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Grund zur Freude oder Ärgernis? Das Comeback von Take That

Neustart oder Schaffenspause? Viele Bands lassen sich viel Zeit bis zum nächsten Song

Im Musikgeschäft ist es schwerer denn je, den Ansprüchen einer wachsenden Fangemeinde zu genügen. Vor allem in Anbetracht der Konkurrenz, die in Zeiten des Filesharing unbegrenzt die Mittel des Internet nutzen kann und nicht unbedingt hinterherhinkt, was musikalische Vielseitigkeit betrifft.

Vor vierzig Jahren noch war es Gang und Gebe, dass ein Interpret ein Album nach dem anderen rausbringt, und diese sich qualitativ sogar meistens ganz gut hielten. Wenn aber John Lennon sich fünf Jahre Zeit zwischen zwei Alben gelassen hat, wurden die Medien und Fans schon misstrauisch. Heutzutage ist es anders. In erster Instanz mag es nämlich verwundern, dass Comebacks verschiedener Bands aus den Neunzigern tatsächlich gelingen. Die Fans bleiben treu, und die Erweiterung der Musik, vor allem nach einer längeren Pause merkbar herauszuhören, lockt weitere Zuhörer an, denen die Bands vielleicht nicht so geläufig war.
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Neustart oder Unehrlichkeit?
Beim Vergleich der ersten beiden Portishead-Alben „Dummy“ (1994) und „Portishead“ (1997) mit dem satte zehn Jahre später erschienen „Third“ (2008) wird schnell klar, dass sich die Band von ihren Neunziger Slowbeat Trip Hop-Arrangements größtenteils abgewandt hat. Stattdessen spielt sie regelrecht mit den Nerven, wie auf der ersten Singleauskopplung „Machine Gun“ schon stark vernehmbar. Elektronische, oft irrational wirkende Arrangements und der raue Klang der Instrumentals geben zu verstehen, dass sich die Band von einer klaren Zuordnung eines Musikgenres distanzieren. Viele hätten sich auch für Massiv Attack dasselbe gewünscht, und auch wenn das neue Album als ihr urbanstes gilt, so macht es vielleicht genau dieser Umstand, dass es sich nicht so ehrlich anhört wie die Vorgänger.

Die Smashing Pumpkins hatten nach ihrer letzten Studioaufnahme 2000 („Machina/The Machines of God“) ebenfalls ein erfolgreiches Comeback mit „Zeitgeist“ (2007). Und mit der Reunion von den Pixies 2003 mit ausverkauften Konzerten hätte auch niemand gerechnet.

Pop-Bands wie Take That (2006 mit dem Album „The Beautiful World“) und Britney Spears (2007 mit dem Album „Blackout“) hatten in ihrem Umfeld ebenfalls ein fulminantes Comeback. Auf der anderen Seite konnte sich Michael Jackson trotz vieler Bemühungen um sein Album „Invincible“ (2001) nicht mehr erneut zum aktuellen King of Pop hoch hieven. Der Film zu seiner zuletzt geplanten Tour wiederum, „This is it“, unterstreicht vielmehr seine frühere Schaffensphase als ein Comeback.

 

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Die Band, die niemals weg war
Interessant ist die Tatsache, dass die meisten Musiker und Bands auf eine Comebackfrage im Interview meistens skeptisch reagieren, oftmals mit der Antwort, niemals wirklich weg gewesen zu sein. Eine künstlerisch längere Schaffensphase wird oft fälschlicherweise als Pause angesehen, wobei eben genau die daraus resultierenden Alben sich stark von ihren Vorgängern unterscheiden. Die meisten Musiker einer Band haben auch andere Musikprojekte, die durchaus dem Potential ihrer Bands nahekommen, wie zum Beispiel Farin Urlaub und Bela B. von den Ärzten, die beide auch solo erfolgreich sind.

Für die meisten Musiker scheint es von geringer Bedeutung zu sein, ihre Bandgeschichte einer marktgerechten Schaffensperiode unterzuordnen. Demnach bleibt es jedem selbst überlassen, die eigenen Präferenzen nach den Musikern oder dem Markt zu richten.


Artikel von
Philipp Richter

Fotos: wikipedia.org/laura, wikipedia.org/schnéckert, michaela wein

 

Titelbild: mokant.at montage > fotos: wikipedia.com/schnécken, cartoonclipartfree.info

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