es nicht langatmig oder gar langweilig. Die Setliste ist abwechslungsreich, die Performance der Musiker amüsant und Gibbs Gesang versetzt teilweise in andere Welten. So haben nicht mal die strippenden Gogo-Tänzer, die sonst oftmals dem Publikum einheizen, gefehlt. Gibbs „Gay Church Folk Musik“ allein reicht auch.





















































