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Junge Mütter: Plötzlich schwanger, plötzlich erwachsen sein müssen

Schwangere Teenager: Ein Überblick über

das Angebot in Wien

 

Es ist die Zeit der Partys, des Spaßes und der ersten Liebe – die Teenagerzeit. Was aber, wenn die erste Liebe Folgen hat und aus Teenagern Eltern werden? Immerhin werden hierzulande jährlich 30.000 Mädchen vor ihrem 20. Lebensjahr schwanger. Die Statistik belegt zudem, dass im Jahr 2008 sogar sieben Mädchen unter fünfzehn Jahren ein Kind auf die Welt brachten. Doch wie werden die jungen Mütter in Österreich eigentlich unterstützt?

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Prävention und Aufklärung
Es ist ein großes, graues Betongebäude, das sich dem Besucher und der Besucherin auftut. Betritt man aber erst die Servicestelle der MAG ELF, dem Amt für Jugend und Familie, so wird man sogleich von freundlichen Mitarbeitern begrüßt. Eine entspannte Atmosphäre soll vermittelt und die Zuversicht ausgestrahlt werden, dass man mit seinen Sorgen und Ängsten rund ums Thema Familie nicht alleine gelassen wird – hier zumindest nicht.

Christine Baumgarten, Sozialarbeiterin im Bereich „Soziale Arbeit mit Familien“ der MAG ELF in Wien, kennt die Sorgen von Teenagern, die schwanger werden: „Hauptsächlich trifft es junge Mädchen, die zuhause nicht die entsprechende Gesprächsbasis haben. Das Thema Sexualität ist mit den Eltern immer schwierig zu besprechen und ein Großteil der Mädchen findet auch nicht den Weg zu einschlägigen Beratungsstellen wie ‚first love'.“ Dabei wäre es wichtig, dass Eltern die Aufklärung ihrer jugendlichen Kinder nicht als Tabuthema behandeln. Im Gegenteil: Erst durch eine fundierte Aufklärung können Jugendliche die Relevanz und die richtige Anwendung von Verhütungsmitteln verstehen lernen. Alarmierend mutet da die Erhebung des österreichischen Instituts für Sozialpädagogik an, die zeigt, dass Jugendliche vorrangig in der Schule, durch Zeitschriften, Broschüren oder das Internet über Sex informiert werden. Über die wechselnde Qualität der Quellen sind sich die Jugendlichen nicht bewusst. Und ein aufklärendes Gespräch mit Eltern passiert laut Erhebung selten.

 

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Ein bisschen schwanger gibt es nicht
Was kann ein junges Mädchen tun, wenn es ungewollt schwanger wird? Viele Mädchen werden im ersten Moment von Verzweiflung übermannt, Sorgen um die eigene Zukunft, die Reaktion der Eltern oder des Partners kommen noch hinzu. Trotz der schwierigen Situation einer frühen, ungeplanten Schwangerschaft gibt es aber genügend Möglichkeiten für die jungen Frauen, sich beraten und unterstützen zu lassen. An die MAG ELF kann sich eine minderjährige werdende Mutter wenden, wenn sie Beratung zum Thema Abtreibung, Adoption aber auch zur gemeinsamen Zukunft mit ihrem Baby wünscht.

Die minderjährigen Mütter haben mit dem Gang zu den Servicestellen jedenfalls bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Hier werden verständnisvoll alle ihre Fragen beantwortet und auf ihre Sorgen wird eingegangen. Nichtsdestotrotz wird den Mädchen aber auch erklärt, welch immense Verantwortung auf sie zukommt. „Denn viele jugendliche Mütter“, erklärt Christine Baumgarten, „erhoffen sich von ihren Kindern etwas, das sie von ihren Eltern nicht bekommen. Schnell merken sie aber, dass ihnen das Kind nicht die erwartete Geborgenheit geben kann, dieses Kind muss von ihnen versorgt werden und zwar 24 Stunden am Tag.“

 

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Den richtigen Umgang lernen
Hat sich das Mädchen für ein Kind entschieden, so bieten die Eltern-Kind-Zentren der MAG ELF verschiedene Einrichtungen an. Etwa die sogenannte Elternschule, die nach der Geburt Eltern berät und in der Raum für Fragen zum Thema Babybetreuung gegeben wird. Auch ein Babytreff soll Unterstützung bieten. Die Einrichtungen sind sowohl für minderjährige als auch für erwachsene Mütter zugänglich. Nur in den Babygruppen finden sich selten junge Mütter wieder, Versuche eine eigene Gruppe für minderjährige Mütter einzurichten, scheiterten. Warum? „Unsere Erklärung ist, dass die Mädchen selber noch so bedürftig im Hinblick auf Unterstützung sind, dass sie froh sind, mit den Betreuern reden zu können und Tipps zu bekommen. Da wollen sie nicht in eine Gruppe, wo sie diese Person wieder teilen müssen“, meint Baumgarten. Gibt es in der Familie der minderjährigen Mutter trotz Besuchen bei der Elternberatung und -schule Bedarf an Betreuung und Unterstützung in der neuen Situation, so werden die SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen der MAG ELF aktiv. Sie machen Hausbesuche, bei denen die Betreuung von Mutter und Baby vorrangig ist und vermitteln den Mädchen den richtigen Umgang mit ihren Kindern.

 

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Letzter Ausweg: Mutter-Kind Heim
Die Gemeinde Wien hat in Favoriten ein Mutter-Kind-Heim eingerichtet, in dem überwiegend minderjährige Mütter wohnen und rund um die Uhr betreut werden. Die Möglichkeit in das Mutter-Kind-Heim zu ziehen, ist dann gegeben, wenn die Mütter keine anderen Wohnmöglichkeiten haben, wenn sie zu Hause von den Eltern oder dem Freund rausgeworfen wurden oder ihre Wohnung zu klein ist. Auch wenn Frauen und Mädchen noch Unterstützung im Umgang mit ihrem Kind und der Lebenssituation benötigen, können sie in das Mutter-Kind-Heim einziehen.

Die Situation einer minderjährigen Mutter sei keinesfalls ausweglos, betont die Sozialarbeiterin Baumgarten. Die Vorurteile gegenüber minderjährigen Müttern seien zudem oftmals ungerechtfertigt, meint sie: „In dem Moment wo eine minderjährige Mutter bereit ist, Unterstützung anzunehmen, sind ihre finanziellen Ressourcen unwichtig. Hier kann immer eine Möglichkeit gefunden werden, damit sie den Weg in eine positive Zukunft mit Kind schafft. Es gibt viele minderjährige Mütter, deren Leistung gigantisch ist, gerade wenn man sie mit Jugendlichen in ihrem Alter vergleicht, bei denen es nur um's Feiern geht.“

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