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Filmriss Pro & Contra: „A Single Man“
Drama, USA, 2009
„A Single Man“ ist die Geschichte eines Mannes, der hoffnungslos seinen Gefühlen ausgeliefert ist. Dabei führt ihn eine gefährliche Mischung aus Liebe, Angst und Leid nach und nach an den Rand alles Erträglichen, um ihn schließlich mit dem ganzen Elend seiner Existenz vollständig zu erdrücken. George Falconer (Colin Firth) ist ein britischer Englisch-Professor an der Universität von Los Angeles, der seit 16 Jahren glücklich mit seinem Lebensgefährten Jim (Matthew Goode) liiert ist. Als dieser eines Tages einen plötzlichen Unfalltod stirbt und seine Familie auch nicht gedenkt den verhassten Liebhaber an der Beerdigung teilhaben zu lassen, wird aus dem sonst so seriösen und gefühlskalten George eine tickende Zeitbombe, die nur darauf wartet zu explodieren. Der Zuseher beobachtet einen Mann, wie er im Laufe eines Tages etliche Lebensphasen noch einmal durchschreitet und dabei, einen allgemeinen Sinn seines Lebens hinterher jagend, eigentlich nur vor eigenen Problemen davonläuft ...
Wenn Amerikaner ein Drama drehen, kommen sie zumeist nicht ohne ihr altbewährtes Pathos aus, dieser Film ist anders, schlicht aber gelungen. Nicht umsonst wurde Regisseur Tom Ford für dieses Debut mit internationalen Preisen überhäuft. Der Cast wiederum setzt sich mit Colin Firth, Julianne Moore, Nicholas Hoult und Matthew Goode aus absoluten Könnern des Faches zusammen. Ersterer verkörpert die Rolle des alleinstehenden Homosexuellen äußerst authentisch und erzeugt auch im Zuseher den Wunsch, er möge doch noch einmal zu jenem Gefühl des vollkommenen Glücks zurückfinden. Ebenso teilen wir seine Verzweiflung, als wir feststellen, dass dieser überaus menschliche Hauptcharakter einfach nicht mehr kann. Aufwendig inszenierte Abbildungen der Gefühlswelt des Betroffenen lassen uns nachvollziehen, wie bitter sein Verlust ist. „A Single Man“ ist ein Film über das Sterben und den Versuch zu leben, über die Ironie des Lebens und die bittere Einsicht Nichts dagegen ausrichten zu können. Eine unbedingte Seh-Empfehlung für Freunde des guten Geschmacks.
Contra: sterile Bilder
Obwohl „A Single Man“ alles in allem äußerst gelungen ist, offenbart sich dennoch der ein oder anderen Schönheitsfehler. Vor allem zu Beginn des Films wird deutlich, dass ihm ein Roman vorausgegangen ist. Einzelne Monologe wurden stur reproduziert und wirken oftmals nicht stimmungssynchron mit den gezeigten Bildern, was gewiss auch der deutschen Übersetzung anzulasten ist. Perfider Weise sind es dann wiederum deutliche Aussparungen der ursprünglichen Geschichte, die teilweise nicht die passende Stimmung entstehen lassen. Obgleich die Story berührt, kann sie dem Zuseher so nur schwer eine Träne abringen, denn die Bilder einer amerikanischen Gesellschaft während des Kalten Krieges wirken zu oft wie Karikaturen, oder sind ganz einfach zu steril.

































