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Jostein Gaarder regt erneut zum Philosophieren und Sinnieren an

„Die Frau mit dem roten Tuch“ von Jostein Gaarder

 

Wieder einmal stellt sich Jostein Gaarder der Herausforderung, sich mit den großen und wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen und wie jedes Mal präsentiert der Autor am Ende ein spannendes, mitreißendes und zum Denken anregendes Buch. Dem Schriftsteller gelingt es, seine Leser auf eine faszinierende Reise mitzunehmen, bei der es weit mehr als um eine Liebesgeschichte geht.
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Philosophie per E-Mail
Steinn und Solrun waren vor mehr als dreißig Jahren ein Liebespaar. Doch dann kommt es zu einem dramatischen Ereignis, das ihrer beiden Leben vollkommen verändert und sie getrennte Wege gehen lässt. Ist es purer Zufall, dass sie sich so viele Jahre später an dem Ort, an dem sich der Vorfall ereignete, wiedersehen? In den der Begegnung folgenden E-Mails entfacht zwischen den beiden Protagonisten eine Diskussion über die wesentlichen Fragen des Lebens. Während Solruns Perspektive der Geschehnisse von ihrem Glauben an das Übersinnliche geprägt ist, vertraut Steinn, der Naturwissenschaftler, auf die Gesetze der Wissenschaft.

 

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Das Mysterium des Seins
Jostein Gaarder, der an der Universität Oslo Literaturwissenschaften, Theologie und Philosophie studierte, gelang es, sich mit seinem 1991 verfassten Roman „Sofies Welt“ einen Namen als Schriftsteller zu machen. Dem weltweiten erfolgreichen Jugendbuch folgen viele weitere Werke des Autors, die alle das Ziel verfolgen Themen aus der Philosophie, Theologie und Wissenschaft miteinander zu vereinen und dem Leser die Mysterien des Seins vor Augen zu führen. So verwundert es nicht sonderlich, dass das letzte Buch des Norwegers die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen Naturwissenschaft und Mystik aufgreift um die Beziehung zwischen Liebe, Glauben und Vernunft näher zu beleuchten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mystik oder Wissenschaft
Steinn und Solrun, mittlerweile beide verheiratet, müssen im Zuge ihres heimlichen E-Mail-Verkehrs feststellen, dass sie sich, trotz ihrer unterschiedlichen Auffassungen über viele Dinge des Lebens, noch immer keineswegs gleichgültig sind. Die Diskussion per E-Mail nutzen die ehemals Verliebten einerseits als Gelegenheit ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit aufzufrischen und andererseits als Versuch den jeweils anderen von der Richtigkeit der eigenen Einstellung zu überzeugen. Während Steinn aus Sicht des Naturwissenschaftlers keine Zufälle akzeptieren kann: „Es kann uns, bewusst oder unbewusst, sehr rasch passieren, dass wir Dinge miteinander in Verbindung bringen, die nichts miteinander zu tun haben.“, ist Solrun gänzlich anderer Ansicht: „Die Welt ist kein Mosaik aus Zufällen, Steinn. Sie hängt zusammen.“ Im Zuge des Lesens bleibt einem nichts anderes übrig als über die eigene Position im Streit zwischen Mystik und Wissenschaft nachzudenken. In dieser Anregung zum Nachdenken über die Besonderheit des Universums und der Position des Menschen in diesem, liegt die Stärke und das Talent Jostein Gaarders, welche er auch in „Die Frau mit dem roten Tuch“ wieder einmal unter Beweis stellt.

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