Schwarz. Weiß.
Bei der künstlerischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus stört oft
die Überzeichnung des Bösen. Sei es in der Literatur, im Film oder
Fernsehen: Nationalsozialisten werden als Monster, nicht als Menschen
dargestellt, die Erklärung menschlicher Untiefen wird ausgeklammert.
Böse ist böse, da gibt's keinen Graubereich. Leider ist Rosmarie
Thüminger in dieselbe Darstellungsfalle getappt. Sie zeichnet die
Widerstandskämpferin Adele Stürzl als das schlichtweg Gute. Ohne
Schattenseiten, ohne Graubereich. Das tut der Lesefreude hie und da
einen Abbruch. Die Person Adele Stürzl wird im Buch nicht greifbar,
erscheint nicht menschlich, eher übermenschlich.
Die Stärke des Romans liegt woanders: Die bemerkenswert intensiven
Recherchen der Autorin, die eine andere Sicht auf die Zeit des
Nationalsozialismus ermöglichen, einer Gegensicht, einer starken
Widerstandssicht.





















































